Frederic Haupt, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/hfreddy/ für kluge Finanzentscheidungen Mon, 19 Oct 2026 06:41:03 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.7 Wie Europas Scale-ups nicht mehr ausgebremst werden https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/boersengaenge/wie-europas-scale-ups-nicht-mehr-ausgebremst-werden-252757/ Mon, 19 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252757 Europas Scale-ups haben die Innovationskraft, aber nicht das Kapital zum Abheben. Foto: KI-generiert / ChatGPT

Europa hat die Ideen, die Gründer und den Markt – doch beim Kapital hinken Scale-ups den USA weit hinterher. Warum das so ist und welche Reformen jetzt wirklich helfen würden.

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Europas Scale-ups haben die Innovationskraft, aber nicht das Kapital zum Abheben. Foto: KI-generiert / ChatGPT

Europa hat die Ideen, die Gründer und den Markt – doch beim Kapital hinken Scale-ups den USA weit hinterher. Warum das so ist und welche Reformen jetzt wirklich helfen würden.

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M&A-Deals: Freenet, Ergo, Lufthansa https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-lufthansa-ergo-freenet-252837/ Fri, 16 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252837 Freenet übernimmt Waipu.tv komplett: Mit der Akquisition der verbleibenden 25-Prozent-Anteile wird der Streamingdienst vollständig in die Freenet-Gruppe integriert. Foto: Maren Winter - stock.adobe.com

Freenet stockt bei Waipu.tv auf, Ergo trennt sich von der Vertriebsorganisation Ergo Pro und Lufthansa steigt bei TAP ein: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

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Freenet übernimmt Waipu.tv komplett: Mit der Akquisition der verbleibenden 25-Prozent-Anteile wird der Streamingdienst vollständig in die Freenet-Gruppe integriert. Foto: Maren Winter - stock.adobe.com

Freenet stockt bei Waipu.tv auf, Ergo trennt sich von der Vertriebsorganisation Ergo Pro und Lufthansa steigt bei TAP ein: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Freenet stockt auf und übernimmt Waipu.tv vollständig

Der Betreiber des IPTV-Dienstes Waipu.tv ist künftig komplett in der Hand von Freenet. Freenet übernimmt die verbleibenden rund 25 Prozent Minderheitsanteile an Exaring.Der initiale Kaufpreis beläuft sich auf rund 76 Millionen Euro bei einer zugrunde gelegten Unternehmensbewertung von rund 300 Millionen Euro. Hinzu kommen performancebezogene Zahlungen von bis zu 50 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt aus liquiden Mitteln.  

IPTV ist für Freenet neben dem Mobilfunk das zentrale Wachstumsfeld. Waipu.tv kommt nach Unternehmensangaben auf rund 2 Millionen Kunden und einen Marktanteil von rund 20 bis 25 Prozent im deutschen IPTV-Markt. Mit der Vollübernahme schöpft Freenet künftig den gesamten Ergebnis- und Cashflow-Beitrag des Dienstes ab. 

Eine von Minderheitsaktionären angestrebte Börsennotierung von Waipu.tv ist damit vom Tisch. Die KanzleiHengeler Mueller berät Freenet bei dem Deal. Heuking berät Gründer und Altgesellschafter beim Verkauf ihrer Aktien an Freenet. 

Artemis greift nach Ergo-Vertriebsorganisation Ergo Pro

Die Artemis Gruppe übernimmt Ergo Pro, die Vertriebsorganisation von Ergo Deutschland. Im Zuge der Transaktion wird Ergo Pro in One Financial Services umbenannt und vollständig in die Vertriebsplattform der Artemis Gruppe überführt. Mehrheitsgesellschafter des neuen Unternehmens ist die Artemis Gruppe, daneben halten das bisherige Management sowie führende Vertriebspartner Anteile. Der Abschluss der Transaktion ist für Januar 2027 geplant, vorbehaltlich üblicher Bedingungen. 

Für Ergo ist der Deal Bestandteil der Konzernstrategie bis 2030, mit der der Versicherer sein internationales Profil stärken und sich stärker technologiegetrieben aufstellen will. Mit dem Verkauf bündelt Ergo seine hauseigenen Beratungs- und Verkaufsstrukturen und gewinnt mit Artemis zugleich einen neuen Kooperationspartner.  

Die Artemis Gruppe betreibt eine integrierte Vertriebsplattform, die Mehrfachvermittler, Makler, Maklerpools und Assekuradeure verbindet. One Financial Services soll nach Unternehmensangaben künftig über 30.000 Neukunden pro Jahr gewinnen. 

Lufthansa sticht Air France-KLM bei TAP aus

Mit einem Barangebot von 1,2 Milliarden Euro setzt sich Lufthansa gegen Air France-KLM durch und sichert sich einen Anteil von 44,9 Prozent an der portugiesischen Fluggesellschaft TAP. Das gab Portugals Premierminister Luís Montenegro am Mittwochnachmittag nach einer außerordentlichen Kabinettssitzung in Lissabon bekannt. Den Ausschlag gab nach übereinstimmenden Medienberichten das reine Barangebot der Deutschen: Air France-KLM hatte zumindest einen Teil des Kaufpreises in eigenen Aktien begleichen wollen. Der portugiesische Staat behält zunächst 50,1 Prozent, 5 Prozent verbleiben bei den TAP-Mitarbeitern. 

Strategisch sichert sich Lufthansa mit dem Deal einen wichtigen Partner innerhalb der Star Alliance. Wäre TAP an Air France-KLM gegangen, hätte die portugiesische Airline in das konkurrierende Skyteam gewechselt, was das Star-Alliance-Netz Richtung Südamerika, insbesondere Brasilien, deutlich geschwächt hätte. TAP befördert jährlich rund 16 Millionen Passagiere und schrieb nach einer vollständigen Verstaatlichung während der Coronakrise erst 2022 wieder schwarze Zahlen. 

Nach der Auswahl folgen noch weitere Vertragsverhandlungen sowie regulatorische Genehmigungsverfahren. Der Vollzug wird voraussichtlich erst 2028 erwartet. 

Weitere M&A-Deals

Crédit Agricoleübernimmt die IKB Deutsche Industriebank vom Private-Equity-Investor Lone Star. Der Kaufpreis wurde nicht genannt, die Transaktion wird vollständig aus eigenen Mitteln finanziert. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben, einer EU-Subventionsprüfung sowie der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank. Der Abschluss des Deals ist für Ende des zweiten Quartals 2027 geplant.Der Zukauf fügt sich in die Strategie ACT 2028 von Crédit Agricole ein, mit der die Franzosen eine paneuropäische Plattform für den Mittelstand aufbauen wollen. Nach Frankreich und Italien soll Deutschland zum dritten Kernmarkt werden. Hengeler Mueller beriet Lone Star bei der Transaktion, während Latham & Watkins aufseiten der IKB agierte.  

Ferlynx, Teil der ChaptersGroup, übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an Vista, einem Münchener Spezialisten für satellitengestützte Erdbeobachtung und KI-basierte Lösungen für Landwirtschaft und Ressourcenmanagement. Mit dem Zukauf treibt Ferlynx den Aufbau einer europäischen Digital-Nature-Plattform voran. Vista ist in mehr als 25 Ländern aktiv und arbeitet unter anderem an Projekten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Die Gründer Heike Bach und Wolfram Mauser bleiben substanziell an Vista beteiligt. 

Der Engineering-Dienstleister Bluebinaries hat eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme des Automotive-Testing-Geschäfts vom Softwareentwickler Micronovaunterzeichnet. Rund 167 Beschäftigte der deutschen und tschechischen Standorte wechseln in die neu gegründete Gesellschaft. Sie solleigenständig unter dem Namen Novabinaries innerhalb der Bluebinaries Group geführt werden.Mit der Akquisition treibt Bluebinaries eigenen Angaben zufolge sein internationales Wachstum im Automotive-Sektor voran. Zudem will das Unternehmen Deutschland als Entwicklungs-Hub etablieren. Mit dem Vollzug der Transaktion rechnen die Parteien innerhalb der nächsten 90 Tage. Grant Thornton hat Bluebinaries bei der Transaktion rund um Due Diligence, Steuer- und Rechtsfragen sowie Transaktionsstruktur und Vertragsverhandlungen begleitet. 

M&A-Berater-News

Mirko Heide und Jan Wyrowinski gründen mit Frost Partners eine neue unabhängige Tech-M&A-Boutique mit Sitz in Berlin. Die beiden Co-Founder wollen Technologieunternehmen, Unternehmer und Finanzinvestoren bei Verkäufen, Akquisitionen und Wachstumskapitalfinanzierungen beraten. Das Duo bringt nach eigenen Angaben zusammen mehr als 35 Jahre Investmentbanking-Erfahrung und über 100 begleitete Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Euro mit. Frost Partners startet nach eigener Aussage direkt mit zehn laufenden Sell-side-Mandaten und setzt auf einen KI-gestützten Beratungsansatz. Der Fokus liegt auf Technologieunternehmen mit Unternehmenswerten zwischen 20 und 300 Millionen Euro in den Sektoren Smart City, Software sowie Industrial Deep-Tech. 

Deals in Verhandlung

Die EU-Kommission hat eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme von Porta durch XXXLutz eingeleitet. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, gibt es nach einer vorläufigen Untersuchung Hinweise, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb in Deutschland, Tschechien und der Slowakei schädigen könnte. Vor allem in Deutschland konkurrierten beide Unternehmen im Möbel-Discount-Segment in zahlreichen Regionen direkt miteinander. Zusätzlich befürchtet die Kommission Risiken auf der Beschaffungsseite: Möbellieferanten könnten nach einer Fusion stärker von einem einzigen Großabnehmer abhängig werden, da mit Porta ein relevanter alternativer Abnehmer wegfiele. Die Behörde hat bis zum 25. Februar 2027 Zeit für eine Entscheidung. 

Parallel ermittelt die Kommission wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Stillhalteverpflichtung. Die Übernahme soll nach Kommissionsangaben bereits Anfang Januar 2025 öffentlich bekannt gegeben worden sein, formal angemeldet wurde sie aber erst am 7. September. Die vertiefte Prüfung bedeutet nicht automatisch, dass der Deal am Ende untersagt wird. 

M&A-Gerüchteküche

Der deutsch-französische Panzerbauer KNDS könnte ein Staatskonzern werden. Die deutschen EigentümerfamilienBraunbehrens und Bode verhandeln derzeit wohl über den Verkauf ihrer 50-prozentigen Beteiligung an die Bundesregierung. Das geht aus einem Bericht des „Handelsblatts“ hervor, der sich auf mit den Verhandlungen vertrauten Personen bezieht. Eine finale Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen. Der Kaufpreis ist derzeit noch offen. 

Ursprünglich hatten die Eigentümerfamilien einen Börsengang des Konzerns angestrebt, mit dem sie mindestens 15 Milliarden Euro erlösen wollten. Im Zuge dessen hätte Deutschland 40 Prozent der Anteile übernommen, während Frankreich seine Anteile auf ebenfalls 40 Prozent reduziert hätte. Die restlichen 20 Prozent wären an die Börse gegangen.  

Angesichts des aktuell schwierigen Marktumfelds für Rüstungsaktien rückt dieser Plan zunehmend in den Hintergrund. Inzwischen gilt am Markt nur noch rund die Hälfte als realistisch erzielbar. Mit einer vollständigen Übernahme des deutschen Anteils möchte die Bundesregierung eine zu starke französische Dominanz bei KNDS verhindern. Frankreich hält derzeit 50 Prozent an KNDS. Für die Bundeswehr ist der Panzerhersteller strategisch wichtig, da er unter anderem die Modelle Leopard 2 und Schützenpanzer Puma produziert. 

Info

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Galeria rettet das Weihnachtsgeschäft und sucht einen Käufer https://www.finance-magazin.de/transformation/insolvenz/galeria-rettet-das-weihnachtsgeschaeft-und-sucht-einen-kaeufer-252624/ Tue, 13 Oct 2026 10:27:42 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252624 Vertraute Fassade, ungewisse Zukunft: Galeria sucht nach der vierten Insolvenz erneut einen Käufer. Foto: Heorshe - adobe.stock.com

Vierte Insolvenz, vierter Neustart: Galeria sichert die Löhne für den Winter und bereitet parallel einen Investorenprozess vor. Interessenten sollen bereits da sein.

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Vertraute Fassade, ungewisse Zukunft: Galeria sucht nach der vierten Insolvenz erneut einen Käufer. Foto: Heorshe - adobe.stock.com

Vierte Insolvenz, vierter Neustart: Galeria sichert die Löhne für den Winter und bereitet parallel einen Investorenprozess vor. Interessenten sollen bereits da sein.

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Crédit Agricole übernimmt die IKB Deutsche Industriebank https://www.finance-magazin.de/banking-berater/firmenkundengeschaeft/credit-agricole-uebernimmt-die-ikb-deutsche-industriebank-252588/ Tue, 13 Oct 2026 08:10:42 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252588 Crédit Agricole treibt die Deutschland-Strategie voran und übernimmt die IKB Deutsche Industriebank. Foto: Pawel-Wierzchowski - stock.adobe.com 

Crédit Agricole treibt die Deutschland-Strategie voran: Die Franzosen übernehmen die IKB Deutsche Industriebank von Lone Star und sichern sich damit eine etablierte Mittelstandskundenbasis.

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Crédit Agricole treibt die Deutschland-Strategie voran und übernimmt die IKB Deutsche Industriebank. Foto: Pawel-Wierzchowski - stock.adobe.com 

Crédit Agricole treibt die Deutschland-Strategie voran: Die Franzosen übernehmen die IKB Deutsche Industriebank von Lone Star und sichern sich damit eine etablierte Mittelstandskundenbasis.

Die Crédit Agricole macht Ernst mit ihrer Deutschland-Strategie. Frankreichs zweitgrößte Bank übernimmt die IKB Deutsche Industriebank von dem Private-Equity-Investor Lone Star Funds. Für die Franzosen handelt es sich um einen der größten Zukäufe in Deutschland.

Crédit Agricole finanziert die Transaktion vollständig aus eigenen Mitteln. Der Kaufpreis wurde nicht genannt. Der Deal wirkt sich auf die harte Kernkapitalquote CET1 der Muttergesellschaft mit rund 20 Basispunkten negativ aus. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Freigaben, der Prüfung nach der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen sowie der Genehmigung durch die Europäische Zentralbank. Der Abschluss ist für Ende des zweiten Quartals 2027 geplant. Die Kanzlei Hengeler Mueller beriet Lone Star bei der Transaktion.

Vollständig überraschend kommt der Deal nicht. Gerüchte über ein Interesse der Franzosen an der IKB gab es schon seit Wochen. Trotzdem wich Crédit-Agricole-Chef Olivier Gavalda noch vergangene Woche in Frankfurt gezielt Fragen nach einem möglichen IKB-Interesse aus: „Wir konzentrieren uns auf unser organisches Wachstum. Aber wir ergreifen auch Möglichkeiten, wenn sie sich bieten.“

Deutschland als Kernmarkt für Crédit Agricole

Die IKB-Übernahme zahlt dabei auf die ausgerufene Strategie ACT2028 ein. Demnach wollen die Franzosen ihren deutschen Marktanteil im Firmenkundengeschäft ausbauen und tiefer in den Mittelstand vordringen. Künftig will die Bank auch Unternehmen ab einem Umsatz von 500 Millionen Euro ansprechen. Bislang lag die Untergrenze bei einer Milliarde Euro Umsatz. Mit der IKB bekommt die Bank nun auf einen Schlag eine etablierte Kundenbasis im deutschen Mittelstand und ein Netzwerk in diesem Segment.

Die IKB ist auf den gehobenen deutschen Mittelstand spezialisiert und bietet ihre Dienstleistungen sektorübergreifend ab einem Jahresumsatz von 100 Millionen Euro an. Die IKB beschäftigt rund 600 Mitarbeiter an sechs Standorten, darunter Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und Stuttgart. Zum Jahresende 2025 wies die Bank mit Stammsitz in Düsseldorf eine Bilanzsumme von 14,3 Milliarden Euro aus, das Kreditvolumen lag bei 8,2 Milliarden Euro. Das Neugeschäft legte 2025 um 27 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro zu, nachhaltige Finanzierungen machten dabei rund 32 Prozent aus. Den Jahresüberschuss bezifferte die IKB auf rund 61 Millionen Euro.

IKB war 18 Jahre in Private-Equity-Hand

Lone Star hatte die IKB 2008 in einer Notrettung übernommen, nachdem sie sich mit Engagements in US-amerikanischen Subprime-Produkten in der Finanzkrise schwer verkalkuliert hatte. Der Finanzinvestor restrukturierte die Bank grundlegend und brachte sie wieder auf einen profitablen Kurs.

Den Ausstieg versuchte Lone Star allerdings schon deutlich früher: Bereits 2010 sondierte der Investor erste Verkaufsoptionen, immer wieder galt BNP Paribas als möglicher Käufer. Zuletzt kursierten zudem Gerüchte, dass auch die Helaba einen Kauf der IKB prüfe und eine Offerte von über 600 Millionen Euro in Betracht ziehe. Den Zuschlag bekamen nun jedoch die Franzosen.

Crédit Agricole baut paneuropäische Mittelstandsplattform

Für Crédit Agricole ist der Zukauf Teil einer größeren Strategie. Der Konzern will eine paneuropäische Plattform für mittelständische Unternehmen aufbauen, die auf drei Märkten fußt: Frankreich, wo Crédit Agricole nach eigenen Angaben der größte Unternehmensfinanzierer ist, Italien, wo Crédit Agricole Italia mehr als sechs Millionen Kunden betreut, und künftig Deutschland.

Den aktuellen Marktanteil der Crédit Agricole Corporate and Investment Bank in Deutschland beziffert der Konzern nach Daten von Refinitiv auf rund 3,5 Prozent. Sektoral will Crédit Agricole dabei vor allem in den Bereichen Rüstung, Technologie sowie Agrar- und Lebensmittelindustrie zulegen, also in Segmenten, in denen der Konzern europaweit bereits stark aufgestellt ist. Im FINANCE Banken-Survey landete die CR auf dem 18. Platz.

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Exklusiv: Emeram holt sich Verstärkung für Value Creation https://www.finance-magazin.de/deals/private-equity/exklusiv-emeram-holt-sich-verstaerkung-fuer-value-creation-252460/ Mon, 12 Oct 2026 10:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252460 Am Hauptsitz in München stellt EMERAM die Weichen für mehr Value Creation in seinem Portfolio. Foto:  Engel Drohnenpilot - adobe.stock.com

Emeram baut seine Value-Creation-Kompetenz aus und vergrößert dafür den Partnerkreis. Der Neuzugang bringt Erfahrung aus dem Digitalgeschäft und aus dem Portfolio des Private-Equity-Investors mit.

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Am Hauptsitz in München stellt EMERAM die Weichen für mehr Value Creation in seinem Portfolio. Foto:  Engel Drohnenpilot - adobe.stock.com

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M&A-Deals: SAP, Personio, DHL https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-sap-personio-dhl-252335/ Fri, 09 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252335 SAP und Techwolf arbeiten bereits über eine Partnerschaft zusammen, nun folgt die Übernahme. Foto: kittyfly - stock.adobe.com

SAP holt sich weitere KI-Expertise ins Haus, Personio übernimmt Circula und DHL schnappt sich den Paketautomaten-Betreiber Myflexbox: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

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SAP und Techwolf arbeiten bereits über eine Partnerschaft zusammen, nun folgt die Übernahme. Foto: kittyfly - stock.adobe.com

SAP holt sich weitere KI-Expertise ins Haus, Personio übernimmt Circula und DHL schnappt sich den Paketautomaten-Betreiber Myflexbox: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

SAP schnappt sich belgischen KI-Spezialisten

SAP übernimmt Techwolf, einen in Gent gegründeten Spezialisten für KI-gestützte Personalplanung. Über den Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben, der Abschluss ist noch vor Jahresende geplant.

Im Mittelpunkt des Deals steht Techwolfs Produkt „Context Graph for Work“, das Tätigkeiten und Fähigkeiten von Beschäftigten erfasst und mit der Unternehmensstrategie verknüpft. SAP-Kunden haben zu dem Angebot bereits über eine bestehende Partnerschaft der beiden Unternehmen Zugang. Techwolf wurde 2018 gegründet und sammelte Berichten zufolge im Frühjahr 43 Millionen US-Dollar ein. SAP soll an der Finanzierungsrunde als Investor beteiligt gewesen sein. Nach der Übernahme soll Techwolf als eigenständiges Unternehmen unter dem bisherigen Chef Andreas De Neve weiterbestehen.

Personio kauft Ausgabenmanager Circula

Der Münchner HR-Softwareanbieter Personio übernimmt Circula, eine 2017 in Berlin gegründete Ausgabenmanagement-Plattform für mittelständische Unternehmen. Im Zuge der Transaktion wechselt das gesamte Team zu Personio. Finanzielle Details nannten beide Seiten nicht.

Für Personio soll der Deal eine Lücke schließen. Der Münchner HR-Softwareanbieter hat zuletzt eine eigene Lohnabrechnung aufgebaut und will nun auch Auslagen, Firmenkarten und Benefits auf derselben Plattform abbilden. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit mehreren Jahren zusammen und teilen sich eine gemeinsame Kundenbasis.

DHL baut Paketstationsnetz mit Myflexbox aus

DHL übernimmt Myflexbox, einen Salzburger Betreiber von rund 3.000 anbieteroffenen Paketautomaten in Deutschland und Österreich. Verkäufer ist der britische Finanzinvestor Star Capital, der 2023 die Mehrheit an dem 2018 als Tochterunternehmen der Salzburg AG gegründeten Start-up übernommen hatte. Über den Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben.

Für DHL schließt der Zukauf laut eigenen Aussagen eine strategische Lücke im anbieterunabhängigen Automatensegment. Das Unternehmen führt Myflexbox mit seiner eigenen Marke „DeinFach” zusammen, die derzeit rund 1.700 Automaten in Deutschland betreibt. Myflexbox soll dennoch als eigenständige Marke erhalten bleiben und weiterhin alle Paketdienstleister gleichberechtigt bedienen, um das Alleinstellungsmerkmal der Anbieterunabhängigkeit zu wahren.

Bis 2030 plant DHL, das kombinierte Netz auf 25.000 Standorte in Deutschland auszubauen, rund siebenmal mehr als der aktuelle Myflexbox-Bestand. Mit dem Zukauf kommt DHL insgesamt auf mehr als 21.000 Automatenstandorte.

Weitere M&A-Deals

Zeiss übernimmt Ceres Holographics, einen 2009 gegründeten schottischen Spezialisten für holografische Technologien mit Sitz in Livingston. Der Jenaer Optikkonzern integriert das Unternehmen in seine Geschäftseinheit Zeiss Microoptics, die sich auf die Industrialisierung der Holografie für Automotive, Luft- und Raumfahrt sowie den Consumerbereich konzentriert. Im Mittelpunkt steht die Technologie von Ceres für holografische Windschutzscheiben-Displays, die Zeiss mit seiner eigenen Pro-Sight-Plattform kombinieren will. Der Konzern plant mit dem Zukauf die Marktreife der Technologie zu beschleunigen und perspektivisch auch Bereiche wie Near-to-Eye-Displays und den Einzelhandel zu erschließen.

EMP wechselt den Besitzer: Der 1986 gegründete europäische Händler für Rock- und Metal-Merchandise ist künftig in den Händen der britischen Medien- und Commerce-Plattform Whynow, die EMP von Warner Music übernimmt. EMP soll in die Plattform integriert werden und Künstlern sowie Rechteinhabern künftig eine zentrale Anlaufstelle für Merchandise, E-Commerce und Medieninhalte bieten. Für Whynow ist der Zukauf der Einstieg in den europäischen Direktvertrieb. Im Zuge der Transaktion errichtet Whynow zudem einen Standort in Berlin. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Kanzlei Gleiss Lutz beriet Warner Music beim Verkauf.

Die Gründer des Fitness-Wettkampfformats Hyrox, Christian Toetzke und Moritz Fürste, investieren in das britische Fitness-Start-up Xenom. Über die Höhe des Investments machten beide Seiten keine Angaben. Gleichzeitig vereinbarten Hyrox und Xenom eine strategische Partnerschaft in den Feldern Marketing, Eventaktivierung und Ausbildung. Xenom veranstaltet stadionbasierte Wettkämpfe in zehn standardisierten Fitnessdisziplinen und hatte zuletzt 15 Millionen US-Dollar in einer Seed-Runde eingesammelt, die von der Investmentgesellschaft WNDR um Jeffrey Katzenberg angeführt wurde. Xenom plant nach ersten Wettkämpfen in Dallas, London, Miami und Malaga für 2027 seine erste vollständige internationale Saison.

Der britische Cloud-ERP-Software-Anbieter Unit4 übernimmt Napta. Napta betreibt eine Plattform für Ressourcenmanagement und Skills Intelligence. Über den Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben. Die Franzosen betreuen nach eigenen Angaben mehr als 100 Kunden in Europa und bleiben nach dem Zusammenschluss unter der Führung von Mitgründer Arnaud Caldichoury eigenständig. Für Unit4 schließt der Zukauf eine Lücke im Bereich kompetenzbasierter Personalplanung für Dienstleister.

Das Kölner Buchungsmanagement-Start-up Anny übernimmt den Kölner KI-Spezialisten Hidesk, weniger als ein Jahr nach dessen Gründung. Das gesamte Team bleibt operativ an Bord. Hidesk betreut nach eigenen Angaben mehr als 250 Kunden und wächst derzeit stark. Mit dem Zusammenschluss will Anny KI‑gestützte Kundenkommunikation mit dem eigenen Buchungssystem verbinden. Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

M&A-Berater-News

Carlos Robles y Zepf wechselt als Partner in die Corporate-M&A-Praxis von Baker Tilly am Frankfurter Standort. Er kommt von Mayer Brown, wo er seit 2021 als Partner tätig war. Zuvor arbeitete er unter anderem bei DLA Piper als Partner und Co-Chair der Industriegruppe Chemicals. Sein Schwerpunkt liegt auf Transaktionen in den Bereichen Industrials, Energy und Infrastructure.

Deals in Verhandlung

Der Bund leitet die Reprivatisierung des verstaatlichten Gaskonzerns Sefe ein. Das Wirtschaftsministerium hat nach eigenen Angaben den Bewerbungsprozess für beratende Kanzleien und Investmentbanker gestartet. Insidern zufolge soll Lazard den Verkaufsprozess begleiten. Dieser soll demnach Anfang 2027 beginnen, ein Börsengang gilt laut Ministeriumskreisen als unwahrscheinlich. Wie die „Börsen-Zeitung“ berichtet, werde der Unternehmenswert auf rund sechs Milliarden Euro geschätzt, was dem staatlichen Rettungsbetrag von 2022 entspricht.

Der US-Finanzinvestor Apollo hat ein unverbindliches Angebot für den verstaatlichten Energieversorger Uniper abgegeben, wie „Reuters“ berichtet. Im Rennen sind demnach außerdem der tschechische Energiekonzern EPH, ein Konsortium aus Brookfield und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB sowie der norwegische Energiekonzern Equinor. Zudem soll ein Konsortium aus KKR und RWE ein Angebot eingereicht haben. Der Bund hält 99,12 Prozent an Uniper und will bis zu 74,12 Prozent verkaufen. Reuters zufolge könnte der Deal Uniper mit rund zehn Milliarden Euro bewerten. Das Finanzministerium lässt sich von UBS und JPMorgan beraten.

Die NRW-SPD schaltet sich in den möglichen Übernahmeversuch von BASF bei Evonik ein. Die Fraktion hat am Dienstag einen Antrag im Landtag eingereicht, der die Landesregierung auffordert, die Eigenständigkeit des Chemiekonzerns zu sichern. Eine Landesbeteiligung solle dabei kein Tabu sein. Zuerst hatte das „Manager Magazin“ berichtet.

Konkret bringt die SPD eine gemeinsame Beteiligung von Land und RAG-Stiftung von „50 Prozent plus X“ ins Spiel, möglicherweise finanziert über die NRW-Bank. Das würde nach SPD-Berechnungen rund 800 Millionen Euro kosten. Die RAG-Stiftung hält derzeit 44 Prozent an Evonik. Stiftungschef Bernd Tönjes steht dem Plan skeptisch gegenüber und hat mehrfach betont, seinen Anteil eher auf 25,1 Prozent reduzieren zu wollen.

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Info

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Abrupter Abgang: FMC-Chefin Helen Giza muss gehen https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/abrupter-abgang-fmc-chefin-helen-giza-muss-gehen-252286/ Thu, 08 Oct 2026 08:51:48 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252286 Helen Giza führte Fresenius Medical Care seit Dezember 2022 als CEO – nun endet ihre Zeit beim Dialysekonzern abrupt. Foto: Fresenius Medical Care

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M&A-Deals: Berentzen, Fresenius, Condor https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-berentzen-fresenius-condor-251884/ Fri, 02 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251884 Die Schweizer Pensionskasse Aevum stemmt sich gegen die Sazerac-Offerte für Berentzen. Foto: Berentzen

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Berentzen-Übernahme: Gegenwind für Sazerac

Gegen die geplante Berentzen-Übernahme durch Sazerac regt sich Widerstand. Die Schweizer Pensionskasse Aevum, drittgrößter Aktionär mit rund 10 Prozent, lehnt den Angebotspreis von 5,55 Euro je Aktie als zu niedrig ab und erwägt laut „Bloomberg“ sogar, ihren Anteil aufzustocken. Analysten von Montega beziffern den fairen Wert auf 7 Euro, rechnen aber dennoch mit mehrheitlicher Zustimmung. Die Berentzen-Aktie notierte zuletzt bei 5,74 Euro und damit über dem Angebotspreis.

Sazerac bietet insgesamt rund 53,3 Millionen Euro, was einem Aufschlag von rund 68 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs entspricht. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen die Offerte. Für den Vollzug braucht Sazerac mindestens 50 Prozent plus eine Aktie, anschließend soll Berentzen von der Börse genommen werden. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

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Fresenius übernimmt Mabxience vollständig für 750 Millionen

Fresenius schnappt sich die verbleibenden 45 Prozent an der spanischen Biosimilars-Plattform Mabxience und zahlt dafür bis zu 750 Millionen Euro, davon 50 Millionen als bedingte Zahlung nach erfolgreichen Produktionsstätten-Zulassungen. Verkäufer sind Insud Pharma und Invim Corporativo. Die Transaktion wurde bereits unterzeichnet und vollzogen, da behördliche Genehmigungen nicht erforderlich waren. Fresenius hatte bereits 2022 eine Mehrheitsbeteiligung von 55 Prozent erworben und führte Mabxience seitdem als voll konsolidierte Tochtergesellschaft.

Mit der Vollübernahme bündelt Fresenius seine Biosimilars-Aktivitäten vollständig in seiner Tochter Fresenius Kabi. Der Schritt ist Teil der konzernweiten Strategie „Future Fresenius“, die bis 2030 eine Verdoppelung des Biopharma-Umsatzes bei einer Ebit-Marge von rund 20 Prozent anstrebt. Finanziert wird die Akquisition aus vorhandener Liquidität und operativem Cashflow, eine neue Finanzierung war nicht erforderlich.

Mabxience betreibt drei Produktionsstätten in Spanien und Lateinamerika, beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeitende und erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 320 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst vier zugelassene Biosimilar-Produkte sowie acht Entwicklungskandidaten. Linklaters beriet Fresenius bei der Transaktion.

Attestor übernimmt Condor vollständig vom Staat

Condor ist künftig vollends in der Hand von Attestor. Der Finanzinvestor zieht eine Kaufoption und übernimmt die verbleibenden 49 Prozent an dem Ferienflieger Condor, die bislang über die SG Luftfahrtgesellschaft im Auftrag des Bundes und des Landes Hessen gehalten wurden. Der Vollzug ist für den 31. August 2027 geplant. Die Option war bereits beim Einstieg von Attestor im Jahr 2021 vereinbart worden.

Der Staat war inmitten einer doppelten Krise eingesprungen: Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook traf die Corona-Pandemie die ohnehin geschwächte Airline. Die Staatshilfen zahlte Condor im Frühjahr 2026 vorzeitig zurück, womit der Weg für den vollständigen Rückzug des Bundes frei war.

Mit der Vollübernahme erhält Attestor die alleinige Kontrolle über eine Airline im Umbau. Condor hat in den vergangenen Jahren seine Langstreckenflotte erneuert und baut das Kurz- und Mittelstreckennetz aus. Der Aufbau eines eigenen Zubringernetzes für das Drehkreuz Frankfurt gewinnt zusätzlich an Bedeutung, nachdem Lufthansa den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat.

Viessmann Generations Group steigt bei Venios ein

Die Viessmann Generations Group erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an dem Frankfurter Softwareunternehmen Venios. Das 2012 gegründete Unternehmen entwickelt mit Venios.Net eine Plattform, die Mess- und Netzdaten aus unterschiedlichen Systemen zu einem digitalen Zwilling des Stromnetzes zusammenführt. Netzbetreiber können damit Stromverteilung analysieren, Engpässe frühzeitig erkennen und den Netzausbau simulationsgestützt planen.

Für die Viessmann Generations Group fügt sich die Beteiligung in den Aufbau eines Portfolios rund um digitale Energieinfrastruktur ein. Die Venios-Software ergänzt die Hardware-Kompetenz der seit 2024 zur Gruppe gehörenden Gritec, die anschlussfertige Technikgebäude und Trafostationen für Energienetze anbietet. Gemeinsam sollen integrierte Hard- und Softwarelösungen für Energieversorger und Industriekunden entstehen. Die KanzleiSchalast beriet die Viessmann Generations Group bei der Transaktion.

Weitere M&A-Deals

Certania tritt erstmals in den italienischen Gesundheitsmarkt ein: Die Münchener Zertifizierungs-Holding übernimmt das Unternehmen Class. Das italienische Unternehmen bietet Qualifizierungs-, Validierungs- und Umweltmonitoring-Dienstleistungen für Krankenhausumgebungen an. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Baker Tilly beriet Certania in den Bereichen Financial und Tax Due Diligence.

Die Healthcare-Gruppe Heal übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an dem deutschen Medizinalcannabis-Anbieter Grünhorn, der Versandapotheke, Pharmagroßhandel sowie Fulfillment- und Telemedizin-Dienste unter einem Dach bündelt. Heal ist über sein Portfoliounternehmen Khiron bereits im deutschen Markt aktiv und will die Marktposition von Grünhorn weiter ausbauen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Pava Partners beriet exklusiv die Gesellschafter von Grünhorn bei der Transaktion.

MBS steigt mit 20 Prozent beim Münchener Antennenspezialisten HPS ein. Für den hessischen Raumfahrtdienstleister ist es nach dem Einstieg beim Berliner Satellitenbauer Berlin Space Technologies im Mai 2026 der zweite strategische Zukauf zum Aufbau einer integrierten Wertschöpfungskette im deutschen Raumfahrtsektor. HPS will die frischen Mittel in Produktion, Serienfähigkeit und Digitalisierung seiner Standorte in Deutschland und Rumänien investieren.

Deals in Verhandlung

Der 4,2 Milliarden Dollar schwere Kauf der israelischen Reederei ZIM durch Hapag-Lloyd kommt vorerst nicht voran. Die israelische Government Companies Authority (GCA) beendete ihre Prüfung der Transaktion Ende September ohne Entscheidung. Kern des Problems: Das Finanzministerium in Jerusalem sieht durch die Beteiligungen Katars (12 Prozent) und Saudi-Arabiens (10 Prozent) an Hapag-Lloyd ein, wie es in einem Protokoll vom 28. September heißt, „reales Risiko für die Entstehung eines israelfeindlichen ausländischen Einflusses“.

Die GCA muss die Übertragung der sogenannten Golden Shares von ZIM auf Hapag-Lloyds israelischen Partner FIMI genehmigen, die Jerusalem Mitspracherechte bei versorgungsrelevanten Entscheidungen sichern. Hapag-Lloyd und FIMI hatten kurz vor dem GCA-Beschluss eine nachgebesserte Offerte eingereicht, die unter anderem eine eigenständige ZIM Israel vorsieht, die vollständig unter israelischer Kontrolle über FIMI verbleiben soll. Für die Prüfung dieses neuen Angebots müsste laut GCA jedoch ein komplett neues Verfahren beantragt werden.

Hapag-Lloyd-CEO Rolf Habben Jansen zeigte sich gegenüber dem Handelsblatt dennoch zuversichtlich: „Wir bleiben zuversichtlich, dass wir am Ende alle erforderlichen Genehmigungen bekommen werden.“ In Branchenkreisen wird dem Handelsblatt zufolge spekuliert, dass Hapag-Lloyd zunächst die israelischen Parlamentswahlen am 27. Oktober abwarten und danach einen neuen Antrag stellen wird. Auch die Arbeitnehmervertreter von ZIM stellen sich gegen den Deal.

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Milliarden-Deal: Hapag-Lloyd übernimmt Reederei ZIM

Die Nummer 5 übernimmt die Nummer 10 für 4,2 Milliarden US-Dollar. Hapag-Lloyd kauft die israelische Reederei ZIM und festigt damit die Position im hart umkämpften Logistikmarkt.

M&A-Gerüchteküche

Im Reprivatisierungsprozess von Uniper verdichten sich die Gerüchte. Wie „Bloomberg“ berichtet, haben sich RWE und der Finanzinvestor KKR für ein unverbindliches Gebot zusammengetan. Pikant: RWE-Chef Markus Krebber hatte noch im August erklärt, sein Konzern habe „kein Interesse und keine Absicht, Uniper zu kaufen“. Weitere Bieter sollen  „Bloomberg“ zufolge Brookfield gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board, die EP Group von Daniel Křetínský sowie Equinor sein. Alle Genannten lehnten eine Stellungnahme ab. Der Bund hatte Uniper 2022 mit 13,5 Milliarden Euro gerettet und muss den Konzern laut EU-Auflage bis Ende 2028 zu mindestens 75 Prozent reprivatisieren.

Info

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