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CFO des Monats: Bernhard Günther

Bernhard Günther ist ein RWE-Eigengewächs und war für mehrere Jahre CFO des Energieriesen. Seit April schwingt er das Finanzzepter bei Innogy und hat das RWE-Spin-Off Anfang Oktober erfolgreich an die Börse gebracht.
RWE

RWE geht in seinen TV-Werbespots gerne vorweg – Bernhard Günther nimmt sich daran ein Beispiel. Der frühere Finanzchef des Energieriesen ist seit April CFO bei Innogy und hat vor wenigen Wochen das RWE-Spin-off erfolgreich an die Börse gebracht. 36 Euro zahlten die Investoren für eine Innogy-Aktie. 

Günther konnte seinen Investoren damit das obere Ende der Preisspanne schmackhaft machen. Aus dem Stand heraus bringt es Innogy auf einen Börsenwert von rund 20 Milliarden Euro. Der Ableger war damit am Parkett mehr wert als die Konzernmutter RWE, die zum IPO-Zeitpunkt lediglich rund 8,2 Milliarden Euro auf die Waage brachte.

Innogy und Günther kommt zugute, dass Günther das Atom- und Kohlegeschäft bei der Konzernmutter belassen konnte. In Innogy bündelt RWE das Geschäft mit erneuerbaren Energien, Verteilnetzen und den Vertrieb. Das Unternehmen ist frei von Altlasten und für Investoren damit ein interessantes Infrastruktur-Investment.

RWE: Bernhard Günther hat Börsenwert verzwanzigfacht

Als Finanzchef bei RWE hatte Günther die Ausgliederungspläne selbst mit auf den Weg gebracht und verhalf seinem ehemaligen Arbeitgeber damit zu einer nicht für möglich gehaltenen Renaissance am Kapitalmarkt. Durch die Aufdeckung des Wertes von Innogy im Zuge des Spin-offs vervielfältige Günther den Wert der Mutter RWE – Restbeteiligung: über 75 Prozent – quasi aus dem Nichts um das Fünffache. 

Ende November war RWE – dessen Aktienanzahl sich durch den Innogy-IPO nicht verändert hat – an der Börse noch rund 6,6 Milliarden Euro wert. Angekündigt hatte RWE den Spin-off im Dezember vergangenen Jahres. Nach dem Börsengang am 7. Oktober kam RWE zusammen mit dem Wert der Innogy-Beteiligung auf einen Börsenwert von rund 23 Milliarden Euro. Zudem spülte der Innogy-Börsengang RWE noch rund 3 Milliarden Euro in die Kassen.

Innogy-CFO Bernhard Günther ist ein Eigengewächs von RWE

Für Günther persönlich hat sich der IPO von Innogy ebenfalls gelohnt. Den Stuhl bei dem alten, atombeladenen Energieriesen RWE tauscht er gegen den CFO-Sessel bei dem „grünen“, wendigen Börsenhipster Innogy ein. Dort kann er Geschäft aufbauen, wohingegen er bei RWE hauptsächlich mit dem möglichst kostensparenden Ausstieg aus der Atom- und bald auch der Kohleenergie beschäftigt gewesen wäre.

Bei RWE blickt Bernhard Günther auf eine lange Karriere zurück. Nach fünf Jahren bei der Unternehmensberatung McKinsey trat er 1999 als Abteilungsleiter Konzerncontrolling bei RWE ein und durchlief in der Folgezeit verschiedene Positionen innerhalb des Konzerns. Über CEO- und CFO-Posten bei RWE Gas Midstream, RWE Trading und RWE Supply and Trading stieg Günther im Januar 2013 zum Finanzchef der RWE-Gruppe auf.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Info

Für herausragende Leistungen, besonderen Spürsinn oder mutige Entscheidungen zeichnet FINANCE jeden Monat einen Finanzvorstand aus. Welche Finanzchefs die Auszeichnung bislang erhalten haben, lesen Sie auf unserer Themenseite CFO des Monats.

Infos zu Karriere und Werdegang des Innogy-CFOs bietet das FINANCE-Köpfe-Profil von Bernhard Günther.