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Komplex, aufsehenerregend und kurios: Die 5 Pleiten des Jahres

Fährt künftig unter Disney-Flagge: Der US-Konzern hat den insolventen MV Werften das Schiff Global Dream One abgekauft. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner
Fährt künftig unter Disney-Flagge: Der US-Konzern hat den insolventen MV Werften das Schiff Global Dream One abgekauft. Foto: picture alliance/dpa | Jens Büttner

Januar 2022: MV Werften

Gleich zum Jahresbeginn nahm eine der komplexesten Insolvenz-Geschichten aus 2022 ihren Lauf, an deren Verlauf ein US-Unterhaltungskonzern seinen Anteil haben sollte. Das Schiffbauunternehmen MV Werften mit seinen Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund musste Insolvenz beantragen – im Sommer 2021 hatte der Bund dem Unternehmen noch mit 300 Millionen Euro aus dem WSF-Topf unter die Arme gegriffen. Die MV-Werften-Insolvenz bewirkte einen Domino-Effekt, nur wenige Tage später folgte die Insolvenz des Eigners Genting, ein Tourismuskonzern aus Hongkong.

Darauf folgte ein kompliziertes Geschacher um den Verbleib der drei Werften-Standorte und der knapp 2000 dort Beschäftigten – verkompliziert noch dadurch, dass unklar war, wie es mit dem Bau der zwei Kreuzfahrtschiffe Global Dream I und II weitergehen sollte. Die beiden bereits im Bau befindlichen Schiffe waren ursprünglich für eine Asien-Flotte des Eigners Genting vorgesehen und stellten nun eine Belastung für die insolventen MV Werften dar – allein der Erhalt der Global Dream I verschlinge monatlich über 1 Million Euro, hatte Insolvenzverwalter Christoph Morgen im Juli gegenüber FINANCE berichtet.

Im Sommer konnte Morgen dann Erfolge vermelden: Der Standort Rostock-Warnemünde geht an die Bundeswehr, die Armee will diesen als Marinearsenal nutzen. Auch die Werft Wismar geht an einen Käufer aus dem Militärbereich, das Unternehmen Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) will dort ab 2024 U-Boot bauen. Der Standort in Stralsund war bereits im Februar an die Stadt Stralsund verkauft worden.

Schließlich war es der US-Konzern Disney, der bei Insolvenzverwalter Morgen für ein Aufatmen gesorgt haben muss: Die Reederei-Tochter des Unterhaltungsriesen, Disney Cruise Line, hat das Kreuzfahrtschiff Global Dream I gekauft und will dieses durch das Unternehmen Meyer Werft fertigbauen lassen. Für die Beschäftigten, die teilweise ab 2024 für das Unternehmen TKMS am Standort Wismar im U-Boot-Bau tätig sein werden, stellt der Weiterbau der Global Dream eine Übergangslösung dar.

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