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Identity Management: Viele Firmen überfordert

Die starke Zunahme an Idenitäten stellt IT-Chefs vor Herausforderungen - gerade im Bereich Compliance.
Thinkstock / Getty Images

Das Verwalten von IT-Identitäten ist in den vergangenen Jahren zu einer immer größeren Herausforderung geworden. Lange Zeit ging es dabei lediglich um reines Identity & Access Management (IAM), also um die Frage, welche Mitarbeiter Zugriff auf welches System und welche Daten haben.

Aber das hat sich geändert. „Heute greifen nicht mehr tausend Mitarbeiter auf ein Firmensystem zu, sondern auch Millionen Kunden“, sagt Markus Weber, Produkt Marketing  beim Softwareanbieter ForgeRock. CFOs, in deren Verantwortungsbereich die IT häufig liegt, sehen den IAM-Bereich jedoch immer noch häufig als reine Kostenstelle.

Dabei können Unternehmen durch die aktive Nutzung neuer Technologien aktiv Kunden an das Unternehmen binden und somit potentiell den Umsatz steigern. Diese Weiterentwicklung der IAM wird auch als Identity Relationship Management (IRM) bezeichnet, da eine Beziehung zum Kunden aufgebaut werden soll.

„Doch egal, ob die Anfrage vom Fernseher, Smartphone oder Kühlschrank kommt: Die Software muss die Identität managen können“, sagt Weber. Ein gelungenes IRM schafft für den Kunden einen Mehrwert, den viele klassische Softwares nicht leisten können.

Kabel Deutschland etwa hat eine IRM-Lösung implementiert, um nun die Identitäten von über zwei Millionen Kunden und insgesamt rund 20.000 Mitarbeitern und Partnern für das Unternehmen verwaltet. Dem Netzanbieter zufolge konnte man so die Kundenzufriedenheit erhöhen, da man individueller auf Kundenanfragen eingehen könne.

Identitätsmanagement: Neue Chancen im Web 2.0

Die Verwaltung zahlreicher Identitäten und deren Zugangsdaten überfordert Firmen häufig. „Viele Unternehmen überlegen, ob sie bestimmte Services auslagern können“, sagt Michael Neumayr vom Identity-Security-Anbieter Ping Identity. Den Zugang zu Apps schnell zur Verfügung zu haben und gleichzeitig die Zugriffe auf Kundendaten sicher zu regeln, ist eine der wichtigsten Anforderungen.

Gerade der Bereich Compliance stellt IT-Chefs aufgrund der gestiegenen Datenmenge vor Herausforderungen. „Neue Mitarbeiter müssen im System genau die richtigen Berechtigungen erhalten“, sagt Neumayr. Umgekehrt müssen ehemalige Mitarbeiter eben diese Zugriffsrechte wieder verlieren.

Compliance wichtiger Aspekt beim Identitätsmanagement

Diese Deaktivierung sei wichtig – gerade, wenn Mitarbeiter zu einem Wettbewerber wechseln. Die manuelle Sperrung der Zugriffsmöglichkeiten ist jedoch schwierig zu bewerkstelligen und birgt ein durchaus ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko.

Auch das Passwortmanagement wird durch die vielen verschiedenen Zugriffsmöglichkeiten erheblich erschwert. „Unternehmen haben mitunter 15 verschiedene Cloud-Services und erwarten von ihren Mitarbeitern, sich 15 verschiedene Passwörter zu merken“, sagt IT-Experte Neumayr.

Für Kunden ist die Passwortflut ebenso lästig. Ping Identitys Neumayr beobachtet daher einen Trend hin zu alternativen Identifizierungsmethoden ohne Passwörter. Zur sicheren Authentifizierung stünden neben Tokenlösungen mittlerweile auch gute Methoden wie Gesichts- oder Stimmerkennung zur Verfügung. Frei nach dem Motto: Ein nicht vorhandenes Passwort, kann auch nicht verloren werden.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.

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