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Großumbau bei AT Kearney

Deutschlandchef Martin Eisenhut setzt bei AT Kearney den Rotstift an, investiert aber gleichzeitig in den Aufbau der Restrukturierungsberatung.
AT Kearney

Im derzeit boomenden Markt der Unternehmensberatung hat AT Kearney den Anschluss an viele Konkurrenten verloren. Vor allem die großen Wirtschaftsprüfer – die Big Four – expandieren mit Wucht in verschiedenste Bereiche des Beratungsgeschäfts. Während andere Häuser im Beratungsgeschäft zum Teil mit deutlich zweistelligen Raten zulegen – allen voran Deloitte und PwC – ist bei AT Kearney der Umsatz zuletzt jedoch nur mit einer einstelligen Rate auf rund 200 Millionen Euro gewachsen.

Der neue Deutschlandchef Martin Eisenhut will das Beratungshaus daher nun deutlich umkrempeln. Wie das „Manager Magazin“ zuerst berichtet hat, organisiert sich AT Kearney künftig nach elf Industriebranchen. Nur noch „Operations“ und „Digitales“ bleiben als übergeordnete Geschäftsfelder bestehen. Dies hat auch personelle Konsequenzen: Von vier bis fünf Partnern werde sich AT Kearney in Deutschland trennen, berichtet das Magazin. Bereits bekannt ist, dass der renommierte Automobilfachmann Götz Klink das Beratungshaus in Kürze verlassen wird. 

Martin Eisenhut setzt bei AT Kearney den Rotstift an

Auch bei den sonstigen Kosten setzt Eisenhut den Rotstift an: 7 bis 8 Prozent der Overhead-Kosten will er einsparen, unter anderem durch Standortschließungen. Die Niederlassung in Frankfurt wurde schon dicht gemacht, Stuttgart folgt in Kürze.

Weitere Schließungen sind nach Aussagen eines Firmensprechers aber nicht geplant. Auch personalseitig scheint eine allgemeine Verkleinerung des Beratungshauses damit nicht verbunden zu sein: Laut „Manager Magazin“ will AT Kearney auch in diesem Jahr über 100 neue Berater einstellen. In der Beratungsbranche ist dies üblich, allein schon um die traditionell hohe Fluktuation auf den mittleren Ebenen aufzufangen.

Teil des neuen Zuschnitts ist aber auch eine Wachstumsinitiative: Eisenhut führt AT Kearney auf das Feld der Restrukturierungsberatung, das angesichts der guten Konjunkturlage derzeit eigentlich kein Boomgeschäft ist. AT Kearney aber gründet eine hauseigene Restrukturierungsberatung, die angeschlagenen Unternehmen Chief Restructuring Officers vermitteln soll. AT Kearney hat noch nicht bekanntgegeben, wer diese neue Einheit leiten wird.  

Info

Wie vehement die großen WP-Häuser im Beratungsgeschäft expandieren und wie die klassischen Strategieberatungen dagegen halten – erfahren Sie mehr auf unserer Themenseite Big Four.

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