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Private Equity: Der 840-Milliarden-Wahnsinn und seine Folgen

Die Superhelden der Private-Equity-Branche haben mehr Geld zur Verfügung als sie ausgeben können.
Arndt Benedikt

Um wenige Unternehmen wurde so lange gezerrt wie um Stada. Zuerst hatte der Pharmakonzern aus Bad Vilbel das Interesse der aktivistischen Investoren von AOC – übrigens ehemalige Private-Equity-Manager von Triton – geweckt. Dann stand vor einem knappen Jahr die Übernahme durch den Investor CVC im Raum. Einige Monate und viele Wirrungen später übernehmen jetzt mit Cinven und Bain Capital tatsächlich zwei Private-Equity-Investoren den Konzern für sage und schreibe 5,3 Milliarden Euro.

Ganz von ungefähr kommt die Übernahme durch die Finanzinvestoren nicht. Die Branche hat weltweit 840 Milliarden US-Dollar zu Verfügung und steht unter Anlagedruck. Über die Frage, ob wir schon wieder einen Hype wie 2006/07 sehen, gehen die Meinungen auseinander. Nicht aber darüber, dass Private Equity mächtig im Kommen ist.

Die Titelgeschichte der neuen Ausgabe von FINANCE zeigt, dass sich die PE-Investoren zunehmend komplexeren Fällen zuwenden müssen, um die von ihnen geforderten Renditen zu erwirtschaften. Gleichzeitig ist eine gewisse Demut in Verkaufsverhandlungen mit Konzern-CFOs gefragt, die nicht jedem Private-Equity-Überflieger leichtfällt. Doch eine Tour durch die Branche zeigt auch, dass sich bei den PE-Häusern eine neue Managerriege etabliert hat, die nicht mehr dem klassischen Typus des Alphatiers entspricht.

Wollen sie einen Konzernteil kaufen, starten diese PE-Investoren gerne Charmeoffensiven beim Top-Management des abgebenden Konzerns. Wird ihr Unternehmen aber selbst zum Target, müssen CFOs Private Equity fürchten. Die Erfahrung lehrt, dass der überwiegende Teil der Finanzmanager nach der Übernahme ausgetauscht wird.

Deutsche Bank und Oddo BHF im Umbruch

Über frisches Kapital, wenn auch nicht ganz in der Größenordnung der PE-Branche, darf sich auch die Deutsche Bank freuen. Deutschlands größtem Geldhaus ist Anfang April eine Kapitalerhöhung über 8 Milliarden Euro gelungen. Wer die Manager hinter dem Deal waren und welche Überlegungen sie angestellt haben, erfahren Sie in der neuen FINANCE.

Bilanziell gestärkt, will die Deutsche Bank nun vor allem im deutschen Firmenkundengeschäft durchstarten. Ähnliche Pläne, wenn auch auf deutlich kleinerer Flamme, hat die BHF-Bank. Das Geldhaus, das vor einem Jahr von dem französische Bankier Philipp Oddo vollständig übernommen wurde, will bald wieder viel offensiver als zuletzt um Firmenkunden werben. Für diese Mission tritt in diesen Tagen Markus Beumer an, ehemaliger Firmenkundenchef und gefallener Kronprinz der Commerzbank. Sein Weg wird kein leichter sein: Er soll Oddo BHF im deutschen Mittelstand verankern, allerdings ohne nennenswertes Kreditbuch.

Die Gehälter des Dax-CFOs

Wie Beumer muss auch Simone Menne in ihrer neuen Rolle einiges leisten. Ihr Arbeitgeber Boehringer Ingelheim setzt gerade einen milliardenschweren Asset-Tausch mit Sanofi um. Im FINANCE-Interview gibt die Finanzmanagerin Einblicke in den Mega-Deal, in dessen Integration und auch in ihre persönlichen Zukunftspläne. „Ich wurde an Bord geholt, um ein gewisses Kapitalmarktdenken in die Firma zu bringen“, sagte sie im FINANCE-Interview. Ob das auf einen Börsengang von Boehringer hinausläuft oder auf ein größeres Corporate-Bond-Programm, lesen Sie in unserem großen CFO-Interview mit Simone Menne.

In den Gehälterlisten der Dax-Finanzchefs taucht die Ex-Lufthansa-CFO Menne nicht mehr auf. Dafür fallen in der Analyse der Managervergütung, die der Personalberater HKP exklusiv für FINANCE erstellt hat, zahlreiche andere CFOs auf. Topverdiener ist dieses Mal Gregor Pottmeyer von der Deutschen Börse.

Money, Money, Money: Welche alternativen Finanzierungen laufen

Money, Money, Money – über zu wenig Geld können sich CFOs sicher nicht beklagen. Das zeigt auch der FINANCE-Schwerpunkt Alternative Finanzierung. Ähnlich wie bei Private Equity strömt gerade sehr viel Geld in die Anlageklasse Private Debt. Die Debt-Fonds etablieren sich inzwischen als alternative Kreditgeber in der Akquisitionsfinanzierung. Aber können CFOs sie auch bei herkömmlichen Finanzierungen nutzen? Hier die kurze Antwort: Manchmal schon.

Ein weiteres Schwerpunktthema: Fintechs drängen in die Lieferantenfinanzierung. Aber wann lohnt es sich, mit einem Start-up zusammenzuarbeiten? Außerdem wächst Factoring in Deutschland weiter. Doch der Kampf um die Kunden ist brutal. CFOs können den Wettbewerb nutzen und günstige Konditionen aushandeln.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.