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06.11.20

Intransparenz und Risiken verringern

Sich derzeit einen Überblick über die Cash-Positionen zu verschaffen ist nicht einfach. Treasurer müssen den Fokus auf transparente Zahlungsströme legen. Doch dabei können einige Hürden auftauchen.

Dieser Beitrag stammt aus der Sonderbeilage zur 16. Structured FINANCE Digital Week 2020. Finden Sie hier alle Inhalte zum Thema Treasury

In der momentanen wirtschaftlichen Situation arbeiten viele Treasurer – teils gezwungenermaßen – nun virtuell. Dabei den Überblick über die aktuellen Cash-Positionen zu behalten ist eine Herausforderung. Entscheidende Prozesse wie Zahlungen werden außerhalb der Bürogebäude über Remote-Zugänge getätigt. Das sieht dann so aus: Der CFO klopft häufiger und regelmäßiger denn je an die virtuelle Bürotür und fordert präzise Antworten auf Fragen wie: „Wie sieht der Operating Cashflow zurzeit aus?“, oder „Sind wir liquide genug, auch wenn der Bruttogewinn um 30 Prozent fällt?“.

Ein dritter Aspekt, der nun vermehrt in den Fokus rückt, ist Zahlungsverkehrsbetrug. Dieses Thema war schon immer sehr wichtig, zurzeit werden aber deutlich mehr Unternehmen Opfer von Angriffen, wie zum Beispiel von CEO-Fraud-Attacken. Auch hier spielt die momentan sehr dezentrale Arbeitsweise eine Rolle.

Risiken im Zahlungsverkehr

Weitere Risiken im Bereich Zahlungsverkehr sind zum Beispiel Compliance-Risiken, Integrations- und Konnektivitätsprobleme, rechtliche und Audit-Probleme sowie ein hohes Arbeitspensum, hervorgerufen durch manuelle Prozesse. Schaut man in die Treasury-Abteilung des Hamburger Traditionsunternehmens Tesa, erkennt man zentralisierte Prozesse im Bereich Zahlungsverkehr. Seit drei Jahren setzt Tesa auf eine Cloud-basierte Zahlungsverkehrsplattform. Der Bedarf für eine solche Lösung resultierte aus diversen Herausforderungen, die damals identifiziert worden waren. Es handelte sich dabei unter anderem um die Intransparenz der weltweiten liquiden Mittel sowie viele dezentrale Prozesse, die ineffizient waren. Auch ein Reporting in Echtzeit fehlte.

Das führte dazu, dass sie Treasury-Abteilung ein geringes Maß an Sicherheit und Kontrolle hatte. So fielen auch Prozesse im Bereich Regulierung und Compliance schwer. Durch die Einführung einer Cloud-basierten Lösung gelang es Tesa, das Maß an Störungen in den internen Prozessen zu verringern. Denn Störungen verursachen Fehler, reduzieren die Produktivität und mindern die Motivation der Angestellten. Durch den End-to-End-straight-through-Prozess verringerte der Klebstoffproduzent den manuellen Arbeitsaufwand und konnte die so frei gewordene Zeit in andere Treasury-Aufgaben investieren.

„Störungen verursachen Fehler, reduzieren die Produktivität und mindern die Motivation der Angestellten.“

Ein weiterer Vorteil einer zentralisierten Zahlungsverkehrslösung sind reduzierte IT-Kosten sowie ein geringerer Aufwand in der IT. Es müssen keine verschiedenen E-Banking-Tools mehr parallel installiert und gepflegt werden. Die Lösung ist hoch skalierbar und kann an jedes Back-end-System angeschlossen und mit jeder Bank weltweit verbunden werden. Durch die Automatisierung und Digitalisierung der Prozesse hat Tesa zudem ein hohes Maß an Sicherheit und Kontrolle im Zahlungsverkehr etabliert. Zukünftig wird eine klare, maßgeschneiderte Multi-Tenant-Cloud-Struktur die beste Wahl für einen reibungslosen Zahlungsverkehr sein.

Über den Autor:

Jörg Wiemer

Jörg Wiemer ist CSO und Mitgründer der Treasury Intelligence Solutions GmbH in Walldorf.

Kontakt:

joerg.wiemer[at]tis.biz