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Die Hintergründe der Greensill-Insolvenz

Im Fokus des neuen FINANCE-Magazins: Der Krimi um die Greensill Bank.
picture alliance/dpa | Sina Schuldt / FINANCE

Mit dem Debakel um die Greensill-Bank ist Anfang März ein neuer Finanzskandal hochgekocht – kurz nach dem spektakulären Niedergang von Wirecard und von Steinhoff. Wenige Tage, nachdem Gerüchte um eine Zahlungsunfähigkeit und massive Untersuchungen der BaFin bei der Greensill Bank bekannt wurden, musste das Institut Insolvenz anmelden. Im Feuer stehen seither Anlagegelder von Privatleuten und Kommunen. Letztere haben ein besonderes Problem, weil sie seit 2017 keiner Einlagensicherung mehr unterliegen, wie unsere Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ausführlich beleuchtet hat.

Aber auch das neuartige Feld der Fintechs aus dem Bereich Supply Chain Finance ist betroffen. Greensill Capital, die britisch-australische Mutter der Greensill Bank, hat in großem Still Lieferantenfinanzierungen vorgenommen, zum Teil über Fondskonstruktionen mit der Credit Suisse.

Der Greensill-Skandal ist also umfassend und auch CFO-relevant. In der neuen Magazinausgabe haben wir uns deshalb auf Spurensuche begeben. Wie genau waren die Nutzer von Supply-Chain-Fintechs betroffen? Haben sich auch Finanzabteilungen bei der Greensill Bank verzockt? Und welche Rolle spielten die Wirtschaftsprüfer von Ebner Stolz bei der Greensill Bank? Haben sie Warnhinweise zu lange ignoriert? Die ganze Geschichte können Sie heute schon im E-Paper nachlesen. 

DB Schenker und Fresenius

So viel sei verraten: Auch DB Schenker war indirekt von der Greensill-Pleite betroffen. Das war aber gar nicht das Hauptthema unseres Interviews mit Oliver Seidl. Seit 2016 ist der CFO, der damals von Media-Saturn kam, schon für den Spediteur aktiv. Eine Initiative seines Finanzbereichs hat mit dazu beigetragen, dass der Logistiker der Deutschen Bahn derzeit glänzend dasteht und 2020 ein Rekordergebnis eingefahren hat. Welche, erfahren Sie in seinem Interview.

Kein Wunder, dass die Spekulationen nicht abreißen, dass die Bahn ihre Tochter DB Schenker verkaufen könnte, um ihre klammen Kassen aufzufüllen. „Unabhängig davon arbeiten wir inzwischen in vielen Bereichen wie ein börsennotiertes Unternehmen. Das hilft uns gerade mit Blick auf Prognosefähigkeit und verlässliche Daten“, betont Seidl im Interview.

Ein ganz anderes Bild bietet derweil Fresenius. Der Gesundheitskonzern aus Bad Homburg, der lange eine Börsenliebling war, enttäuscht seit Jahren die Investoren. Die Börsenrallye fand ohne Fresenius statt, der Aktienkurs hat sich seit Mai 2017 nahezu halbiert. Der lange erfolgsverwöhnte CFO Stephan Sturm, der 2016 Vorgänger Ulf Schneider als CEO beerbte, kommt öffentlich ins Grübeln. Sein Konzern werde „in zunehmendem Maße bestraft, weil wir eine gewisse Komplexität aufweisen“.

FINANCE-Köpfe

Oliver Seidl, Schenker AG

Nach seinem Studium steigt Seidl 1990 ins Rechnungswesen von Mercedes-Benz ein. Nach verschiedenen Stationen im Controlling und im Rechnungswesen wird er 1997 zum „Head of Corporate Controlling PKW“ ernannt. 2001wechselt er zum Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer, wo er bis 2004 als Generalbevollmächtigter den Bereich Strategie/M&A leitet. 2004 geht er zum Anlagenbauer Dürr und wird dort Leiter Corporate Controlling, Accounting & Tax sowie CFO der Geschäftseinheit Factory Assembly Systems.

Anschließend wechselt Seidl 2006 zum Elektronikhersteller Loewe, wo er bis 2013 verschiedene Führungspositionen inne hat. Von 2006 bis 2010 verantwortet er als CFO die Ressorts  Finanzen, Controlling, Personalwesen, IT, Interne Revision sowie Investor Relations. 2010 wird er zum CEO ernannt und übernimmt zusätzlich die Bereiche Marketing, Vertrieb, Customer Service, Qualität und PR. Seit April 2013 ist Seidl CFO und CIO der Media-Saturn Holding.

Im Juli 2016 kündigt Seidl seinen Wechsel zur Bahn-Logistiktochter Schenker an.

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Seine Schlussfolgerung: Sollte die Wertschätzung vom Kapitalmarkt nicht zurückkommen und sich die aktuelle Vorliebe der Investoren für Spin-offs wie bei Daimler, Siemens und Conti nicht als „kurzfristige Modeerscheinung“ erweisen, müsse Fresenius „alternative Wege gehen, um den Eigentümern eine Wertsteigerung zu verschaffen“. Wie diese aussehen könnten, erfahren Sie in unserer Analyse.

So viel verdienen die Dax-CFOs

Ein weiterer Artikel, die für viele Leser spannend sein dürfte, ist unser jährliches Gehaltsranking der Dax-CFOs. Wie ist das im Corona-Jahr 2020 ausgefallen? Wer steht im Ranking ganz oben? Sind weiterhin weibliche CFOs schlechter bezahlt als ihre männlichen Kollegen? All dies zeigt unsere Analyse.

Diese ist gepaart mit einem spannenden Beitrag aus der CFO-Forschung: Nicht nur inhaltliche Kompetenz, sondern auch Aussehen und Kleidung der Vorstände sollen ihr Gehalt wesentlich beeinflussen – und auch die Performance der betroffenen Unternehmen. Dieses Ergebnis schildert unser Kolumnist Marko Reimer, der sich als WHU-Professor seit vielen Jahren mit der Erforschung von Top-Managern und ihrem Einfluss auf ihre Organisationen auseinandersetzt.

Mai/Juni 2021

Keine sichere Bank

Was Finanzchefs über die Greensill-Pleite wissen müssen

 

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Schwerpunkt Restrukturierung

Das beste Outfit dürfte aber wenig bringen, wenn das Unternehmen mit einem Bein in der Insolvenz steht. Um den Umgang mit krisenhaften Situationen geht es in unserem Schwerpunkt Restrukturierung. Ganz besonders um das neue Gesetz zur präventiven Sanierung, kurz StaRUG: Was bringt es? Wurde es auf den letzten Metern im legislativen Prozess noch zum zahnlosen Tiger? Und wo könnte es zum Einsatz kommen? All diese Fragen beantworten und kommentieren wir.

Aber auch das Thema Sanierungsgutachten spielt für viele eine Rolle, wie Alexander Kissel berichtet: „Eine Erkenntnis: Die Unternehmen beauftragen Sanierungsgutachten früher. Auch Banken, Investoren und Beteiligungsgesellschaften sind sensibler geworden und fordern lieber früher als später ein Gutachten ein“, sagt der Leiter des Restrukturierungsgeschäfts bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft RSM. Wohl dem, der sich aktuell nicht mit diesem Thema herumschlagen muss.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Wie Corona die CFO-Rolle verändert hat, was eigentlich Sustainability-linked Bonds sind und warum die Pandemie digitale Schwachstellen im CFO-Bereich aufgedeckt hat – all das und noch viel mehr finden Sie im neuen FINANCE-Magazin.

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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