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Turnaround-Programm von Air Berlin gerät in Turbulenzen

Bald abgeschafft? Air Berlin will die Flotte kürzen, um Kosten zu sparen.
Air Berlin

Realität bei AirBerlin: CFO Ulf Hüttmeyer und CEO Wolfgang Prock-Schauer präsentieren Minuszahlen mit einem Lächeln. Ein Umsatzrückgang von 2 Prozent  gegenüber dem Vorjahresquartal wird als positiv bewertet. Schließlich sei die Kapazität im gleichen Zeitraum um 8 Prozent reduziert worden.

Seit Anfang des Jahres – und seit der Ankunft von Prock-Schauer – hat sich Air Berlin eine drastische Diät verordnet. Bis Ende 2014 soll damit ein zusätzlicher Ebit-Beitrag von 400 Millionen Euro realisiert werden. Das sind fast 10 Prozent des Umsatzes von rund 4,3 Milliarden Euro in 2012. Unter anderem soll dafür die Belegschaft um fast 7 Prozent und die Zahl der Flugzeuge um rund 8 Prozent gekappt werden. In den Worten von Air Berlin: Die Fluggesellschaft will „lean & smart“ werden, wie es in der Ankündigung des Sanierungsprogramms „Turbine 2013“ heißt.

Für Air Berlin ist der Turnaround weit weg

Leider hakt es bislang mit der Umsetzung von Turbine 2013. Anders als geplant, unterschreitet das Betriebsergebnis weiterhin den Wert des Vorjahreszeitraums, das Eigenkapital ist mit nunmehr -116 Millionen Euro tief in den Negativbereich gesunken. Prock-Schauer verweist auf ein „schwieriges wirtschaftliches Umfeld“ und eine „verschärfte Konkurrenzsituation“. Ein schneller Turnaround, wie ursprünglich vom neuen CEO erhofft, ist erst einmal in die Ferne gerückt.

Dennoch hat die Führungsriege von Air Berlin die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Im dritten Quartal würden die Turbine-Effekte endlich voll durchschlagen und so doch noch der bis Ende 2013 angepeilte Ebit-Beitrag von 200 Millionen Euro erreicht werden. Um das zu erreichen, will der CEO zusammen mit seinem CFO nun über die in Turbine angekündigten Maßnahmen hinaus noch weitere Streichungen vornehmen.

Ob Prock-Schauer damit ans Ziel kommt, ist fraglich. Schon jetzt gesteht der Vorstand ein, dass die Erreichung der Turbine-Ziele „zunehmend anspruchsvoller“ geworden sei. Das könnte die Grundlage für eine weitere Ankündigung an die Investoren im späteren Verlauf des Jahres sein. Die Saat des Zweifels ist zumindest schon gesät.

steven.arons[at]finance-magazin.de