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E&Y: Unternehmen lassen sich CO2-Gewinne entgehen

In den Wind geblasen: Emissionsrechte können für Finanzchefs viel wert sein.
iStock / Thinkstock / Getty Images

Viele Finanzchefs lassen sich von Millionen von Euro in potenziellen Gewinne durch die Finger gehen, weil sie die Lizenzen für ihre Kohlendioxid-Emissionen nicht aktiv verwalten. Laut Andreas von Saldern, Geschäftsführer Klimawandel und Nachhaltigkeit Services bei Ernst & Young, buchen Unternehmen häufig ihre CO2-Lizenzen mit dem Wert Null in ihre Bilanzen ein, weil sie kostenlos zugeteilt wurden. Aber diese Genehmigungen könnten viel Geld wert sein, wenn sie auf dem freien Markt verkauft würden. Viele Finanzvorstände könnten dadurch hübsche Gewinne einfahren. „Viele Unternehmen scheinen keine Ahnung zu haben, welche potenzielle Profite sie aus ihren Genehmigung schlagen könnten", sagt von Saldern.

Es gibt mehrere Gründe für diesen Erkenntnismangel, sagt der E & Y-Experte. Einer ist, dass die CO2-Lizenzen eines Unternehmens selten von der Finanzabteilung verwaltet werden. Die ist aber für gewöhnlich am besten darauf geeicht, Schwankungen in den Rohstoffpreise zur Gewinnsteigerung einzusetzen. Stattdessen liegt das Management häufig bei einem Ingenieur oder Umweltbeauftragten, deren Anreiz deutlich geringer, Emissionshandel über die reine Absicherung des CO2-Ausstoßes hinaus auch als Gewinnstrategie zu betreiben.

Doch auch die generelle Einstellung spielt eine Rolle. „Häufig sagen mir Führungskräfte des Unternehmens, sie wollen sich nicht an Spekulationen beteiligen. Sie halten einfach an den ihnen zugeteilten Lizenzen fest, um ja keine neue kaufen zu müssen, sollten ihre Kohlendioxid-Emissionen einmal unerwartet steigen“, sagt von Saldern. „Was sie nicht wissen, ist, dass sie im über-hedgt sind –  dafür einen hohen Preis zahlen."

steven.arons[at]finance-magazin.de