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Zombies, Insolvenzen und andere Schrecken

Unsere Titelgeschichte: Zombies und Co. – was rollt da auf die deutsche Wirtschaft zu?
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Es ist so ein Ding mit den Zombieunternehmen. Diese hochverschuldeten Firmen, deren Geschäftsmodell obsolet ist und die nur noch von den Kreditgebern am Leben erhalten werden, entstanden massenhaft im Japan der 90er Jahre. Auch in Deutschland war immer mal die Rede von ihnen – oft mehr als Schreckensbild denn als reales Phänomen. Die Konjunktur der vergangenen Jahre war einfach zu gut.

Mit Corona hat sich das schlagartig geändert: Über Nacht sind viele Unternehmen zu Zombies mutiert. Nun werden die Firmen ohne Geschäftsmodell von Kreditgebern und Staatsgeldern am Leben erhalten. Kann das gutgehen? Bei der Meinungsbildung muss man wohl unterscheiden zwischen denjenigen, die wie Tui, Lufthansa und diverse Airports nur temporäre Zombies sind. Deren Geschäfte dürften sich schnell wiederbeleben, sobald die Pandemie gebannt ist – wenngleich womöglich auf niedrigerem Niveau.

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die nicht durch Impfstoff und Co. auf Reanimation hoffen dürfen. Besonders im Jahr der Bundestagswahl besteht die Gefahr, dass aus diesem Kreis einige künstlich am Leben gehalten werden, die eigentlich die Pforten schließen sollten. Dies hätte schwere Folgen für deren Wettbewerber, die solider gewirtschaftet haben. Manche Marktbeobachter glauben deshalb, dass gar nicht so viele Firmenpleiten kommen, wie einige Banker befürchten. Mehr Antworten auf diese drängenden Fragen finden Sie in der Titelgeschichte der neuen Ausgabe von FINANCE, die sie heute bereits als E-Paper downloaden können.

Douglas vor Kapitalerhöhung?

Durch den anhaltenden Lockdown ganz besonders angeschlagen ist der stationäre Handel, speziell im Mode- und Parfümeriegeschäft. Oft ist der E-Commerce-Arm dieser Firmen noch nicht stark genug, um das wegbrechende Geschäft in den Filialen ausgleichen zu können.

Die neue FINANCE hält gleich drei spannende Unternehmensgeschichten dieser Art bereit. Eine davon dreht sich um den finanziellen Überlebenskampf der hochverschuldeten Parfümeriekette Douglas. Hier wird sich Alexander Dibelius, ehemaliger Goldman-Sachs-Manager und Deutschlandchef des Eigentümers CVC, früher oder später bewegen müssen, um das Unternehmen finanziell zu stabilisieren. Wir denken: eher früher.

Anders ist die Lage bei Esprit. Der Modehändler hat schon ein Schutzschirmverfahren hinter sich gebracht und vollzieht gerade eine Kehrtwende, um sich geschäftlich wieder auf Asien zu konzentrieren. Das deutsche Management steht währenddessen vor dem Absprung. Kann das alles gutgehen? Zweifel sind angebracht.

Ziemlich nebulös ist gleichzeitig die Situation bei Metro. Der Großhändler ist durch Corona angeschlagen, weil wichtige Kundengruppen wie Hotels, Restaurants und Caterer weitflächig ausfallen. Der Aktienkurs der Düsseldorfer hat sich zuletzt etwas erholt, eine Erfolgsgeschichte ist die Abspaltung des Großhandels von der Konsumelektronik („Ceconomy“) aber keineswegs. Und was will Großaktionär Daniel Kretinsky mit seinen Anteilen? Dieser Frage gehen wir in der neuen Ausgabe nach.

Januar/Februar 2021

Apocalypse now

Insolvenzwelle und Zombies: Wie schlimm wird es wirklich?
 

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M&A: Ist Licht am Ende des Tunnels?

Gelitten unter der Pandemie hat im vergangenen Jahr auch der M&A-Markt. Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels – und nicht nur, wen man den notorisch optimistischen Beratern glaubt („die Pipeline ist voll“). Welche Faktoren dafür sprechen, zeigt unserer Schwerpunkt M&A. Darin auch eines der Highlights der neuen Ausgabe, nämlich die jährliche Auswertung der Midmarket Buy-outs. So viel sei verraten: Präsentierte sich der Markt für mittelständische Private-Equity-Deals vor einem Jahr ziemlich überhitzt, hat Corona ihm eine kalte Dusche verpasst. Womöglich eine gesunde Entwicklung?

Dazu passt, dass auch Banken bei Akquisitionsfinanzierungen nicht mehr alles mitmachen, wofür sie vor Jahresfrist noch zu haben gewesen sind. Akquisitionen könnten häufiger in eigenen Aktien bezahlt werden, meint Mert Yilmaz, Finanzierungsspezialist bei ING, im Interview. Aber dennoch müssen sich Unternehmen keine Sorgen machen: Bei guten Deals zeigen sich die Banken noch offen genug – und zur Not sind auch Debt-Fonds oder die Bondmärkte zur Stelle.

SF Digital Week im Rückblick

Gerade Finanzierungen waren zentrales Thema der letztjährigen Structured FINANCE. Aufgrund der Pandemie konnte sie nur als „Digital Week“ stattfinden. Die Organisation und Vorbereitung der SF hat unser Eventteam und auch uns Redakteure ganz schön auf Trab gehalten. Zum Glück hat sich der Aufwand gelohnt, und wir konnten CFOs und Treasurern im Krisenjahr eine exzellente Austauschplattform bieten. Das neue Magazin bietet einen Rückblick auf die Highlights der Veranstaltung und gibt Einblicke in das „Making of“. Viele spannende Workshops und Fachbeiträge zu dem Großevent können Sie auch jetzt noch im SF Content Hub begutachten.

Eines der Glanzlichter war dabei sicher die alljährliche Wahl des CFO des Jahres – dieses Mal nicht auf der ganz großen Bühne im Rahmen einer Galaveranstaltung, sondern live aus dem SF-Studio. 2020 bekam Matthias Zieschang von Fraport den FINANCE-Award. Der erlebte mit Corona im vergangenen Frühjahr seine dunkelste Stunde. Aber nach überstandenem Schock auch eine glanzvolle auf der SFDW, denn er kämpfte sich mit seinem Finanzteam vortrefflich und ohne Staatshilfe durch die Pandemie – nur eine der vielen schönen Geschichten, die Corona ebenfalls schrieb und schreibt.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Info

Wer noch Automobilzulieferer finanziert, warum CFO und CEO Partners in Crime sein können und was Bosch im Green Controlling unternimmt – das alles erfahren Sie in der neuen FINANCE, die heute schon als E-Paper erhältlich ist.

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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