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Dieter Bellés ehrgeiziges Programm bei Leoni

Dieter Bellé hat mit Leoni ein ordentliches Wachstumsprogramm vor sich.
Leoni

Drei Monate ist es her, dass Dieter Bellé bei dem Autozulieferer Leoni zusätzlich zu seinem CFO-Amt auch den Posten des Vorstandsvorsitzenden eingenommen hat. Jetzt steht der langjährige Finanzchef des MDax-Konzerns als Nachfolger von Klaus Probst vor der Aufgabe, das ambitionierte Wachstumsprogramm der Nürnberger umzusetzen.

Der Umsatz von Leoni soll von zuletzt 4,1 Milliarden Euro bis Ende 2016 bis auf 5 Milliarden Euro anschwellen, die Ebit-Marge gleichzeitig auf 7 Prozent (2014: 4,4 Prozent). Für 2015 hat Leoni sich einen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro zum Ziel gesetzt. Bisher liegt der Konzern bei dieser Kennziffer auf Kurs, wie er am Dienstag bei Vorlage der Halbjahreszahlen zeigte: Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten um 11 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu.

Leoni strebt Ebit-Marge von 7 Prozent an

Sorgen bereiten könnte Dieter Bellé, der 2008 von FINANCE zum „CFO des Jahres“ gekürt wurde, hingegen die Entwicklung des operativen Gewinns (Ebit). Dieser liegt derzeit mit 85,5 Millionen Euro immerhin 13 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Für 2015 plant Leoni ein Ebit über 200 Millionen Euro. Auch die derzeitige Ebit-Marge von 3,8 Prozent ist noch ein gutes Stück entfernt von den für Ende 2016 anvisierten 7 Prozent.

„Nach dem schwachen Start im ersten Quartal 2015 konnten wir nun von April bis Juni bereits eine spürbare Ergebnisverbesserung erreichen“, gibt sich Bellé gegenüber FINANCE optimistisch. Besonders vom vierten Quartal dieses Jahres verspricht sich der Hamburger Offizierssohn eine deutliche Verbesserung des Ergebnisses.

Bellé, der seit 2000 Finanzvorstand bei den Nürnbergern ist, erwartet für den Rest des Jahres einen positiven Effekt auf den operativen Gewinn, dadurch das wesentlich weniger Projekte im Bordnetzbereich anlaufen werden, dem mit 2,4 Milliarden Euro (2014) Umsatz größten Segment des Konzerns. Die Projekte sollen den nächsten Umsatzschritt in dem Bereich Wiring Systems vorbereiten.

Zudem soll eine verbesserte Effizienz im Bereich Wire & Cable Solutions (WCS) das Unternehmen profitabler machen. WCS hatte zuletzt unter nicht näher bezifferten Einmalaufwendungen für die Vorbereitung und den Anlauf neuer Werke gelitten. Auch das Effizienzprogramm „WCS On Excellence“ habe im ersten Halbjahr noch zu hohen Kosten geführt. In der zweiten Jahreshälfte erwartet Leoni aus der Initiative einen positiven Effekt auf das Ebit in Höhe von 5 Millionen Euro.

Wird China zur Gefahr für Leoni?

Gefährden könnte die Entwicklung von Kabel- und Bordsystemspezialist Leoni auch die zuletzt schlechte Entwicklung des chinesischen Marktes. Zwar habe Leoni laut Bellé bislang noch keine negativen Effekte durch die Flaute in China feststellen können. Aber der Absatznachgang bei den Autoherstellern könnte mit Verzögerung auch den Autozulieferer treffen. „Eine deutliche Abkühlung des für Leoni wichtigen chinesischen Marktes würde sicherlich Spuren beim Erreichen der Ziele für 2016 hinterlassen“, sagt Bellé.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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