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FINANCE CFO-Panel: CFOs reagieren vehement auf NSA-Skandal

So manchem deutschen Finanzchef sind Zweifel über die IT-Datensicherheit gekommen, zeigt das aktuelle FINANCE CFO Panel.
Thinkstock / Getty Images

Der NSA-Spähskandal um die Programme Prism, Tempora & Co. betrifft direkt fast drei Viertel der deutschen CFOs. 72 Prozent der Umfrageteilnehmer des aktuellen FINANCE CFO-Panels – knapp 100 an der Zahl – verantworten als Finanzvorstand auch das IT-Ressort. Bemerkenswerterweise hält die Mehrheit der Panelisten ihre Daten im Unternehmen jedoch nach wie vor für sicher verwahrt, aber  mehr als ein Drittel ist sich in dieser Frage nicht mehr ganz so sicher.

Fast 40 Prozent der befragten CFOs haben aus dem Datenskandal bereits Konsequenzen gezogen. Sie wollen zusätzliche Maßnahmen einleiten oder planen diese, um ihre Daten besser zu schützen. Einige CFOs haben ganz genaue Vorstellungen davon, was jetzt zu tun ist. Sie setzen etwa auf die Verschlüsselung des E-Mail-Verkehrs, überlegen, Outsourcingprojekte nur noch mit Rechenzentren in Deutschland zu machen oder wollen den IT-Dienstleister komplett auswechseln. Die Antworten zeigen: Die Unsicherheit sitzt tief.

Dass die befragten Finanzchefs für das Thema IT unabhängig vom Sicherheitsaspekt in jedem Fall sensibilisiert sind, zeigt ein Blick auf die Prioritätenliste. Im Vergleich zum Frühjahr rückte der Bereich um einen Rang nach vorne. Für immerhin 8 Prozent der CFOs genießt die sonst häufig vernachlässigte IT momentan sogar die höchste Priorität – so viele wie noch nie in den bislang fünf Befragungen des FINANCE CFO-Panels. „Wir können das aus unserer Beratungspraxis nur bestätigen, sowohl in IT- als auch in Datenschutzfragen ist die Nachfrage nach rechtlicher Beratung größer denn je“, sagt Christian Runte, Partner im Technologiebereich  der Kanzlei CMS Hasche Sigle, die gemeinsam mit FINANCE das CFO Panel betreut.

CFO Panel zeigt sich bessernde Geschäftserwartungen

Die Geschäftserwartungen deutscher Finanzvorstände haben sich im Vergleich zum Frühjahr weiter aufgehellt. Deutlich über 40 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten jetzt, dass sich ihr Geschäft in den kommenden sechs Monaten „besser“ oder „sehr viel besser“ entwickeln werde. Vor einem halben Jahr rechneten damit erst etwa 35 Prozent der Panelisten. Außerdem erwarten nun – anders als bei der letzten Umfrage  – deutlich weniger als 20 Prozent der Teilnehmer, dass sich die Geschäftsaussichten verschlechtern werden.

Doch auch wenn es der deutschen Wirtschaft im Vergleich zu den europäischen Nachbarn noch gut geht – die anhaltende Finanzkrise zehrt an den Kräften deutscher Finanzvorstände. Sowohl die empfundene Arbeitsbelastung als auch die geleisteten Wochenarbeitsstunden sind im vergangenen halben Jahr gestiegen. Der Spaß an der Arbeit ist darüber bei vielen Finanzchefs verloren gegangen. Erstmals seit Beginn der Befragung im Herbst 2011 ist der Anteil der CFOs, die Spaß an ihrer Arbeit haben, auf unter 70 Prozent gesunken. Bei der ersten Umfrage hatten noch deutlich über 80 Prozent Freude an ihrem Job bekundet.

Wenn Sie mehr über diese und weitere Themen der Herbstumfrage erfahren wollen, können Sie die vollständigen Ergebnisse des FINANCE CFO Panels in unserem Research-Bereich oder direkt hier herunterladen.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de

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Teilnahme

Werden auch Sie Mitglied des Panels! Wenn Sie CFO sind und in Deutschland arbeiten, senden Sie eine E-Mail an anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de