22.12.09

Kreise - Sal.Oppenheim kurz vor Verkauf der Derivate-Sparte

Die angeschlagene Traditionsbank *Sal. Oppenheim* steht offenbar kurz vor dem Verkauf ihres Derivategeschäfts an den australischen Bankkonzern *Macquarie*.

(ame) Die angeschlagene Traditionsbank Sal. Oppenheim steht offenbar kurz vor dem Verkauf ihres Derivategeschäfts an den australischen Bankkonzern Macquarie. Wie Reuters unter Berufung auf mit der Verhandlung vertraute Personen berichtet, sei eine Einigung bereits in Sicht, es würden nur noch letzte Details geklärt. Verhandlungskreise schätzen den Wert der Sparte auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Das Institut hatte zuvor offenbar vergeblich versucht, das Investmentbanking unter anderem an Macquarie zu veräußern. Zuletzt konzentrierten sich die Gespräche aber auf den Derivatebereich. Sal. Oppenheim wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

 

Die Privatbank, die bei der Pleite von Arcandor viel Geld verloren hatte, steht kurz vor dem Verkauf an die Deutsche Bank. Nach der Übernahme soll das Institut laut Pierre de Weck, Leiter des Bereichs Private-Wealth-Management beim Deutschen Bankenprimus, weiterhin eigenständig fortgeführt werden. Der Charakter des privaten Instituts soll erhalten bleiben. Das Kölner Bankhaus bleibe „mit eigenständigem Management und mit unabhängigem Investmentprozess“ in den Konzern der Deutschen Bank eingebunden, sagte de Weck dem Handelsblatt.

 

Wie bereits gestern bekannt wurde, muss die Führungsspitze der Privatbank hingegen abtreten (mehr Infos: Sal. Oppenheim-Führung dankt ab). Die vier Sal. Oppenheim-Gesellschafter werden von ihren Funktionen zurücktreten. Friedrich Carl Janssen sowie Dieter Pfundt werden laut Handelsblatt zudem auch nicht mehr als persönlich haftende Gesellschafter zur Verfügung stehen. Christoph Freiherr von Oppenheim bleibe der Bank aber als Berater erhalten.

 

Quellen: Reuters, Handelsblatt, FINANCE

 

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