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Unilever-CFO setzt auf externe Expertise

Unilever-Deutschlandzentrale am Hamburger Strandkai.
Trox

Das Outsourcing von Geschäftsprozessen – auch in der Finanzabteilung – gewinnt für CFOs angesichts eines steigenden Kosten- und Wettbewerbsdrucks in vielen Branchen an Bedeutung. Vor allem Multinationals haben diesen Trend inzwischen aufgegriffen. Der niederländisch-britische Konzern Unilever beispielsweise hat bereits im Jahr 2005 Finanz- und Buchhaltungsprozesse an den französischen Beratungs- und IT-Dienstleister Capgemini ausgelagert. Nun gab der Konsumgütergigant bekannt, den Outsourcing-Kontrakt mit Capgemini um weitere fünf Jahre zu verlängern. Capgemini zufolge hat der Vertrag ein Volumen von über 100 Millionen Euro und beinhaltet Record-to-Report-Operations für die Aktivitäten von Unilever auf der südlichen Erdhalbkugel, weltweite Intercompany-Prozesse sowie die globale Zugriffssteuerung auf Systeme und das Reporting und Monitoring.

Für DAX-Konzerne ist die Auslagerung von Geschäftsprozessen vor allem in Shared Service Center ein Thema – ein komplettes Outsourcing an externe Dritte wird hierzulande noch gescheut. So will der Pharma- und Chemiekonzern Merck beispielsweise ab 2013 Verwaltungsfunktionen nach Osteuropa verlagern. Und der Energieriese Eon plant, durch die Verlagerung der Bereiche Personal und Rechnungswesen nach Rumänien, Kostensynergien zu heben und Prozesse zu standardisieren und zu verbessern.

CFOs müssen Prozessqualität beim Outsourcing überwachen

Generell gilt, dass Outsourcing in der Finanzabteilung umso mehr Sinn ergibt, je größer und komplexer das Unternehmen ist. Vor allem beim Accounting und Controlling aber auch im HR-Bereich kann Outsourcing ein enormes Potential freisetzen. Dabei sind klassische Kostengründe oftmals nicht einmal das Hauptmotiv für Outsourcing, sondern qualitative Aspekte. „Die Qualität muss im Mittelpunkt stehen. Kosten kommen erst an zweiter oder dritter Stelle“, bestätigt E&Y-Berater Gerd Stürz im Interview mit FINANCE-TV zum Thema Outsourcing in der Finanzabteilung. In aller Regel bringt das Bündeln von Aktivitäten – sei es in einem ersten Schritt über Shared Service Centers oder in einem zweiten über Outsourcing an externe Dienstleister – deutliche Fortschritte bei der Prozessqualität und der -effizienz. Das ist bei Unilever nicht anders. Mit dem Outsourcing will der Konzern vor allem die Prozesse in der Finanzabteilung harmonisieren und die Produktivität steigern.

Stütz zufolge ist Outsourcing aber kein Selbstläufer, entsprechende Projekte müssten langfristig angegangen werden und sollten nicht unter der Maxime kurzfristiger Kostenoptimierungen stehen. Ganz wichtig sei zudem der Abgleich der Strukturen von Shared Service Centern mit denen des eigenen Unternehmens. Außerdem komme es darauf an, die eigenen Mitarbeiter mit ins Boot holen. „Kommunikation ist einer der kritischsten Erfolgsfaktoren beim Outsourcing“, betont Stürz.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de

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