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Air Berlin stottert Staatshilfe ab

Gute Nachrichten für den Bund: Anders als erwartet ist Air Berlin vielleicht doch in der Lage, den kompletten Hilfskredit der KfW zurückzuzahlen.
Institut Eisenberg / Air Berlin

Die Steuerzahler werden offenbar auf einem geringeren Teil der Air-Berlin-Forderungen sitzenbleiben als zunächst befürchtet. Nach Aussage des Insolvenzverwalters von Air Berlin, Lucas Flöther, sind inzwischen 98 Millionen des 150 Millionen Euro schweren Hilfskredits zurückgezahlt worden. Den Kredit hatte die KfW auf Geheiß des Bundes im August 2017 an Air Berlin vergeben, um den Zusammenbruch des Flugbetriebs zu verhindern. In den zurückliegenden Monaten sind noch einmal mehr als 20 Millionen Euro zurückgeflossen. „Im August waren es erst 75 Millionen Euro“, sagte Flöther gegenüber der „Bild“-Zeitung. 

PwC prüft Haftungsansprüche gegen Ex-Manager

Der Insolvenzspezialist zeigt sich sogar optimistisch, dass die KfW am Ende ihre kompletten Ausstände in Höhe von 150 Millionen Euro zurückbekommen könnte, wenn auch ohne Zinsen. Dies hatte nach einem ersten Kassensturz im Nachgang des Insolvenzantrags noch anders ausgesehen. Als Grund für die verbesserten Aussichten nennt Flöther „Sicherheiten und Zahlungsansprüche, die vorher nicht bekannt waren und die wir nun nach und nach zur Masse ziehen“.

Außerdem lässt er die WP-Gesellschaft PwC mögliche Haftungsansprüche gegen frühere Vorstände und Aufsichtsräte der Fluggesellschaft prüfen. PwC untersucht Vorgänge, die bis ins Jahr 2007 zurückreichen. Finden die Prüfer Hinweise auf Fehlverhalten, könnten eventuelle Regresszahlungen die Insolvenzmasse weiter auffüllen. 

Lucas Flöther zieht gegen Etihad zu Felde

Da es sich bei dem KfW-Kredit um ein Massedarlehen handelt, wird dieses als erstes bedient. Die Aussichten der übrigen Air-Berlin-Gläubiger, noch Geld zu sehen, sind dagegen gering. Darunter sind  unter anderem Lieferanten, Kunden und Anleihezeichner, insgesamt hoffen noch 1,2 Millionen Gläubiger auf Geld.

Deren einzige Hoffnung ist eine Klage, die Flöther gegen den früheren Air-Berlin-Großaktionär Etihad angestrengt hat. Die arabische Airline hatte die Air-Berlin-Pleite ausgelöst, indem sie zugesagte Zahlungen überraschend nicht geleistet hatte. Flöther hält – anders als Etihad selbst – die Etihad-Zusagen aber für eine „handfeste Patronatserklärung“ und fordert nun 500 Millionen Euro von der Fluggesellschaft. Die Anmeldung weiterer Ansprüche behält er sich vor, das zuständige Landgericht Berlin beziffert den Streitwert auf 2 Milliarden Euro. „Die Ansprüche gegen Etihad sind potentiell der wichtigste Vermögenswert im Verfahren“, glaubt Flöther.   

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de 

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Michael Hedtstück ist Chefredakteur von FINANCE-Online und FINANCE-TV und verantwortet die Online-Aktivitäten des FINANCE-Magazins. Er ist zweifacher Träger des Deutschen Journalistenpreises.

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