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Energiewende belastet Finanzplanung

Stromkosten machen beim Industriekonzern Georgsmarienhütte bis zu 20 Prozent der Gesamtkosten aus.
Georgsmarienhütte

Für einen mittelständischen Konzern hat die Georgsmarienhütte eine stolze Investitionsgeschichte vorzuweisen: Die niedersächsische Industriegruppe ist überwiegend durch Zukäufe auf aktuell 48 operative Gesellschaften gewachsen. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir rund 1 Milliarde Euro investiert, schwerpunktmäßig in Deutschland“, sagt Stefan Brunn, Leiter Finanzen der Gruppe, im Gespräch mit FINANCE-TV. Eine aktive M&A-Strategie verfolgt das Unternehmen nach wie vor. Die Auswahl der Targets soll sich allerdings wandeln, Zukäufe aus Distressed-Situationen werden seltener.

Investitionen müssen zurzeit besonders intensiv geprüft werden – aus Angst, dass die Energiewende dem Unternehmen zusätzliche Kosten aufbürdet. Stromkosten machen beim Industriekonzern Georgsmarienhütte 15 bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus – entsprechend stark beeinflusst die Energiewende die Strategie des Unternehmens. Bis zu 50 Millionen Euro pro Jahr könnten an zusätzlichen Kosten drohen, fürchtet Brunn – bei einem Ebit von 149 Millionen Euro im Jahr 2011 eine schwere Last. Das Resultat: „Wir planen aktuell nur Investitionen ein, die wirklich notwendig sind.“

Bei der Finanzierung will Brunn weiter auf den Kapitalmarkt setzen. „Etwa 50 Prozent unserer Linien sind bilaterale Kreditlinien, der Rest kapitalmarktnahe Transaktionen“, erklärt Brunn. Ein Asset-Backed-Securities-Programm hat das Unternehmen schon mehrmals verlängert, auch eine Hybridanleihe, ein Schuldschein und Mezzanine-Kapital gehören neben klassischen Bankkrediten zum Finanzierungsmix. Wie die M&A-Strategie künftig aussieht und welche Strategie er zur Refinanzierung des 2013 auslaufenden Schuldscheins und der Mezzanine-Finanzierung anstrebt, erklärt Brunn im Talk bei FINANCE-TV. 

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