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Nachhaltigkeitsmanagement: „Die Cloud spart Kosten“

Viele Firmen haben bereits ein Nachhaltigkeitscontrolling und nutzen etwa die Big-4-WP-Unternehmen, um halbjährlich oder jährlich ihre Ergebnisse zu überprüfen. Welchen Mehrwert erhalten CFOs durch die Anschaffung einer Software-Lösung wie CloudApps bekommen könnte?

Wenn man eine Organisation dazu bringen will, irgendetwas zu prüfen, dann muss man zuallererst die Daten in ein Format überführen, das sie prüfbar und mit den Systemen kompatibel macht. Genau wie bei Finanzdaten, braucht man eine Anwendung, die sicher stellt, dass die Nachhaltigkeitsdaten auf effiziente und konsistente Art gesammelt werden. CloudApps bietet CFOs den Komfort, dass diese Daten leicht überprüft werden können. Das senkt die Kosten der Prüfung.

Zu beachten ist außerdem, dass Prüfungen normalerweise im Nachhinein und rückblickend durchgeführt werden. Unsere Anwendung ermöglicht es, Daten durchgängig, das ganze Jahr über und in Echtzeit zu sammeln. Dadurch ist der CFO in der Lage, zu jedem Zeitpunkt zu sehen, wo er im Vergleich zu den Nachhaltigkeitszielen steht. Ehrlich gesagt ist es nicht sinnvoll, auf das Ende des Jahres zu warten und sich dann zu fragen: „Wie habe ich mich gemacht?“ Was man braucht, ist eine Anwendung, die Daten sammelt und Analysen auf einer kontinuierlich aktualisierten Grundlage erstellt, damit man das Verhalten der Organisation entsprechend ändern kann.

Viele der Kostenstellen, die von CloudApps gesammelt und überprüft werden, hängen mit der Energieversorgung oder den Reisen der Mitarbeiter zusammen. Aber diese Ausgaben werden sowieso von der Buchhaltung aufgezeichnet und viele Unternehmen, die aufgrund der Krise ihr Budget verkleinern müssen, haben sich schon auf diese Kostenstellen fokussiert. Welche zusätzlichen Erkenntnisse kann CloudApps dem CFO in diesen Bereichen bringen?

Sie haben Recht, in dem Bereich werden viele Daten erfasst, jedoch sind sie alle kostenbezogen. Dies ist natürlich wichtig, jedoch wird mittlerweile vom Reporting mehr verlangt. Es müssen auch die Daten über ausgestoßene Treibhausgase aufgezeichnet und überwacht werden, so verlangt es beispielsweise das englische Carbon Reduction Commitment. Um dies genauer zu untersuchen, braucht man nicht nur die Kosten, sondern auch die Kilowattstunden, Kubikmeter des ausgestoßenen Gases oder die Anzahl an Meilen, die geflogen wurden. Wir müssen also diese Daten sammeln und in eine gemeinsame Währung namens tCO2e (Tonnen an CO2-Äquivalent) umrechnen. Dafür braucht man eine Anwendung, die die Vielzahl und Komplexität der Daten in diese gemeinsame Währung konvertieren kann.

Vielleicht kann man Energieausgaben noch einfach verfolgen, aber ich denke, dass Reisekosten wesentlich schwerer zu messen und kontrollieren sind. Dies liegt an der größeren Anzahl an Mitarbeitern und verschiedenen Reiseanbietern, die davon betroffen sind. CloudApps macht es Mitarbeitern möglich auf Basis valider Informationen die richtigen Entscheidungen zum Thema Nachhaltigkeit zu treffen. Und ich glaube, dass die meisten Menschen, wenn es um Nachhaltigkeit geht, von Natur aus, die richtige Entscheidung treffen wollen.

Welche gesetzlichen Rahmenbedingungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung sind bei CloudApps vorinstalliert oder im System berücksichtigt?

Wir haben vorgefertigte Berichte, die auf die Situation im Vereinigten Königreich angepasst sind: das AOS Carbon Reduction Commitment Energy Efficiency Scheme (CRC) und die Anforderungen des Carbon Disclosure Project (CDP). CRC ist gesetzlich vorgeschrieben, während CDP freiwillig ist. Aber diese beiden sind die am meisten genutzten und am weitesten verbreiteten Reporting-Frameworks innerhalb der Fortune 500 Unternehmen. Die Ashridge Business School, einer unserer Kunden, nutzt 70 Schlüsselindikatoren, um den Erfolg der nachhaltigkeitsrelevanten Aktivitäten zu messen und festzuhalten. Die Analyse mit Hilfe von CloudApps ermöglicht die Anwendung des Drill-down-Prinzips. Man kann von einem regionalen Bericht, tiefer zu einem Abteilungsbericht und von dort weiter ins Detail, bis zu einem individuellen Messgerät gehen, das die Daten aufzeichnet. CloudApps kann auch genutzt werden, um spezielle, interne Berichte oder maßgeschneiderte Berichte für Stakeholder zu verfassen.

Wie lange dauert es Ihrer Erfahrung nach, CloudApps in einer großen Firma mit beispielsweise 10.000 Mitarbeitern zu implementieren?

Ich glaube nicht, dass Mitarbeiter die wichtige Kenngröße sind. Wichtiger sind die Komplexität des Unternehmens und die Komplexität der umwelttechnischen Auswirkungen. Eine relativ einfache Organisation, die dennoch groß sein kann, aber dafür nur auf wenige Umweltfelder Auswirkungen hat, kann in wenigen Wochen umgesetzt werden. Wir haben zum Beispiel für die Implementierung bei Sears Canada weniger als einen Monat gebraucht.

Bei einer Organisation, die in verschiedenen Länder, verschiedene Sorten Energie aus mehreren Energiequellen bezieht, bräuchten wir länger. Nehmen wir zum Beispiel Amec, einen weiteren Kunden. In dem Unternehmen, mit 27.000 Mitarbeitern, die in verschiedenen Ländern sitzen, bräuchten wir länger. Aber es geht immer noch schneller CloudApps einzubauen als eine einzeln zu installierende Software zu implementieren. Dies liegt unter anderem an den Vorteilen von Cloudsystemen: die Geschwindigkeit der Upgrades und man muss nicht in Hardware investieren.

Wohin wird sich der Markt für Nachhaltigkeitsprodukte, gerade mit Blick auf die Wirtschaftskrise, bewegen?

Ich denke, dass Nachhaltigkeit in der Vergangenheit eher als „nice-to-have“ oder Luxusartikel gesehen wurde, aber es gibt auch einige klare finanzielle Gründe. Dass Menschen den Weg der Nachhaltigkeit einschlagen, hat nicht nur damit zu tun, dass es die Menschen glücklich macht. Man kann dabei schlicht und einfach auch Kosten einsparen. Letztlich kontrolliert man seine CO2-Emmisionen, die aus dem Energieverbrauch resultieren – und dieser Verbrauch kostet. Reduziert man also seine CO2-Emmisionen, reduziert man auch seinen Energieverbrauch und so die Kosten.

Dies kann man genauso gut auf die Angestellten beziehen. Man kann ihr Verhalten beeinflussen, weniger Energie zu verbrauchen und enorm sparen, indem man die Mitarbeiter auf eine unterhaltsame und informative Weise, zum Beispiel durch Social Media oder Minispiele, mit Informationen versorgt. Das ist dann nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für die Finanzen des Unternehmens. In der Vergangenheit haftete Nachhaltigkeit oft etwas abwertendes wie „Öko“ oder Gutmenschentum an, doch das ist nun nicht mehr so. Es gibt knallharte Geschäftsgründe, warum die Annahme von Nachhaltigkeitsmaßnahmen sinnvoll ist.

ritobaan.roy[at]cfo-insight.com