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CFOs übernehmen IT-Kontrolle

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Wenn Unternehmen ihre Finanzkontrolle verstärken, verlagern sich die internen Machtverhältnisse. Eine gemeinsame Umfrage von Financial Executive Research Foundation und der Marktforschungsagentur Gartner unter 255 CFOs ergab, dass die Rolle vieler CFOs bei Entscheidungen über Investitionen in IT und Technologie in den vergangenen zwei Jahren wichtiger geworden ist. 44 Prozent der befragten CFOs gaben an, dass ihr Einfluss auf IT-Investitionsentscheidungen seit 2010 zugenommen hat, 47 Prozentüben ihrer Meinung nach noch den gleichen Einfluss aus. Auf die Frage, wie Unternehmen ihre Ausgaben im Jahr 2013 im Vergleich zum Jahr 2012 planen, sahen 51 Prozent der CFOs keine Veränderung in den laufenden Betriebs-IT-Kosten und 41 Prozent gingen davon aus 2013 ähnlich viel neu zu investieren, wie 2012.

Die Ergebnisse bestätigen, dass Firmen in einem schwierigen Marktumfeld dazu neigen, ihre finanziellen Entscheidungen eher konservativ zu fällen. Dies trifft besonders die IT-Ausgaben. Dazu kommt, dass 92 Prozent der befragten CFOs nicht dass IT das Unternehmen umgestalten kann und damit nachhaltig zur Geschäftserfolg beiträgt. Diese Mischung aus Skepsis gegenüber der Technik und konservativen Finanzentscheidungen hat nicht nur erheblichen Einfluss auf die Rolle des CIOs, sondern auf den Stellenwert von IT im gesamten Unternehmen. John Van Decker, Research Director bei Gartner, sieht die Gründe dafür in der „schlechten Wahrnehmung von IT, einer engstirnigen CFO- oder CIO-Sicht oder einfach in einer schlechten CFO-CIO Beziehung.“

Wenn Unternehmen den Gürtel enger schnallen müssen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ausgabenpolitik sehr stark die Prioritäten des CFO wiederspiegelt. Und die liegt der Umfrage zufolge auf der Geschäftsführung und der Geschäftsanalyse. Hiermit kann man vielleicht die Vorliebe für betriebswirtschaftliche Kennzahlen innerhalb der Finanzabteilungen von Unternehmen erklären. Jedoch überlegten 2011 laut einer KPMG-Umfrage unter CFOs in Konsumgütermärkten, 75 Prozent der befragten CFOs in die eigene Business-Intelligence-Systeme (BI) zu investieren.

Wie groß die Sorgen von CFOs über IT-Probleme sind, zeigt eine PricewaterhouseCoopers-Umfrage unter irischen CFOs aus diesem Jahr: Sie hat ergeben, dass 45 Prozent von ihnen über schlechte IT-Systeme besorgt sind. Das war die zweitgrößte Sorge der Befragten, nach der Angst vor ungenauen Prognosen. Dies überrascht nicht, denn in derselben Umfrage gaben 55 Prozent der CFOs zu, entweder Shared Service Strukturen oder Business Process Outsourcing zu verwenden. Dies zeigt, dass in den Unternehmen selbst nur wenige und unzureichende IT-Strukturen vorhanden sind.

Was passiert wenn die Finanzen knapp werden? Werden CFOs die firmeneigene IT abwerten und in Shared-Service-Center abgeben? CIOs werden sicherlich versuchen, die Antwort auf diese Fragen zu erraten.

ritobaan.roy[at]cfo-insight.com