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Trübe Aussichten bei Deutschlands CFOs

Schlechtere Sicht: Die Geschäftsaussichten deutscher CFOs trüben sich ein.
Thinkstock / Getty Images

CFOs in Deutschland geben sich insgesamt deutlich zurückhaltender, was ihre Geschäftserwartungen anbelangt, als noch vor einem halben Jahr. Im besten Fall sind sie noch vorsichtig optimistisch, im Vergleich zur vorherigen Befragung vom April 2012 sehr viel skeptischer. Doch insgesamt sehen sie sich auch für härtere Zeiten als gut gerüstet an. Das zeigt das dritte CFO Panel Deutschland an dem mehr als 100 Finanzvorstände deutscher Unternehmen teilgenommen haben. Zum ersten Mal wurde es gemeinsam mit der Kanzlei CMS Hasche Sigle erhoben.

Doch Deutschlands CFOs geben sich selbstbewusst, wenn es um Fragen der zunehmenden Regulierung im Finanzsektor geht. Immerhin erwägen knapp 7 Prozent der Panelisten den Erwerb beziehungsweise die Beantragung einer Bankerlaubnis oder einer Erlaubnis als Zahlungsdienstleister. Immer mehr Unternehmen würden sich mit Bankentöchtern hervortun, die mit den etablierten Instituten etwa um Tagesgeldkunden konkurriert, beobachtet Dr. Marc Riede, Bankingpartner bei CMS Hasche Sigle. Zurzeit besitze mehr als die Hälfte der DAX-30-Konzerne die Erlaubnis der BaFin bestimmte Finanzdienstleistungen anzubieten. „Ein Trend, der sich auch jenseits der DAX-30-Schwelle durchsetzen könnte“, sagt Riede.

CFOs offen für Fremdwährungen

Dass deutsche CFOs die Angebote auf dem Markt noch aktiver zur Diversifizierung ihrer Finanzierungsquellen nutzen wollen, zeigt auch die relative Aufgeschlossenheit gegenüber Finanzierungen in bisher weniger gebräuchlichen Fremdwährungen. Immerhin 9 Prozent der Panelisten erwägen, innerhalb der kommenden sechs Monate eine solche Finanzierung durchzuführen. Am häufigsten konzentrieren sich diese Überlegungen auf den Renminbi, gefolgt vom Yen.

Insgesamt spiegeln die Antworten der Umfrageteilneher aber auch die Tendenz wider, dass CFOs ihre Erwartungen an die Geschäftsaussichten zurückschrauben. Vor etwa sechs Monaten schienen die Panelisten den Turbulenzen der Euro-Krise noch völlig zu trotzen. Heute hingegen bekundet rund ein Drittel, dass sich die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate im Vergleich zum vergangenen halben Jahr verschlechtern würden. Während der April-Umfrage  erwarteten nur 16 Prozent, dass sich die Aussichten ihres Unternehmens verschlechtern würden.

Toppriorität Controlling

Wohl auch vor dem Hintergrund der Krise arbeiten die CFOs weiter daran, die Zahlen ihres Unternehmens unter Kontrolle zu behalten. „Die zunehmende Unsicherheit im Hinblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung spiegelt sich auch in einem gewachsenen Risikobewusstsein der Unternehmen wider“, sagt CMS-Partner Dr. Christian von Lenthe. Topprioritäten für die befragten CFOs bleiben daher das Controlling, die Finanzierungsstruktur und das Kostenmanagement.

Die gedrückte Stimmung ist sehr deutlich beim Thema Investition zu spüren. In den kommenden zwölf Monaten planen die Panelisten im Schnitt nur noch mit einem Anstieg der Investitionstätigkeit um 2 Prozent. Im April gingen die CFOs noch von einem Anstieg um 9 Prozent aus. Die Erwartungen hinsichtlich Umsatz (plus 5 Prozent nach 6 Prozent im Frühjahr) und Gewinn (plus 4 Prozent nach 7,3 Prozent im Frühjahr) sind im Herbst 2012 ebenfalls deutlich zurückgegangen. Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse des 3. FINANCE CFO Panels.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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