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KPMG baut Restructuring weiter aus

KPMG Restructuring: Bereich soll weiter wachsen.
Thinkstock / Getty Images

KPMG Restructuring, der Beratungsarm der bekannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, hat im vergangenen Jahr seine Mannschaft massiv ausgebaut. Nahezu 40 Mitarbeiter auf allen Qualifikationsstufen sind in den Beratungsarm der internationalen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft gestoßen. Ein Beispiel: Stephan Happe, der von FTI Consulting kam.

Die neuen Mitarbeiter verstärken besonders die KPMG-Kompetenz bei der Entwicklung von Restrukturierungsmaßnahmen sowie die Umsetzung von Unternehmenskonzepten („Turnarounds“). „Wir freuen uns, dass wir so viele hochqualifizierte und erfahrene Mitarbeiter am Markt gewinnen konnten“, erklärt Peter Wiegand, Co-Head des Bereichs Restructuring. „Wir haben bei der Auswahl insbesondere darauf geachtet, unser Team durch Mitarbeiter mit Managementerfahrungen zu verstärken“, ergänzt Michael Axhausen, der andere Kopf des Bereichs.

Seit Tammo Andersch, langjähriger Chef des KPMG-Bereichs, im vergangenen Jahr mit rund zehn Mitarbeitern das Haus verlassen und sich selbständig gemacht hat, wird der Bereich von Wiegand und Axhausen geleitet. Beide Co-Heads stehen seit Jahren in Diensten von KPMG.

KPMG will Turnarounds ermöglichen

Mit den Neubesetzungen wächst auch die Angebotspalette des KPMG-Restrukturierungsteams. Bei diesen Mandaten – so versprechen Wiegand und Axhausen – werde man auf „Spezialisten aus unterschiedlichen Bereichen von KPMG zurückgreifen." Sanierungsgutachten sollen zwar auch künftig Schwerpunkt der Arbeit bleiben. Kunden erwarten nach Beobachtungen von KPMG aber verstärkt die Umsetzung der Maßnahmen. „Wir müssen den sich ändernden Anforderungen des Marktes durch eine Verstärkung unserer Managementkompetenz Rechnung tragen“, sagt deshalb Michael Axhausen.

Auch das neue Insolvenzrecht, Stichwort ESUG, ändert die Arbeit der Berater. Bisher sei die Unterstützung von Insolvenzverwaltern ein wichtiges Geschäftsfeld gewesen. Neue ESUG-Instrumente wie das Schutzschirmverfahren böten aber auch neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit mit den Verwaltern. Auch für diesen Spezialbereich habe KPMG sich verstärkt. „Die weitere Entwicklung der Insolvenzberatung beobachten wir aufmerksam“, sagt Peter Wiegand.

Die Entwicklung zeige, dass der Sanierungsgutachter auch ein Sanierungsberater sein muss. „Als solcher sollte er in der Lage sein, die vielfältigen Möglichkeiten abzuwägen, die sich auch einem Unternehmen in der Krise bieten“, sagt Michael Axhausen. Peter Wiegand sieht dort Ansatzpunkte für eine umfassendere Beratung der Mandanten: „Die unterschiedlichen Verfahren bieten auch heute schon die Möglichkeit, Blockaden durch einzelne Beteiligte zu beseitigen. Beispielsweise hat die jüngste Insolvenzrechtsreform die Möglichkeit eröffnet, auch Gesellschaftsanteile in den Insolvenzplan mit einzubeziehen.“ Auf diese Weise könne man verhindern, dass ein Gesellschafter „einen Sanierungsversuch vereitelt“.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.