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Urteil über Japan: Fitch stuft Panasonic und Sony herab

Panasonic CFO Hideaki Kawai und sein Kollege Masaru Kato von Sony stehen vor heftigen Kürzungen.
getty

Die Ratingagentur Fitch nimmt kein Blatt vor dem Mund: „Verlust der technologischen Führungsrolle“ und „geschwächte Wettbewerbsfähigkeit im Kerngeschäft“ sind die Hauptgründe für die parallele Herabstufung von zwei der bekanntesten Unternehmen Japans. Während Panasonic zwei Notches verlor, büßte Sony sogar drei ein. Beide Firmen befinden sich nun im Ramsch-Bereich, und beide verzeichneten im vergangenen Jahr atemberaubende Verluste, die in der japanischen Unternehmergeschichte beispiellos sind. Panasonic verlor 7,5 Milliarden Euro und Sony 2,4 Milliarden Euro.

Sonys Halbjahresergebnisse, die CFO Masaru Kato Anfang November präsentierte, waren wieder einmal verheerend. Das Betriebsergebnis lag 3,8 Prozent unter der Vorjahresperiode und die Umsatzprognose für das Gesamtjahr wurde um drei Prozent gekürzt. Es verblieben magere 20 Milliarden Yen (rund 190 Millionen Euro) an erwarteten Umsätzen. Beide Unternehmen haben große Restrukturierungsprogramme aufgelegt, um die Talfahrt aufzuhalten.

Die wesentlichen Aspekte bestehen in Stellenstreichungen und der Konzentration von Produktionsanlagen. Der Effekt ist dennoch zu gering. Panasonic-CFO Hideaki Kawai teilte der Nachrichtenagentur Reuters vor kurzem mit, dass bis Ende März 10.000 weitere Jobs  gestrichen werden sollen – zusätzlich zu den 36.000 von ursprünglich 330.000 Mitarbeitern, die bereits im vergangenen Geschäftsjahr gehen mussten.

Herabstufung von Panasonic und Sony: eine Anklage Japans

Die heutige Rating-Maßnahme ist nicht nur ein herber Schlag für die beiden Technologiegiganten. Vor allem ist sie eine Anklage gegen Japan. Nach dem verheerenden Tsunami im vergangenen Jahr und überfluteten Produktionsstätten in Thailand ist Japans wirtschaftliche Erholung allenfalls stagnierend gewesen.

Noch bedrohlicher ist die Tatsache, dass der Niedergang von Panasonic und Sony mit dem Verlust von Japans Technologieführerschaft einhergeht. Beide Firmen wurden von Konkurrenz aus Südkorea an den Rand gedrängt, insbesondere von Samsung. „Panasonic wird weiterhin an […] fortschreitendem Preiswettbewerb durch Firmen aus Übersee leiden, der vom hohen Wert des Yen nicht gehemmt wird“, prognostiziert Fitch – eine Analyse, die so auch auf Sony zutrifft.

Eine Kehrtwende ist bei Panasonic oder Sony so unwahrscheinlich wie bei Japan. In der Tat hat Japans Rating, ebenso wie die Ratings seiner beiden Unternehmensriesen, in diesem Jahr eine Reihe von Herabstufungen erlitten. Der Ausblick für all diese Ratings ist negativ. Als Kommentar zur verpfuschten Markteinführung von Sonys Spielkonsole PlayStation Vita Anfang des Jahres sagte CFO Masuro Kato etwas zögerlich: „Wir denken nicht, dass wir irgendwelche Probleme haben.“ Mittlerweile dürfte er seine Meinung geändert haben.

steven.arons[at]finance-magazin.de 

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