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Outsourcing in der Finanzabteilung: CFO braucht den CIO

Noch nicht gesetzt: CFOs und CIOs zögern beim Thema BPO.
Thinkstock / Getty Images

Das Thema Outsourcing wird für die Chefetage in deutschen Unternehmen immer wichtiger. So stehen bei 96 Prozent der Unternehmen bereits Outsourcing-Maßnahmen auf der Agenda, fördert eine aktuelle Studie von Steria Mummert Consulting zutage. Für die Trendstudie „Erfolgsmodell Outsourcing 2013“ wurden 200 Teilnehmer, darunter IT-Entscheider, Geschäftsführer, Vorstände und CIOs aus Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern, im Februar 2013 befragt.

Für die meisten Studienteilnehmer hat das Thema Auslagerung eine hohe Relevanz – Tendenz steigend. 86 Prozent der Entscheider stuften das Thema als wichtig ein. Zum Vergleich: 2011 fanden das Thema erst 78 Prozent wichtig. Erstaunlich ist, dass trotz der großen Bedeutung mehr als die Hälfte der Entscheider angaben, dass sie ihre Outsourcing-Möglichkeiten nur mittelmäßig oder gar nicht ausschöpfen würden.

Finanzchefs halten sich zurück

Ähnlich zurückhaltend sind auch CFOs bei der Auslagerung von Prozessen aus der Finanzabteilung. Das zeigt eine Befragung zum Thema Business Process Outsourcing (BPO) von 190 Finanzchefs aus deutschen Unternehmen durch  FINANCE-Research und Hewlett Packard im Frühjahr 2013. Unter den 200 Teilnehmern der Mummert Consulting Studie waren hingegen nur 4 Prozent CFOs. Bei den von FINANCE befragten CFOs gaben nur 23 Prozent an, dass sie bereits Bereiche aus der Finanzabteilung ausgelagert haben. Immerhin: In drei Jahren können sich dies bereits 34 Prozent vorstellen; ein Indikator dafür, dass auch das Thema BPO in der Finanzabteilung zunehmend ankommt.

Größtes Hindernis bei Auslagerungen ist laut der Trendstudie von Mummert Consulting die Datensicherheit. Aus Sorge um Datenschutzprobleme lehnen daher 76 Prozent der Studienteilnehmer eine Auslagerung ins benachbarte Ausland (Nearshoring) oder nach Übersee (Offshoring) ganz ab.

Konsequenterweise ist die Datensicherheit für 64 Prozent der Befragten daher die wichtigste Anforderung an ein Outsourcing. Je größer das Unternehmen, umso geringer sind laut Studie jedoch die Bedenken bei der Auslagerung beim Nearshoring sowie beim Offshoring. Doch haben die größten befragten Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern die größten Bedenken beim Datenschutz.

Kontrollverlust in der Finanzabteilung

Bei den befragten CFOs der FINANCE-Studie spielt das Thema Sicherheit eine vergleichsweise geringe Rolle. Hier gaben insgesamt 18 Prozent Sicherheitsrisiken als Hindernis für die Auslagerung an, wobei darunter nur sechs Prozent der Teilnehmer Sicherheitsrisiken als Hindernis mit oberster Priorität einstuften. Das größte Hindernis ist für jeweils rund Zweidrittel der Finanzchefs ein befürchteter Verlust von Know-how sowie von Kontrolle. Stefan Brunn, Leiter Finanzen bei Georgsmarienhütte, bringt es auf den Punkt: „Ich kann mir eine weitreichende Auslagerung nicht vorstellen, weil sich die Prozesse dann ja meinem Zugriff entziehen würden“, sagt Brunn in einem vertiefenden Gespräch über die Ergebnisse der Befragung.

Daher lagern die befragten CFOs in erster Linie leicht automatisierbare und standardisierbare Prozesse wie Forderungsmanagement, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung aus oder halten diese Bereiche für besonders geeignet. Kernkompetenzen wie Reporting, Finanzierungsstrategie oder Risikomanagement wollen die Finanzvorstände daher lieber nicht aus dem Haus geben. Auch wenn beide Studien nicht eins zu eins vergleichbar sind, zeigen sie aber doch, wie wichtig ein Perspektivwechsel sein kann. Finanzchefs sollten sich nicht zu sehr auf den möglichen Verlust von Know-how und Kontrolle beschränken, sondern das Thema Datenschutz stärker im Blick haben. CFOs tun daher gut daran den CIO mit ins Boot zu holen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

Info

Die FINANCE BPO-Studie

Die Studie „BPO in der Finanzabteilung – Unvorstellbar oder unumgänglich?“ mit ausführlichen Befragungsergebnissen sowie vertiefenden Interviews u.a. mit Bernd Hirsch (CFO, Symrise), Thomas Spitzenpfeil (CFO, Carl Zeiss) und Stefan Brunn (Leiter Finanzen, Georgsmarienhütte) können Sie hier bestellen.

Info

Die BPO-Roundtables

Wenn auch Sie sich gerade im Beobachtungsmodus befinden, konkrete BPO-Pläne verfolgen oder bereits Erfahrungen gesammelt haben, dann diskutieren Sie mit uns.

FINANCE unterstützt von Hewlett-Packard veranstaltet insgesamt drei Roundtables zum Thema PBO. Am 4. und 11. Juli tauschten sich unter anderem bereits Mitarbeiter von Fresenius Kabi, Carls Zeiss und Krauss-Maffei über ihre Einstellungen und Erfahrungen mit der Auslagerung von Finanzfunktionen aus.

Am 12. September 2013 in Düsseldorf

haben Sie die letzte Möglichkeit im exklusiven Teilnehmerkreis – der Roundtable ist eine geschlossene Veranstaltung für Finanzentscheider – zum Erfahrungsaustausch.
Melden Sie sich hier kostenlos zum BPO-Roundtable an.

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