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Structured FINANCE 2020: Digitales Experiment geglückt

Im 16. Jahr ganz anders als sonst: die Structured FINANCE als Digitalevent.
F.A.Z. Business Media GmbH/A. Varnhorn

Rein Digital, über vier Tage hinweg und auf einer neuartigen Plattform: Das Experiment Structured FINANCE Digital Week ist geglückt. So viel lässt sich nach Ende des Events schon sagen, auch wenn viele Detailanalysen gerade noch erstellt werden. Insgesamt haben über 1.700 CFOs, Treasurer, Banker und weitere Finanzspezialisten der Veranstaltung beigewohnt. Angemeldet waren über 2.000.

Damit war die Structured FINANCE auch im Jahr 2020 die führende Veranstaltung für Unternehmensfinanzierung im deutschsprachigen Raum. Zahlreiche andere Kongresse und Messen, die in diesem Jahr hätten stattfinden sollen, waren im Vorfeld abgesagt worden. Direkt am ersten Tag der SF mit einem Gipfeltreffen der Firmenkundenbanker hatten sich bereits über 1.500 Teilnehmer auf der Plattform eingeloggt. Diese enthielt neben einer umfangreichen virtuellen Messe auch zahlreiche Networking-Möglichkeiten im Video-Format.

Neuland für FINANCE

Für das FINANCE-Team war die Structured FINANCE Digital Week Neuland. Noch nie zuvor hat der F.A.Z.-Fachverlag eine digitale Veranstaltung dieser Größenordnung durchgeführt. Die Entscheidung, dieses Wagnis einzugehen, fiel bereits im Mai, da mangels wirksamer Medikamente und eines Impfstoffs damals schon eine zweite Infektionswelle im Herbst absehbar war. Viele Partner und Mitveranstalter waren von dem Projekt von Beginn an überzeugt, was viel Rückenwind erzeugte. Angesichts des neuen, noch nicht getesteten Formats herrschte gleichzeitig aber auch Skepsis, ob die Structured FINANCE überhaupt gelingen würde.

Diese Zweifel mögen widerlegt sein, klar ist aber auch: Eine Digitalveranstaltung ersetzt den persönlichen Austausch nicht völlig. An vielen Punkten konnten die SF-Teilnehmer dem alten SF-Gefühl mithilfe neuer digitaler Tools aber sehr nahe kommen. Zudem zeigte sich, dass die Online-Plattform noch mehr Transparenz als eine Präsenzveranstaltung bieten kann. Jederzeit war sichtbar, welche und wie viele Teilnehmer sich auf der Plattform wo befinden.

Corona & Co.: Reger Austausch in den Roundtables

Besonders stark genutzt wurde das zentrale Element der physischen Structured FINANCE, die Roundtables. Diese wurde in die digitale Welt in Form interaktiver Webinare übersetzt – über Chat-Funktionen und TED-Umfragen wurden die Teilnehmer möglichst stark eingebunden. Die Roundtables erfreuten sich je nach Thema großer Beliebtheit. Einzelne konnten in der Spitze bis zu 300 Teilnehmer anlocken – mehr als auf jeder Präsenzveranstaltung.

Thematisch drehten sich viele Roundtables um das Thema Coronavirus und die Folgen für die Finanzabteilungen. Prominent berichteten etwa die Automobilzulieferer Bosch und ZF, wie sie sich finanziell für die Ausnahmesituation gerüstet haben. Die Fresenius-Treasurer referierten, wie die Coronakrise den internen Stellenwert des Treasury-Teams hervorgehoben hat. Die Aufgabe des Treasury sollte es nicht sein, Daten in den operativen Einheiten zu sammeln, sondern mit validen vorliegenden Daten strategische Entscheidungen zu treffen, postulierte die Fresenius-Treasury-Chefin Sara Hennicken.

Ganz eng mit den Corona-Lehren verbunden sind weitere Digitalisierungsschritte im Finanzbereich. Auch diese standen in vielen Roundtables zur Diskussion, wie etwa die nächsten Weiterentwicklungen bei digitalen Signaturen. Gerade in diesem Bereich mussten die Finanzabteilungen im Frühjahr oft noch improvisieren. Ein dritter Schwerpunkt war Green Finance. Nachhaltige Finanzierungen, das ist inzwischen klar, haben der Pandemie getrotzt.

Nur wenige technische Probleme

Ein wichtiger Erfolgsfaktor für das Gelingen der digitalen SF war die Technik: Würde sie dem Ansturm der vielen Teilnehmer standhalten? Würden die zahlreichen Zuschalten in Roundtables oder Podiumsdiskussionen funktionieren? Das Fazit ist positiv: In den allermeisten Fällen spielte die Technik mit, oder Probleme konnten binnen kurzer Zeit gelöst werden. Erfolgsfaktor dafür waren die zahlreichen Checks im Vorfeld des Events.

Damit bot die Structured FINANCE auch im Ausnahmejahr 2020 eine wichtige Austauschplattform für CFOs und Treasurer. „Die digitale Organisation der SF ist, nachdem sich so ein Oldie wie ich dann langsam eingefuchst hatte, sehr gut und unter den Umständen super“, schrieb uns etwa ein CFO im Nachgang. In dieselbe Kerbe schlugen viele weitere Teilnehmer.

So viel steht fest: Auch 2021 wird es am 24. und 25. November wieder eine Structured FINANCE geben, dank rückläufiger Corona-Zahlen dann womöglich nicht mehr komplett digital. Angesichts der nahenden Massenimpfungen und dem Ausrollen von Schnelltests besteht die Hoffnung auf ein Präsenz-Event, das für die Gesundheit der Teilnehmer kein großes Risiko darstellt – anders als in diesem Jahr.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

Info

Berichte zur Structured FINANCE

Die FINANCE-Redaktion hat die Structured FINANCE umfassend dokumentiert. Hier ein Überblick über die Podiumsdiskussionen: Das diskutierten CFOs, Treasurer und Firmenkundenbanker.

Umfassenden Input zu Themenbereichen wie Digitalisierung, Kapitalmarkt und Nachhaltigkeit finden Sie in unserem SF Content Hub.

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.