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HgCapital startet IPO von MeinAuto

Börsenhype um Autohändler: Nach Auto1 will jetzt auch MeinAuto an die Börse.
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Die Motoren laufen sich schon warm: Nur wenige Wochen nach dem Börsengang von Auto1 steht mit MeinAuto schon der nächste Online-Autohändler auf der Startposition für seinen IPO. Der Startschuss für den Handel mit der Aktie des Online-Autohändlers soll am 12. Mai fallen, wie das Unternehmen nun angekündigt hat.

Der Börsengang des Unternehmens mit Sitz in Oberhaching bei München soll bis zu eine halbe Milliarde Euro groß werden. Mindestens 150 Millionen Euro IPO-Erlös sollen an MeinAuto fließen, um Verbindlichkeiten zu tilgen und in Wachstum zu investieren.

Der größere Teil dürfte an den Haupteigentümer HgCapital fließen, denn insgesamt werden bis zu 28,5 Millionen Aktien zu einem Preis von je 16 bis 20 Euro angeboten. Daraus errechnen sich zu erwartende Einnahmen von 412 bis 515 Millionen Euro und ein Börsenwert von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Begleitet wird der Börsengang von den Investmentbanken Bank of America, Barclays, Citi, Jeffries und UniCredit. 

Auto1 vs. MeinAuto: Wer ist größer und erfolgreicher?

In Summe wird der IPO von MeinAuto eine Nummer kleiner als der von Auto1. Der Branchennachbar erzielte bei seinem IPO einen Bruttoerlös von 1 Milliarde Euro und wurde damals mit 7,9 Milliarden Euro bewertet. Zum Handelsstart sprang der Kurs der zu 38 Euro emittierten Aktie um fast 50 Prozent nach oben. Inzwischen hat die Aktie wieder etwas nachgegeben und sich bei etwa 47 Euro eingependelt. Damit liegt der aktuelle Börsenwert von Auto1 bei knapp 10 Milliarden Euro.

So ähnlich beide Unternehmen auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, so zeigen sich beim Geschäftsmodell doch deutliche Unterschiede: MeinAuto ist in erster Linie ein Leasinganbieter für Neuwagen, während Auto1 Gebrauchtwagen ankauft und sie anschließend an Händler weiter veräußert. Mit Hilfe der IPO-Erlöse arbeitet Auto1 gerade danach, sich auch als Direkthändler zwischen zwei Privatpersonen zu etablieren.

Bei MeinAuto stieg der bereinigte Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr von 191 auf 212 Millionen Euro. Das bereinigte Ebitda stieg um 25 Prozent auf 38 Millionen Euro. Auto1 ist wesentlich größer, schreibt allerdings noch rote Zahlen. 2020 ging der Umsatz wegen der Corona-Lockdown-Maßnahmen von 3,5 auf 2,8 Milliarden Euro zurück. Beim bereinigten Ebitda stand ein Verlust von 16 Millionen Euro zu Buche, was allerdings weniger war als im Jahr 2019 (minus 60 Millionen Euro). Beide Unternehmen setzen darauf, dass der Onlineanteil am Autohandel stark zunehmen wird. MeinAuto erwartet bis 2025 einen Anstieg von 2 auf 15 Prozent. Der europäische Automarkt ist 70 Milliarden Euro schwer. 

MeinAuto: HgCapital verfolgt Buy-and-Build-Konzept

Für HgCapital ist MeinAuto ein Buy-and-Build-Projekt. Die Briten bauten das Unternehmen seit 2018 aus dem Start-up „MeinAuto.de“, der Firma Mobility Concept sowie einem Vermittler von Sponsorenfahrzeugen und dem einstigen Flottenleasing-Geschäft der Hypo-Vereinsbank zusammen. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen rund 380 Mitarbeiter.

Gelingt der Börsengang in dem erhofften Umfang, wäre HgCapital danach noch mit 60 bis 70 Prozent an MeinAuto beteiligt.


thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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