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Airbus definiert Verkaufsagenda im Rüstungsbereich

Das Geschäft mit Lenkflugkörpern gehört weiter zum Kerngeschäft der Airbus-Verteidigungssparte - ein Geschäftsvolumen von 2 Milliarden Euro steht hingegen zur Disposition. Rheinmetall gilt als interessiert an zwei Targets.
Airbus

Die Airbus Group saniert ihr Rüstungsgeschäft: Die deutsch-französische Gruppe hat bestätigt, dass eine Liste von Veräußerungskandidaten bestimmt wurde. Dazu zählen das US-Luftfahrtengineering-Geschäft Fairchild Controls, das Digitalfunkunternehmen Rostock System-Technik, das französische Outsourcing-Unternehmen AvDef, das Software- und IT-Unternehmen ESG wie auch der Marineelektronikanbieter Atlas Elektronik.

Die Portfolioüberprüfung soll das unter den Sparzwängen in Europa und dem massiven weltweiten Wettbewerb leidende Kerngeschäft der Airbus Rüstungssparte stärken, betonten CEO Tom Enders und Rüstungsspartenchef Bernhard Gerwert. „In einer anderen Marktaufstellung“ hätten die Verkaufskandidaten ein „größeres Entwicklungspotenzial.“ Die Verkaufsliste stehe für ein kumuliertes Geschäftsvolumen von rund 2 Milliarden Euro, bestätigte Gerwert.

Rheinmetall an zwei Targets interessiert

Für einige der Portfoliounternehmen zeichnen sich bereits Interessenten ab. So soll Rheinmetall im Zuge seiner ehrgeizigen Wachstumsziele bereits ein Auge auf Atlas Elektronik geworfen haben – ein Joint Venture mit ThyssenKrupp, an dem die Essener die Mehrheit halten und ein Vorkaufsrecht besitzen. Der Dax-Konzern kündigte Gespräche mit Airbus an. Gerwert hingegen sagte, Airbus habe noch keinen Käufer im Auge.

Ebenfalls als interessiert gilt Rheinmetall an dem Elektronikunternehmen Optronics, das Präzisionsmessgeräte und Lasersysteme herstellt. Rheinmetall war für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Zwar steht Optronics nicht auf der offiziellen Verkaufsliste, jedoch werde die gesamte Elektroniksparte „aktuell untersucht“, wie ein Airbus-Sprecher gegenüber FINANCE bestätigte. Derzeit hält Airbus 75 Prozent an Optronics, übernimmt das Unternehmen aber zum 1. Oktober vollständig, was einen möglichen Verkauf erleichtern würde.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de