Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Transformation Business Transformation Karlie Group sucht Strategie und trennt sich von Geschäftsführer Anton Staals

Karlie Group sucht Strategie und trennt sich von Geschäftsführer Anton Staals

Karlie auf der Suche nach einer neuen Strategie
Karlie

Einer Unternehmensmitteilung zufolge trennen sich Anton Staals und die Karlie Group „in gegenseitigem Einvernehmen“ zum 31. August. Staals sollte als Interims-Manager für die kaufmännischen Bereiche der Karlie Group insbesondere den laufenden Integrationsprozess in der Gruppe begleiten. In diesem Bereich sieht das Unternehmen gute Fortschritte: „Nachdem die Integration in ihren wesentlichen Teilen erfolgreich abgeschlossen ist, hat sich die Karlie Group in Übereinstimmung mit Herrn Staals entschlossen, den Vertrag auslaufen zu lassen“, teilte das Unternehmen mit.

Die gruppenweite Aufgaben im Finanzbereich übernimmt künftig Rainer Uhlhorn. Der 46-Jährige ist seit April 2012 CFO des Gruppenunternehmens Karlie Heimtierbedarf. Zuvor war er als kaufmännischer Geschäftsführer unter anderem für Sanimed und die Rütgers Gruppe tätig.

Karlie erleidet mit Mittelstandsanleihe Schiffbruch

Zuletzt bewies Uhlhorn allerdings am Finanzmarkt kein sehr glückliches Händchen. Mit der Mittelstandsanleihe konnte Karlie statt des geplanten Gesamtvolumens von 30 Millionen Euro nur 5,9 Millionen Euro aufnehmen. Offenbar stießen sich die Investoren auch am geplanten niedrigen Kupon von nur 6,75 Prozent für das von Scope mit BB (stable) bewertete Unternehmen. Dem Rating Report von Scope zufolge hätten allein 8,3 Millionen Euro aus dem Emissionserlös zur Restrukturierung der Passivseite genutzt werden sollen. Karlie wollte Verbindlichkeiten gegenüber Banken sowie Verbindlichkeiten gegenüber den Verkäufern aus den Übernahmen von Flamingo sowie Sharples & Grant zurückführen. Angesichts des niedrigen Erlöses muss die Finanzabteilung nun wohl an alternative Finanzierungsformen denken. Für den PE-Investor Perusa könnte das in der reifen Investitionsphase einen möglichen Exit-Termin zunächst blockieren. Ein Ende der Buy&Build-Strategie scheint jedenfalls allein aus Gründen der Kassenlage eingeläutet.

Die Karlie Group umfasst die deutsche Karlie Heimtierbedarf Gruppe, die 2012 die englische Sharples & Grant Gruppe übernommen hat. Zudem gehört die belgische Flamingo Gruppe zur Unternehmensgruppe. Karlie Heimtierbedarf gehört seit Anfang 2009  zum PE-Investor Perusa, der eine ambitionierte Buy-and-Build-Strategie fährt. „Der Markt ist so fragmentiert, er schreit geradezu danach, konsolidiert zu werden“, kommentierte Karlie-Chefin Angelika Westerwelle kürzlich im Interview bei FINANCE-TV die M&A-Strategie. Nun muss sie ihre Strategie wohl ändern.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de

Newsletter

FINANCE Daily

Mit dem FINANCE Daily erhalten Sie täglich eine redaktionelle Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse in der Finanzwelt direkt in Ihr Postfach.

Jetzt anmelden