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Fuchs Petrolub drängt mit M&A-Deals in den US-Markt

Fuchs Petrolub drängt mit kleineren Zukäufen in den US-Markt.

Der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub setzt auf Wachstum in den Vereinigten Staaten. Die Mannheimer kaufen das US-amerikanische Unternehmen Ultrachem. Der Hersteller von synthetischen Industrieölen hat seinen Sitz im Bundesstaat Delaware. Die Transaktion soll im vierten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden, ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Der M&A-Deal ist überschaubar, Ultrachem erwirtschaftete mit seinen 25 Mitarbeitern zuletzt 15 Millionen Euro. Für Fuchs ist er aber nur der Anfang. Der MDax-Konzern will Ultrachem offenbar als Plattform nutzen, um das Geschäft mit Industrieölen in den USA auszubauen. Fuchs Lubricants erwirtschaftete 2015 etwas mehr als 260 Millionen Euro Umsatz. Wie der Deutsche Mutterkonzern macht auch die US-Tochter ihr Geschäft in erster Linie mit Ölen für Automobilhersteller und die klassische Industrie wie etwa Maschinenbauer.

Fuchs Petrolub legt starke Halbjahreszahlen vor

Ultrachem ist der zweite US-Zukauf von Fuchs Petrolub binnen weniger Wochen. Anfang Mai hatten die Mannheimer bekanntgegeben, dass man das weltweite Geschäft mit Weißölen und Spezialschmierstoffen von dem Energiekonzern Chevron kaufen werde. Rund 85 Prozent seiner 11 Millionen Euro Umsatz machte der Bereich in Nordamerika.

Nur wenige Minuten vor der Ankündigung der Ultrachem-Akquisition hatte Fuchs Petrolub unter der seit Anfang des Jahres amtierenden Finanzchefin Dagmar Steinert starke Halbjahreszahlen vorgelegt. Aufgrund von Zukäufen stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 13 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Fuchs hatte im vergangenen Jahr die Sparte Statoil Fuel & Retail Lubricants des Schmierstoffanbieters Couche Tard übernommen ebenso wie die Deutschen Pentosin-Werke. Auf diese Weise hatten sich die Mannheimer knapp 300 Millionen Euro Umsatz einverleibt. Der Gewinn nach Steuern legte um 6,6 Prozent auf 127 Millionen Euro zu.

Der Zuwachs beim Umsatz kann aber nicht über die weiterhin widrigen Marktbedingungen hinwegtäuschen: Das organische Wachstum lag in den ersten sechs Monaten bei anämischen 3 Prozent.

CFO Dagmar Steinert läuft sich warm

Die kombinierten Meldungen aus den Halbjahreszahlen und Mini-Zukauf erfreuten den Kapitalmarkt dennoch. Die Aktie von Fuchs Petrolub schoss am Montagvormittag um 3,9 Prozent auf 39,20 Euro nach oben – der höchste Stand seit April.

CFO Dagmar Steinert läuft sich somit zunächst mit kleineren Zukäufen bei Fuchs Petrolub warm, kann aber gleichzeitig ordentliche Zahlen vorweisen. Sie hatte die Position von Finanz-Urgestein Alexander Selent übernommen, den FINANCE für sein Lebenswerk zum „CFO des Jahres 2015“ gekürt hatte. Steinert hatte vor ihrer Berufung zur Finanzchefin den Bereich Investor Relations bei Fuchs Petrolub geleitet.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.