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HP zieht Großauftrag der Deutschen Bank an Land

Hewlett-Packard hat einen milliardenschweren Vertrag mit der Deutschen Bank abgeschlossen. Die IT im Großkundenbereich der Bank soll modernisiert werden.
Deutsche Bank

Die Deutsche Bank will ihre IT-Infrastruktur für das Groß- und Firmenkundengeschäft weiter modernisieren und setzt dabei auf Hewlett-Packard als Partner. Die Bank und der Technologiekonzern haben einen Vertrag über mehrere Milliarden US-Dollar abgeschlossen, wie die Unternehmen mitteilten.

Das genaue Vertragsvolumen wurde nicht bekanntgegeben. Derartige IT-Großaufträge liegen typischerweise im unteren einstelligen Milliardenbereich, wie beispielsweise ein Outsourcing-Auftrag von E.on im Jahr 2010, an dem HP ebenfalls beteiligt war.

HP soll Deutsche-Bank-IT radikal standardisieren

Hewlett-Packard wird für die Deutsche Bank nun drei IT-Schwerpunkte in Angriff nehmen: Da die existierende IT-Infrastruktur bei der Bank wie bei vielen Unternehmen mit der Zeit gewachsen und deshalb sehr heterogen geworden ist, steht zunächst eine radikale Standardisierung an, um eine einheitliche Plattform zu erstellen. In diesem Zuge will die Bank ihre IT-Anwendungen verbessern und deren Anzahl reduzieren.

Weiterhin wird HP die IT-Hardware der Deutschen Bank virtualisieren, um die Infrastrukturleistungen flexibler zur Verfügung stellen zu können. Bisher verwenden die betroffenen Geschäftsbereiche etwa 30.500 Server für die Bereitstellung der IT-Anwendungen. Diese Kapazitäten sollen nach Angaben von HP im Rahmen des Projekts in 22.000 teils virtuelle Serverinstanzen überführt werden. Allein 10.000 davon sollen im ersten Jahr der Vereinbarung in die Zielarchitektur übertragen werden.

IT-Infrastruktur der Deutschen Bank wird zur Cloud

HP wird dann die Plattform betreiben und zum Teil auch die Hardware in den eigenen Besitz übernehmen. Die Server werden allerdings weiterhin zum größten Teil in den bereits vorhandenen weltweiten Rechenzentren der Deutschen Bank stehen. Bislang hatte die Bank ihre IT-Infrastruktur hauptsächlich selbst betrieben. Im Retailbereich ist IBM ein wichtiger externer Dienstleister.

Schlussendlich soll HP für die Deutsche Bank ein Cloud-Modell bereitstellen, in dem die Leistungen automatisiert bereitgestellt werden. Dies wird jedoch keine Cloud von der Stange, wie sie Privatnutzer kennen. Vielmehr handelt es sich um eine abgeschottete Umgebung, die exklusiv auf die Anforderungen der Deutschen Bank zugeschnitten wird und so einen extrem schnellen und flexiblen Zugriff auf Anwendungen innerhalb des Konzerns ermöglichen soll.

Neue IT soll deutliche Kostensenkungen bringen

Mit diesen Veränderungen der IT-Architektur hofft die Deutsche Bank, künftig schneller agieren können, wenn es zum Beispiel um die Einführung neuer Produkte und Dienstleistungen wie mobiler Geschäftsprozesse geht. Der COO der Deutschen Bank, Henry Ritchotte, bezeichnet das Projekt als „Grundlage für die nächste Phase der Digitalisierung der Bank“.

Die Deutsche Bank will sich mit dem Großprojekt allerdings nicht nur für die Erbringung neuer digitaler Leistungen gut aufstellen. Nach Angaben der Bank werden durch den Vertrag mit HP die IT-Infrastrukturkosten der Bank auch deutlich sinken. Kostensenkungen waren schon ein wesentlicher Teil der Strategie 2015+, die die Co-CEOs Anshu Jain und Jürgen Fitschen 2012 ausgerufen hatten, und werden wohl auch in der neuen Strategie, die im zweiten Quartal verkündet werden soll, eine zentrale Rolle spielen.

anna.wulf[at]finance-magazin.de

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