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Outsourcing wird zum CFO-Thema

Noch herrscht Skepsis - aber viele CFOs beobachten die Entwicklungen in der BPO-Industrie aufmerksam.
Thinkstock / Getty Images

Bislang beschäftigen CFOs in deutschen Unternehmen noch wenig mit dem Thema Business Process Outsourcing (BPO). Das dürfte sich in den kommenden Jahren ändern, wie die aktuelle Studie „BPO in der Finanzabteilung – Unvorstellbar oder unumgänglich?“ zeigt, für die FINANCE gemeinsam mit Hewlett-Packard im Frühjahr 2013 rund 190 Finanzentscheider aus deutschen Unternehmen befragt hat. Exklusiv vorgestellt und diskutiert wird die Studie auf mehreren FINANCE Roundtables in Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf.

Hat derzeit nicht einmal jeder vierte CFO auch nur Teilprozesse in der Finanzabteilung ausgelagert, kann sich mehr als jeder dritte vorstellen, innerhalb der nächsten drei Jahre einzelne Bereiche der Finanzabteilung an einen externen Dienstleister zu übertragen. Bedenkt man den Zeitvorlauf, den solch ein Outsourcingprojekt benötigt, heißt dies, dass viele CFOs in naher Zukunft mit der konkreten Planung beginnen müssen.

Dabei sind es in erster Linie leicht automatisierbare und standardisierbare Prozesse wie Forderungsmanagement, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, die sich aus Sicht der Studienteilnehmer besonders für das Outsourcing anbieten. Bei Themen, die die Kernkompetenzen des CFOs berühren oder besonders sensibel sind, sind Zurückhaltung und Skepsis der Finanzchefs  dagegen deutlich größer: So kommt die Auslagerung der Bereiche Reporting, Finanzierungsstrategie oder Risikomanagement für die meisten Finanzentscheider auch in Zukunft nicht in Betracht.

CFOs suchen Sicherheit

In erster Linie ist es ein – nicht zuletzt durch die Eurokrise getriebenes – ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis, dass den CFO vor solchen Schritten zurückschrecken lässt und auch zu einer generell skeptischen Grundhaltung hinsichtlich des Themas BPO  führt: Rund zwei Drittel fürchten, wichtiges Know-how zu verlieren, wenn sie einem externen Dienstleister Finanzprozesse übertragen. Fast genauso groß ist den Angaben der Teilnehmer zufolge die Angst vor Kontrollverlust durch Business Process Outsourcing. Stefan Brunn, Leiter Finanzen bei Georgsmarienhütte, bringt es auf den Punkt: „Ich kann mir eine weitreichende Auslagerung nicht vorstellen, weil sich die Prozesse dann ja meinem Zugriff entziehen würden.“

Aber auch negative Erfahrungen mit dem Outsourcing in anderen Bereichen stützen derzeit noch die Zurückhaltung vieler CFOs gegenüber BPO. Viele Finanzchefs haben in den vergangenen Jahren gescheiterte Versuche zur Auslagerung der IT beobachtet oder, wie Thomas Spitzenpfeil von Carl Zeiss, selbst erlebt. „Wir haben vor zehn Jahren Teile der IT ausgelagert und holen die Kernprozesse jetzt aber wieder zurück. Da hat vieles einfach nicht so funktioniert, wie man sich das anfangs vorgestellt hat“, sagt der CFO rückblickend.

Ähnliches weiß auch Symrise-CFO Bernd Hirsch zu berichten. Hirsch hat daher auch noch einen weiteren Grund für die Zurückhaltung vieler Kollegen ausgemacht: „Viele BPO-Dienstleister kommen aus der IT und werden noch gar nicht als BPO-Anbieter wahrgenommen.“ Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern, meint Hirsch: „Ich glaube durchaus, dass viele CFOs gerade im Beobachtungsmodus sind und abwarten, wie sich die Industrie entwickelt.“

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

Info

Die Studie

Die Studie „BPO in der Finanzabteilung – Unvorstellbar oder unumgänglich?“ mit ausführlichen Befragungsergebnissen sowie vertiefenden Interviews u.a. mit Bernd Hirsch (CFO, Symrise), Thomas Spitzenpfeil (CFO, Carl Zeiss) und Stefan Brunn (Leiter Finanzen, Georgsmarienhütte) können Sie hier bestellen.

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Die BPO-Roundtables

Wenn auch Sie sich gerade im Beobachtungsmodus befinden, konkrete BPO-Pläne verfolgen oder bereits Erfahrungen gesammelt haben, dann diskutieren Sie mit uns: Führt für eine effiziente Organisation der Finanzabteilung bald kein Weg mehr an BPO vorbei? Wie CFOs zu dieser Frage stehen und welche Erfahrungen sie bereits mit der Auslagerung von Finanzfunktionen gemacht haben, ist Thema von drei Roundtables, die FINANCE, unterstützt von Hewlett-Packard, veranstaltet. Im exklusiven Teilnehmerkreis – der Roundtable ist eine geschlossene Veranstaltung für Finanzentscheider – laden wir Sie zu folgenden Terminen zum Erfahrungsaustausch ein:

4. Juli 2013 in Frankfurt am Main
11. Juli 2013 in Stuttgart
12. September 2013 in Düsseldorf

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