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Dieter Manz: „Wir werden noch vom Solarbereich profitieren“

Gründer und CEO des Reutlinger Maschinenbauers: Dieter Manz
Manz

Investiert auf Kosten der Gewinne

Manz setzt wie schon in der Solarkrise weiter voll auf Wachstum. Wo andere Unternehmer die Kapazitäten drosselten und Personal abbauten, hat Manz auch in der Dürrezeit investiert, nach China expandiert und Personal aufgebaut – klar zu Lasten der Gewinnmarge.

Nun sieht sich Manz in seinem Kurs bestätigt und will Umsatz und Gewinn wieder zusammenbringen. Im ersten Halbjahr 2013 setzte Manz 138 Millionen Euro um, bei einer EBIT-Marge von 2,55 Prozent. Die soll nun deutlich steigen in Richtung 10 Prozent, kündigt Manz gegenüber FINANCE an.

Dabei gibt sich der Gründer und Hauptaktionär des Unternehmens, der 2012 eine Dünnschichtsolar-linie erworben hat, betont optimistisch für die Entwicklung des Solarbereichs: „Wir werden davon profitieren, dass wir daran festgehalten haben“, glaubt Manz. Im ersten Halbjahr trug der Solarbereich weniger als 4 Prozent zum Umsatz bei.

Im Bereich Batteriegeschäft, das im 1. Halbjahr mit 4,8 Millionen Euro für 3,6 Prozent des Umsatzes sorgte, sollen ebenfalls nennenswerte Umsätze dazukommen. Nachdem die Autoindustrie als Abnehmerbranche bislang enttäuschte, sind neue Zielbranchen dazugekommen: Im Blick hat Manz die Premium Consumer Electronics sowie die stationäre Energiespeicherung. Hauptumsatzträger sind jedoch die Displaymaschinen, die für 65 Prozent der Konzernumsätze stehen. Ein Ende des „Booms“ schreckt Manz in dem Bereich nicht. Der Hauptaktionär sieht sein Unternehmen inzwischen breit diversifiziert, was Portfolio und Zielbranchen angeht. „Solange Veränderungen vom Markt ausgehen, können wir darauf reagieren", sagt er mit Blick auf die politisch gesteuerte Solarbranche. „Sobald die Umsätze wieder kommen, profitieren wir anders als unsere Wettbewerber, die nur einen Geschäftsbereich haben", so Manz im Blick auf Unternehmen wie Centrotherm. Bis es soweit ist, wird Manz den Bereich zur Not auch weiter durchschleppen: „Die Finanzierung steht."

Refinanzierungsfragen gelöst

Die Schwierigkeiten mit den Banken sind vorerst Manz bereinigt. Nachdem es 2012 auch Schwierigkeiten mit Covenant-Brüchen gab, hat Manz nun einige Sicherheiten (Besicherungen) hinterlegt und neue Freiheiten gewonnen. Der Bondmarkt ist für Manz daher kein Thema: „Viel zu teuer“, findet er.

Die Liquidität des Unternehmens ist zuletzt wieder auf rund 45 Millionen Euro gestiegen, die Nettofinanzschulden liegen noch immer bei 35 Millionen Euro. Der Umsatzanstieg, gekoppelt mit einem Anstieg der Bilanzsumme, bewirkte eine Verringerung der Eigenkapitalquote, die erstmals seit Jahren unter 45 Prozent sank.

Der Kapitalmarkt hat die Neuausrichtung von Manz jedenfalls honoriert. Seit zwei Monaten ist der Kurs um rund 40 Prozent gestiegen. Zwar verspricht Manz seinen Aktionären, alles zu tun, um den Kurs zu steigern, von eigenen Anteilen will er sich dabei aber nicht trennen. Dazu ist er zu sehr Unternehmer.

Das FINANCE-TV-Interview mit Dieter Manz sehen Sie ab Montagmittag auf finance-magazin.de/finance-tv.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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