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5 Fragen an…William Collins

Bitte beschreiben Sie Ihren Job so kurz wie möglich.
Ich bin der zuverlässige Geschäftspartner des CEOs und Geschäftsführer der Finanzabteilung.

Warum sind Sie CFO geworden?
Nach einer Reihe von rein operativen Positionen, hatte ich vor zehn Jahren die Möglichkeit, bei einem kleinen, internationalen Unternehmen CFO zu werden. Es war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich die die gesamte Verantwortung für die Finanzabteilung erhielt: Transaktions-, Compliance-, Analyse-, Steuer-, Treasury-, und Finanzmanagement. Ich mochte es in der Lage zu sein die Prozesse zu führen und Einfluss auf das weltweite Geschäft auszuüben.

Was ist das beste und was ist das schlimmste daran, Finanzvorstand zu sein?
Ich persönlich mag die Bestätigung, die man bekommt, wenn man eine Strategie entwickelt und ausführt, sei es für die Finanzabteilung oder für das gesamte Unternehmen. Innerhalb der  vergangenen Jahre haben wir an Initiativen gearbeitet, die Finanzen in der EMEA-Region  zu transformieren. Das war eine sehr erfolgreiche und ausfüllende Übung.
Die am wenigsten Attraktive Aufgabe liegt für mich im Bereich von Compliance- und Reportingregeln. Sie ist zwar notwendig aber sie trägt nicht zu einer Wertsteigerung des Unternehmens bei. Wir arbeiten daran möglichst viele von diesen Aufgaben zu automatisieren, damit unsere Controller in den einzelnen Ländern ihre Zeit mit wertschöpfenden Tätigkeiten verbringen können.

Was war das bislang herausforderndste Projekt Ihrer Karriere?
Die Finanzkrise 2008-09. Wie sich die meisten erinnern werden, kam der Abschwung sehr schnell und traf insbesondere kapitalintensive Unternehmen hart. Unser Umsatz halbierte sich innerhalb einer Woche und blieb für Monate auf diesem niedrigen Niveau. Und dabei wussten wir nicht, wann sich die Märkte erholen würden. Um in der Krise schwarze Zahlen zu schreiben, arbeiteten wir gewissenhaft  an unserem Ausgaben- und Working-Capital-Management. Und obwohl der CashFlow eine unserer größten Sorgen war, war uns die Lage der Lieferanten genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Wir waren besorgt, dass ein Lieferant durch die Kreditkrise in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnte. Deswegen hielten wir zu unseren Lieferanten in dieser Zeit einen sehr engen Kontakt, um dafür zu sorgen, dass die Lieferkette intakt blieibt. Das sind Zeiten, in denen die Finanzentscheider einen äußerst schwierigen Job haben, aber gleichzeitig ist die Leitung der Finanzen entscheidend für den Geschäftsverlauf. Ich habe sicherlich wenig Lust dazu , nochmal einen Abschwung wie 2008-09 zu erleben, aber es war eine großartige Erfahrung.

Was überrascht Sie in ihrem Job immer wieder?
Ich bin weniger überrascht als interessiert zu sehen, wie sich die Aufgaben und die Rolle des CFOs mit den Anforderungen der Unternehmen im Laufe der Zeit verändern. Diese Anforderungen können durch die Geographie, den Konjunkturzyklus, die Firmengeschichte und Unternehmensentwicklung, Wachstumspläne oder ähnliches bestimmt werden. Deswegen wird die Position des CFOs niemals fade  sein. Sie verändert sich ständig und das gefällt mir daran. CFO zu sein wird nie langweilig.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

Info

Der CFO

William Collins ist seit 2009 Vizepräsident Finanzen für Europa, den Mittleren Osten und Afrika bei der Eaton Corporation. Bevor er zu Eaton kam, war Collins unter anderem CFO für die Region Nordostasien bei Schneider Electric. Eaton erzielte 2011 Umsätze von etwa 11 Milliarden US-Dollar (13 Milliarden Euro) und gehört damit weltweit zu den Marktführern im Bereich von elektronischen Komponenten für die Stromversorgung.