Newsletter

Abonnements

Neue Führung: Roland Berger organisiert weltweites Team neu

Bemüht sich um sichtbare Internationalität: Roland Berger-CEO Burkhard Schwenker baut sein Führungsteam um.
Roland Berger

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat seinen weltweiten Führungszirkel von fünf auf elf Mitglieder erweitert und neu strukturiert. An der Spitze des „Global Executive Committee“ (GEC) stehen CEO Burkhard Schwenker, CFO Bernd Brunke sowie der neu ernannte COO der Beratung, Charles-Edouard Bouée, der ebenfalls das Asiengeschäft verantwortet. Die drei gehörten bereits der bisherigen Geschäftsführung an, neu ist jedoch, dass dem Trio künftig acht Regionalverantwortliche zur Seite gestellt werden. Sie sollen sich um die zügige operative Umsetzung vor Ort kümmern. Bisher gab es fünf gleichwertige Mitglieder im GEC.

Diese neue Führungsstruktur soll, so will Berger selbst es verstanden wissen, die Internationalisierung der Beratung widerspiegeln und erleichtern. Bei ihrem turnusmäßigen Treffen in Frankfurt am Main haben die rund 250 Partner außerdem sechs neue Partner ernannt – nur einer davon in Deutschland. Die Zeichen stehen demnach, so will das Unternehmen offenbar signalisieren, weiter voll auf Angriff, um auf dem internationalen Parkett Fuß zu fassen. In den vergangenen drei Jahren hat Roland Berger weltweit zwölf neue Büros eröffnet.

Der Beratermarkt ist jedoch hart umkämpft: Die vier großen Wirtschaftsprüfer PwC, Deloitte, Ernst & Young und KPMG rüsten vermehrt ihr Beratungsgeschäft auf und übernehmen kleinere Consultingfirmen.  Die Branchenkonsolidierung ist in vollem Gange. Roland Berger wiederum steckt in einem strategischen Dilemma: für die Weltmarktpräsenz in China ist man im Vergleich mit BCG und McKinsey zu klein, für einen Nischenplayer hingegen zu groß. So lässt sich das zunehmende Bemühen um sichtbare Internationalität als Signal für potenzielle Erwerber deuten.

Neuordnung: Roland Berger bestreitet Zusammenhang zu Übernahmegesprächen

Denn auch um Roland Berger ranken sich seit Monaten Übernahmegerüchte. Die Gespräche mit den drei Kaufinteressenten PwC, Deloitte und Ernst & Young ziehen sich weiter hin. Anfang der Woche hatte Berger-CEO Schwenker, der im Mai auf den Chefposten zurückgekehrt war, in einem Interview entscheidungsreife Konzepte für den Spätherbst angekündigt.

Mit den laufenden Übernahmegesprächen habe die Neuaufstellung der Führungsmannschaft allerdings nichts zu tun, heißt es von Roland Berger. Da bestehe kein Zusammenhang. Der Soloweg ist für die Beratung zwar immer noch eine Option, wie sie immer wieder betont, in den vergangenen Monaten hatten sich jedoch die Anzeichen vermehrt, dass es zu einer Übernahme kommen könnte. Insbesondere Deloitte, dessen erstes Übernahmeangebot die Berger-Partner vor zweieinhalb Jahren noch ausgeschlagen hatten, soll reges Interesse haben. Damals hatte Roland Berger senior noch Geld in die Firma gesteckt. Doch unter den Partnern soll es nach wie vor Widerstand gegen den Deal geben.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

FINANCE Daily Newsletter
Das Wichtigste aus der FINANCE-Welt – täglich direkt in Ihr Postfach.
Jetzt abonnieren »
Jetzt abonnieren »
FINANCE Daily Newsletter