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Transformatorischer M&A-Deal: Alno kauft Schweizer Marktführer AFG

Alno kauft Schweizer Marktführer AFG.

Alno strebt mit Macht aus der Krise: Nach Jahren der Restrukturierung übernimmt der Küchenbauer Alno den Schweizer Marktführer AFG Küchen. Die vollständige Übernahme und das operative Geschäft von AFG werde durch Kredite von Schweizer Banken und die Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung finanziert, teilte der Konzern in einer Pressemitteilung mit. „Damit können wir auf einer soliden finanziellen Basis aufbauen", betont Alno-CFO Ipek Demirtas. Zum Kaufpreis will sich Alno nicht äußern.

Mit der Übernahme will Alno sich international besser positionieren und unabhängiger vom wettbewerbsintensiven deutschen Markt werden. Zuletzt teilte Alno mit, auch das Geschäft mit den Emerging Markets steigern zu wollen – vor allem in China. Wie Alno auf Nachfrage mitteilte, kommt dabei insbesondere die AFG-Marke Forster Schweizer Stahlküchen in Frage, deren Konzept vor allem für das feuchttropische Klima asiatischer Länder geeignet ist. Laut Unternehmen wird der Auslandsanteil am Gesamtumsatz so von 29 auf 40 Prozent steigen.  Außerdem rechnet der Küchenbauer mit Synergiepotentialen von 15 bis 20 Millionen Euro ab 2015. Alno übernimmt ein Unternehmen mit 500 Mitarbeitern und einem geschätzen Umsatz von 140 Millionen Euro für 2013.

Alno: Kapitalerhöhung und Mittelstandsanleihe

Der Alno AG Konzern erzielte 2012 mit 1.800 Mitarbeitern einen Umsatz von 446 Millionen Euro. Die Jahre seit 2007 standen unter dem Zeichen der Restrukturierung: Der Konzern befand sich mit dem Rücken zur Wand und hangelte sich von Finanzierung zu Finanzierung. Im Juli 2012 legte das Unternehmen ein neues Kapital- und Finanzierungskonzept vor und startete nach einem Schuldenschnitt der Banken an, praktisch vollständig entschuldet zu sein.  Die vorgesehene Kapitalerhöhung brachte Alno einen Bruttoemissionserlös von 46,2 Millionen Euro ein. Im April 2013 platzierte das Unternehmen eine Mittelstandsanleihe im Wert von 45 Millionen Euro, im September schloss es einen Factoringvertrag mit einem Erlös von 7 Millionen Euro ab. Aktuell steht die Anleihe bei 82,05 Prozent. Seine Ertragsschwäche hat der Konzern indes noch nicht überwunden.

Den Kauf von AFG Küchen sieht Alno als wichtigen Schritt für ein Comeback: „Wir haben nach unserer Restrukturierung im vergangenen Jahr nun wieder die Kraft, unsere Zukunft und unser Wachstum aktiv zu gestalten", sagt CFO Demirtas.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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