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Thyssen dementiert Berichte um fehlgeschlagenes IT-Projekt

Thyssen dementiert die Gerüchte über eine gescheiterte IT-Harmonisierung, räumt aber Handlungsbedarf ein.
Thyssen Krupp

Thyssen Krupp relativiert einen Bericht der Süddeutschen Zeitung, die in ihrer heutigen Ausgabe behauptet, dass das IT-Pilotprojekt „Daproh“ (Data and Process Harmonization) aus dem Ruder laufe und in Teilen gescheitert sei.

Ein Sprecher des Konzerns räumte gegenüber FINANCE ein, dass der Konzern in der IT-Landschaft aufgrund zahlreicher Unternehmenszusammenschlüsse in der Vergangenheit dringenden Aufholbedarf sieht. Angefangen bei unterschiedlichen E-Mail-Systemen bis hin zu verschiedenen SAP-Templates herrscht bei Thyssen keine IT-Einheit. Diese Missstände soll das Großprojekt „Daproh“ beseitigen und sowohl die Daten als auch die IT-Prozesse innerhalb des Konzerns harmonisieren.

Thyssens Daproh-Projekt verschlingt fast 1 Milliarde Euro

Thyssen bestätigt zwar gewisse Hindernisse, die mit notwendigen Anpassungen und Zeitverschiebungen verbunden seien, die auch „kleinere Zusatzinvestitionen“ erfordern. Diese seien jedoch bei Weitem nicht so dramatisch wie von der Süddeutschen mit „Zusatzkosten im mittleren zweistelligen Millionenbereich“ tituliert.

Zudem relativiert sich der Kostenüberhang beim Blick auf die Dimension des Riesenprojekts: Insgesamt nimmt Thyssen knapp 1 Milliarde Euro für die Harmonisierung seiner IT-Systeme in die Hand. Geringe Zeit- und Kostenabweichungen bezeichnet ein Thyssen-Sprecher als „normal im Rahmen eines Pilotprojekts“.

Allerdings dürften die nun aufgetauchten Schwierigkeiten den Blick der Thyssen-Investoren auf den Fortschritt dieses Schlüsselprojekts im Finanz- und IT-Bereich schärfen. Thyssen Krupp-Chef Heinrich Hiesinger hat dem Kapitalmarkt versprochen, den Mischkonzern zu fokussieren und effizienter zu machen. Eine funktionierende, weitgehend harmonisierte IT-Landschaft ist ein Schlüssel bei der Durchsetzung seiner Managementstrategie.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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