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Insolvenz in Eigenregie wird beliebter

Bei Solarwatt in Dresden haben die Vorbereitungen auf die Sanierung in Eigenregie bereits begonnen.
Solarwatt

Die Zahl der angeschlagenen Unternehmen, die sich seit dem 1. März für eine Insolvenz in Eigenverwaltung entschieden haben, dürfte sich gegenüber der Zeit vor Inkrafttreten des ESUG (Gesetzes zur Erleichterung der Sanierung von Unternehmen) verdreifacht haben, schätzen Experten. Vor der Reform führte das Instrument ein stiefmütterliches Dasein – nach Angaben des Statistischen Bundesamts kam es 2010 in nur 0,75 Prozent aller Insolvenzfälle zum Zuge. Zuletzt kündigte der Dresdener Modulhersteller Solarwatt vor wenigen Tagen an, eine Sanierung in Eigenverwaltung vorzubereiten.

Durch das ESUG ist das Verfahren nun umgestaltet worden. Das Ziel: Unternehmen sollen früher als bisher aktiv werden und damit – auch im Sinne der Gläubiger – die Chancen einer Sanierung deutlich steigern. Gleichzeitig bietet das Verfahren Unternehmen aber auch den Vorteil, dass das Management während der Sanierung das Zepter in der Hand behält. Anders als früher kann der Richter sich nun nur noch in Ausnahmefällen gegen die Eigenverwaltung sperren.

„Die Insolvenz in Eigenverwaltung wird jetzt immer mehr die Regel“, bilanziert der Sanierungsexperte Robert Buchalik, Partner der Sozietät Buchalik Brömmekamp, der aktuell vier solcher Fälle begleitet und gemeinsam mit Markt und Mittelstand eine Studie zu dem Thema veröffentlicht hat. „Noch befinden wir uns in der Erprobungsphase. Aber das Verfahren wird zunehmend Schule machen.“ Viele Restrukturierungsbanker, die derzeit in einer FINANCE-Umfrage befragt werden, halten sich aber mit einem abschließenden Urteil zurück: Die allermeisten glauben, dass es für eine abschließende Einschätzung noch zu früh ist.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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