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CFO Vermersch: Wir müssen Mercuria Energy entmystifizieren

Mercuria Energy CFO Guillaume Vermersch spricht im ersten Teil des FINANCE Interviews über Transparenz.
Mercuria Energy

Mercuria Energy ist einer der Rohstoffriesen vom Genfer See. Sie gelten allesamt als extrem mächtig und extrem verschwiegen. Wie stehen Sie zu dem Thema Transparenz?
Das ist eine Wahrnehmung, ein Image, unter dem die gesamte Branche leidet. Es trifft allerdings zu, dass Rohstoffhändler in der Vergangenheit nicht gerade für völlige Transparenz bekannt waren. Ich denke aber, dass in den vergangenen fünf bis zehn Jahren eine Wandlung eingesetzt hat. Mercuria feiert übrigens im ersten Quartal 2014 zehnjähriges Jubiläum. Transparenz ist ein echter Werttreiber geworden.

Was bedeutet für Sie Transparenz?
Transparenz bedeutet für uns, dass wir erklären, wer wir sind, wohin wir uns entwickeln wollen, wie wir Gewinn machen und wie wir unsere Risiken überwachen. Unsere Strategie und Geschäftsphilosophie zu erklären, war immer eines unserer Kernthemen. Heute wird Transparenz von allen unseren Stakeholdern zu Recht eingefordert. So ist Transparenz gegenüber unseren finanziellen Partnern der einzige Weg, wie wir effektiv mit ihnen zusammenarbeiten und weiter wachsen können. Es ist wichtig, die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts zu erklären. Wir müssen entmystifizieren, was heutzutage ein globales Handelshaus ist.

Wenn Sie schon so transparent werden –warum plant Mercuria dann keinen IPO?
Wir sind ein recht junges Unternehmen im Vergleich zu einigen unserer Wettbewerber. Das, was wir in den vergangenen zehn Jahren erreicht haben, ist mehr als das, was andere in zwanzig Jahren erreichen. Es gibt aber definitiv noch Raum für den Ausbau unseres Geschäfts, wenn wir uns mit strategischen Partnern zusammentun, bevor wir formal den öffentlichen Eigenkapitalmarkt über einen Börsengang anzapfen. Ich glaube, dass es auf mittlere Sicht keinen IPO von Mercuria geben wird. Eines Tages kann das aber möglich sein.

Ihr CEO sagte vor einigen Wochen, dass es Ende dieses Jahres eine Entscheidung über einen Partner geben wird. Wie weit sind Sie?

Das ist vertraulich. Ich kann aber so viel sagen: Von einer Liste mit ursprünglich fünfzehn Unternehmen aus verschiedenen Branchen, die stark an einer Partnerschaft interessiert sind, haben wir vier sorgfältig ausgewählt. Mit einigen von ihnen sind die Gespräche sehr weit fortgeschritten. Das künftige Portfolio von strategischen Partnern wird etwa 20 Prozent von Mercurias Eigenkapital repräsentieren. und das eröffnet Mercuria und unseren Partnern neues Wachstumspotential.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

Info

Guillaume Vermersch ist Finanzvorstand von Mercuria Energy. Der Franzose ist Teil des Gründungsteams des Schweizer Rohstoffhändlers. Vor seiner Zeit bei Mercuria war er fünf Jahre bei Sempera Oil als Leiter der Kredit- und Finanzrisikoabteilung für Europa und Asien. Vermersch startete seine berufliche Karriere als Banker. Für rund zehn Jahre arbeitete er im Bereich Energie und strukturierte Finanzierung bei der ING und CIB in Genf und Paris. Er hat einen Abschluss der Ecole Superieure De Commerce De Paris und machte einen MBA an der Manchester Business University.

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