Frederic Haupt, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/hfreddy/ für kluge Finanzentscheidungen Fri, 11 Sep 2026 07:36:53 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.4 M&A-Deals: Aldi Süd, Lufthansa Cargo, DHL https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-aldi-sued-lufthansa-cargo-dhl-250751/ Fri, 11 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250751 Aldi Süd auf Expansionskurs: Mit dem Einstieg bei Dali betritt der Discounter den philippinischen Markt. Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com 

Aldi Süd shoppt auf den Philippinen, Lufthansa Cargo übernimmt den Frachtabfertiger LUG und DHL expandiert in Uruguay: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

]]>
Aldi Süd auf Expansionskurs: Mit dem Einstieg bei Dali betritt der Discounter den philippinischen Markt. Foto: Markus Mainka - stock.adobe.com 

Aldi Süd shoppt auf den Philippinen, Lufthansa Cargo übernimmt den Frachtabfertiger LUG und DHL expandiert in Uruguay: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Aldi Süd steigt bei philippinischem Discounter ein

Aldi Süd expandiert auf die Philippinen. Der Discounter beteiligt sich dort an der Einzelhandelskette Dali Everyday Grocery, die mehr als 1.300 Filialen betreibt und nach eigenen Angaben täglich über 1 Million Kunden bedient. Für Aldi Süd, das bislang in elf Ländern mit eigenen Filialen vertreten ist, ist es der Einstieg in den philippinischen Markt. CFOMarcus Almeling begründet den Schritt auf „Linkedin“ mit dem Wachstumspotenzial des Landes und der Nähe zum eigenen Geschäftsmodell: Dali setze wie Aldi Süd auf ein fokussiertes Sortiment und konsequente Kostenkontrolle. Finanzielle Details zur Transaktion wurden nicht offengelegt.

Mit dem Investment setzt Aldi Süd auf ein Geschäftsmodell, das dem eigenen Hard-Discount-Ansatz ähnelt: fokussiertes Sortiment, schlanke Kostenstruktur, einheitliches Filialformat. Almeling betont, der Hard-Discount-Ansatz funktioniere nur dann, wenn Prozesse konsequent durchgehalten würden, von Sortimentsentscheidungen bis zur Kostenkontrolle. Dali soll nach Vollzug der Transaktion weiterhin eigenständig geführt werden. Das lokale Management trägt weiterhin die operative Verantwortung.

Der Deal reiht sich in die internationale Expansionsstrategie von Aldi Süd ein, die zunehmend auf Beteiligungen in Wachstumsmärkten außerhalb Europas setzt.

Lufthansa Cargo übernimmt Frachtabfertiger LUG

Lufthansa Cargo kauft LUG Aircargo Handling von der Dettmer Group. LUG Aircargo Handling ist ein Luftfrachtabfertiger mit rund 400 Mitarbeitenden. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher und behördlicher Genehmigungen.

Mit dem Zukauf sichert sich Lufthansa Cargo zusätzliche Handling-Kapazitäten. LUG Aircargo Handling ergänzt dabei die bestehende Infrastruktur am Frankfurter Hub, die Lufthansa Cargo im Rahmen des Programms LCCevo derzeit für rund 600 Millionen Euro modernisiert. Der Zukauf ist Teil der Wachstumsstrategie der Frachttochter der Lufthansa Group. LUG Aircargo Handling soll nach Vollzug der Transaktion am Markt eigenständig bleiben, bestehende Kundenbeziehungen und Strukturen bleiben erhalten.

DHL kauft sich erstmals direkt in Uruguay ein

DHL schlägt in Südamerika zu. Das Tochterunternehmen DHL Global Forwarding übernimmt Aero Cargas, einen uruguayischen Logistik- und Frachtspezialisten, und betritt damit erstmals direkt den uruguayischen Markt. Aero Cargas verfügt über mehr als 58 Jahre Erfahrung im südamerikanischen Logistiksektor und war bereits seit 33 Jahren Partnerunternehmen von DHL. Durch die Übernahme wandelt DHL die langjährige Partnerschaft in eine vollständig eigenbetriebene Einheit um. Zudem baut DHL mit dem Deal die eigene Kompetenz in der Pharmalogistik, im Freihandelszonenbetrieb sowie in der industriellen Projektlogistik aus.

Aero Cargas wird in den PAC-Cluster von DHL Global Forwarding integriert, der Peru, Ecuador, Argentinien und Chile umfasst. Alle bisherigen Mitarbeiter wechseln zu DHL. Der Deal ist Teil eines Investitionsprogramms der DHL Group über 2 Milliarden Euro, von denen rund 10 Prozent nach Lateinamerika fließen sollen.

Weitere M&A-Deals

Die Porsche-Holding beteiligt sich an dem US-Raumfahrtunternehmen Stoke Space. Im Rahmen einer Series-E-Runde, die insgesamt rund 1 Milliarde US-Dollar einbrachte, investiert die Stuttgarter Beteiligungsgesellschaft einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionen-US-Dollar-Bereich. Die Runde wurde von Point72 Ventures und Spark Capital angeführt. Für die Porsche-Holding ist es nach dem Einstieg bei Isar Aerospace das zweite Investment in ein Raumfahrtunternehmen. Stoke Space entwickelt eine zweistufige Trägerrakete mit vollständiger Wiederverwendbarkeit beider Stufen. Der Erststart der Nova-Rakete ist für Anfang 2027 geplant.

Unicredit steigt beim Frankfurter Fintech VC Trade ein und sichert sich eine Option auf weiteren Anteilsausbau. Die 2016 gegründete Plattform betreibt einen digitalen Marktplatz für Konsortialkredite und Schuldscheindarlehen. Mit dem Deal will Unicredit die internationale Expansion von VC Trade vorantreiben und zugleich die eigene digitale Infrastruktur im deutschen Unternehmenskundengeschäft stärken, das die Mailänder Bank parallel auch durch die laufenden Übernahmeverhandlungen mit der Commerzbank ausbaut. 

Die Trip.com Group erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung am Frankfurter Kreuzfahrtspezialisten E-Hoi. Das 2003 gegründete Unternehmen vertreibt Hochsee- und Flusskreuzfahrten in acht europäischen Märkten und soll innerhalb der Trip.com Group eigenständig weitergeführt werden. Gründer Detlev Schäferjohann bleibt als Gesellschafter und CEO an Bord. Mit dem Zukauf baut die in Singapur ansässige Reiseplattform ihre Präsenz im europäischen Kreuzfahrtmarkt aus. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Die KanzleiLinklaters beriet die Trip.com Group, während CMS auf der Verkäuferseite agierte.

Blick in den M&A-Markt

Henkel-Chef Carsten Knobel stellt weitere Übernahmen in Aussicht. Wie er der „Rheinischen Post“ sagte, hat der Konzern in den vergangenen Monaten bereits Unternehmenskäufe im Wert von rund 5 Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen. Weitere Zukäufe seien geplant, sofern strategischer Fit, Verfügbarkeit und finanzielle Attraktivität stimmen: „Wenn das gegeben ist, greifen wir auch zu.“ Im Fokus stehen die Sparten Adhesive Technologies und Consumer Brands. Konkrete Übernahmeziele oder einen Zeitplan nannte Knobel nicht.

Nach TKMS und TK Accelis steht der nächste Spin-off-Kandidat bei Thyssenkrupp fest: die Stahlsparte Steel Europe. Wie Finanzvorstand Axel Hamann der „Börsen-Zeitung“ sagte, stellt sich die Sparte Ende September auf einem Kapitalmarkttag erstmals Investoren vor. Einen konkreten Zeitplan für die Verselbständigung nannte Hamann nicht, betonte aber: „Beim Stahl haben wir in dieser Hinsicht bereits große Fortschritte gemacht.“ Bis 2030 soll der Umbau des Konzerns zur Finanzholding abgeschlossen sein.

Der europäische Markt für digitale Infrastruktur hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich angezogen. Laut dem Digital Infra Investment Review von TMT Finance und Datasite wurden 112 M&A-Transaktionen mit einem Gesamtwert von 39 Milliarden US-Dollar verzeichnet, ein Plus von 42 Prozent beim Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Vereinigte Königreich dominiert dabei als stärkster Einzelmarkt Europas mit 30 Deals im Wert von rund 30,2 Milliarden US-Dollar über alle Sektoren hinweg.

Wachstumsmotor bleibt das Rechenzentrumsgeschäft. Mit 56 abgeschlossenen Deals und einem Gesamtwert von 22,7 Milliarden US-Dollar hat sich das Volumen gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 nahezu verdoppelt. Treiber sind die steigende Nachfrage nach Rechenkapazitäten für KI– und Hyperscale-Workloads sowie der Zugang zu gesicherter Stromversorgung. 

Der Blick auf die Pipeline lässt weitere Aktivität erwarten. 73 Transaktionen mit einem potenziellen Gesamtwert von 78 Milliarden US-Dollar befinden sich im Markt, davon entfallen allein auf Glasfaser 24 potenzielle Deals mit 39 Milliarden US-Dollar. Auch Debt-Finanzierungen zogen an: 57 abgeschlossene Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 62,4 Milliarden US-Dollar wurden im ersten Halbjahr 2026 verzeichnet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

M&A-Berater-News

Christian Schmid wechselt als Managing Director zu DC Advisory und verstärkt dort das globale Infrastrukturteam mit Fokus auf die DACH-Region. Zuletzt beriet er bei Centrus Advisors, davor war er Co-Head of Infrastructure bei Slate Asset Management. Schmid bringt mehr als 20 Jahre Erfahrung in Infrastrukturberatung und -investitionen mit. Sein Schwerpunkt liegt auf der Energiewende, Versorgung und digitaler Infrastruktur.

Info

Sie haben auch von Deals, Personalien oder sonstigen spannenden Gerüchten aus der deutschen M&A-Szene gehört? Dann schreiben Sie uns gerne an frederic.haupt[at]finance-magazin.de

]]>
Legt AMS-Osram den Schalter um?  https://www.finance-magazin.de/transformation/restrukturierung/legt-ams-osram-den-schalter-um-250757/ Fri, 11 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250757 Der Kurs in der Firmenzentrale von AMS-Osram in Premstätten ist klar: Sparmaßnahmen sollen das Unternehmen wieder stabilisieren. Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Nach umfassenden Transformationsprogrammen spricht bei AMS-Osram vieles für eine Wende, doch mehrere Risiken bleiben. Hat AMS-Osram den Schalter schon umgelegt – oder flackert das Licht nur kurz auf?

]]>
Der Kurs in der Firmenzentrale von AMS-Osram in Premstätten ist klar: Sparmaßnahmen sollen das Unternehmen wieder stabilisieren. Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe

Nach umfassenden Transformationsprogrammen spricht bei AMS-Osram vieles für eine Wende, doch mehrere Risiken bleiben. Hat AMS-Osram den Schalter schon umgelegt – oder flackert das Licht nur kurz auf?

]]>
Private-Equity-News: DPE, L Catterton, DBAG https://www.finance-magazin.de/deals/private-equity/private-equity-news-deutsche-private-equity-l-catterton-dbag-250661/ Thu, 10 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250661 Fogtec ist auf Brandschutzsysteme für Industrieanlagen, Rechenzentren und Schienenfahrzeuge spezialisiert. Foto: Maksym Tereshchenko - adobe.stock.com

Deutsche Private Equity übernimmt Fogtec, L Catterton steigt bei dem Fitness-Format Hyrox ein und DBAG veräußert die Gießereigruppe Silbitz an VTC: die spannendsten News aus der Private-Equity-Szene.

]]>
Fogtec ist auf Brandschutzsysteme für Industrieanlagen, Rechenzentren und Schienenfahrzeuge spezialisiert. Foto: Maksym Tereshchenko - adobe.stock.com

Deutsche Private Equity übernimmt Fogtec, L Catterton steigt bei dem Fitness-Format Hyrox ein und DBAG veräußert die Gießereigruppe Silbitz an VTC: die spannendsten News aus der Private-Equity-Szene.

]]>
Aktionär zieht wegen Meschke-Millionen gegen Porsche vor Gericht https://www.finance-magazin.de/cfo/gehalt/aktionaer-zieht-wegen-meschke-millionen-gegen-porsche-vor-gericht-250636/ Wed, 09 Sep 2026 10:49:51 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250636 Der Abgang des früheren Doppelvorstands Lutz Meschke wird zum Fall für das Landgericht Stuttgart. Foto: Porsche AG

Seit Ende 2025 ist Lutz Meschke nicht mehr Vorstand der Porsche SE. Sein Gehalt erhält er trotzdem bis 2030. Das gefällt nicht allen Aktionären und könnte nun ein juristisches Nachspiel haben.

]]>
Der Abgang des früheren Doppelvorstands Lutz Meschke wird zum Fall für das Landgericht Stuttgart. Foto: Porsche AG

Seit Ende 2025 ist Lutz Meschke nicht mehr Vorstand der Porsche SE. Sein Gehalt erhält er trotzdem bis 2030. Das gefällt nicht allen Aktionären und könnte nun ein juristisches Nachspiel haben.

]]>
M&A-Deals: Nestlé, Mann+Hummel, Uhlsport https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-nestle-mannhummel-uhlsport-250290/ Fri, 04 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250290 Nestlé-Chef Philipp Navratil treibt den Portfolioumbau voran und trennt sich vom Vitamingeschäft. Foto: Nestlé

Nestlé trennt sich vom Vitamingeschäft, Mann+Hummel treibt die Portfoliofokussierung voran und Uhlsport geht nach Schweden: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

]]>
Nestlé-Chef Philipp Navratil treibt den Portfolioumbau voran und trennt sich vom Vitamingeschäft. Foto: Nestlé

Nestlé trennt sich vom Vitamingeschäft, Mann+Hummel treibt die Portfoliofokussierung voran und Uhlsport geht nach Schweden: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Nestlé stößt Vitamingeschäft für 1 Milliarde ab

Nestlé treibt seine Portfoliofokussierung weiter voran. Der Schweizer Lebensmittelkonzern verkauft sein Geschäft mit Vitaminen, Mineralstoffen und Nahrungsergänzungsmitteln. Die Sparte geht für 1 Milliarde US-Dollar an den US-Finanzinvestor Yellow Wood Partners, wie die Schweizer mitteilen. Zum Portfolio des Bereichs gehören unter anderem Marken wie Nature’s Bounty und Osteo Bi-Flex sowie das US-Geschäft mit Handelsmarken. Laut Nestlé-Chef Philipp Navratil wolle sich der Konzern künftig gezielt auf wettbewerbsstarke Bereiche fokussieren.

Für Yellow Wood Partners ist es der sechste Carve-out seit 2019. Der Investor hat bereits fünf Mal Konzernteile globaler Konsumgüterunternehmen wie Bayer, Unilever und Reckitt erworben. Der Abschluss der aktuellen Transaktion soll dem Unternehmen zufolge bis zur ersten Hälfte des Jahres 2027 erfolgen.

VTC kauft Membranbioreaktortechnologie von Mann+Hummel

Im Zuge eines Carve-outs trennt sich Mann+Hummel von seinem Geschäftsbereich Membranbioreaktortechnologie. Käufer ist VTC, eine auf mittelständische Unternehmen in der DACH-Region spezialisierte Beteiligungsgesellschaft. Zum veräußerten Bereich gehört die international etablierte Technologieplattform BIO-CEL, mit der Mann+Hummel Membranlösungen für kommunale und industrielle Abwasserbehandlung und Wasserwiederverwendung entwickelt und liefert. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

VTC plant, den Geschäftsbereich als eigenständiges Unternehmen weiterzuentwickeln. Der Investitionsfokus des Käufers liegt auf Geschäftsmodellen, die profitables Wachstum mit messbarem Ressourcenschutz verbinden. Die strukturell steigende Nachfrage nach sauberem Wasser und effizienter Wasseraufbereitung gilt dabei als zentraler Wachstumstreiber.

Für Mann+Hummel, das im Geschäftsjahr 2025 mit mehr als 20.000 Beschäftigten einen Umsatz von rund 4,2 Milliarden Euro erwirtschaftete, ist der Schritt Teil einer Portfoliobereinigung. RSM Ebner Stolz begleitete Mann+Hummel mit finanzwirtschaftlicher und steuerlicher Transaktionsberatung aufseiten des Verkäufers.

Schweden übernehmen Traditionsmarken Uhlsport und Kempa

Der schwedische Textilkonzern New Wave Group kauft den Sportartikelhersteller Uhlsport aus Balingen und übernimmt dabei 100 Prozent der Anteile. Die Eigenständigkeit innerhalb der New Wave Group werde Uhlsport behalten. Die Transaktion soll nach Angaben des schwedischen Konzerns bis Anfang Oktober abgewickelt werden. Zu Uhlsport gehören gleich zwei Traditionsmarken: „Uhlsport” und „Kempa”, die Bekleidung und Ausrüstung für Teamsportarten, insbesondere Fußball und Handball, vertreiben.

Die New Wave Group, die über ihre Sportmarke Craft Vereinbarungen mit rund 5.000 Vereinen in Europa hält, will ihr Sortiment mit dem Zukauf breiter aufstellen. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Uhlsport einen Umsatz von rund 67 Millionen Euro, schrieb dabei jedoch einen geringfügigen Verlust.

Hedgefonds Elliott steigt bei Deutsche Telekom ein

Der US-Hedgefonds Elliott Investment soll sich mehreren Medienberichten zufolge eine größere Beteiligung an der Deutschen Telekom gesichert haben. Zuerst berichtete Bloomberg über den Einstieg. Demnach soll Elliott einen möglichen Deal zwischen dem Bonner Telekommunikationskonzern und seiner Tochter T-Mobile US kritisch sehen. Stattdessen dränge der Fonds offenbar auf Maßnahmen, die den Wert für die Aktionäre auf anderem Wege erhöhen könnten, etwa durch Aktienrückkäufe.

Der aktivistische Investor betrachte die Deutsche Telekom im Vergleich zu anderen Branchenunternehmen als unterbewertet und fordere das Management zum Handeln auf, heißt es weiter. Damit zeichnet sich ein möglicher Interessenkonflikt mit Konzernchef Timotheus Höttges ab. Nach Informationen des „Handelsblatts“ prüft Höttges derzeit eine mögliche Fusion mit T-Mobile US.

Von den beteiligten Akteuren gab es zunächst keine Stellungnahme zu den Berichten über den Einstieg. Die Telekom-Aktie legte zeitweise um mehr als 2 Prozent zu.

Weitere M&A-Deals

Goldbeck setzt auf Expertise aus den USA. Das deutsche Familienunternehmen gründet gemeinsam mit M.A. Mortenson Company ein Joint Venture. Das Joint Venture soll Goldbecks Expertise im seriellen und systematisierten Bau mit der Marktkenntnis und den Projektabwicklungsfähigkeiten von Mortenson verbinden. Ziel ist es, den industrialisierten Bau in den USA ab 2027 voranzutreiben. Die KanzleiLatham & Watkins beriet Goldbeck bei dem Deal.

Der spanische HR-Softwareanbieter Factorial schluckt Empion, die Berliner KI-Personalmanagementfirma von Gründerin Annika von Mutius. Empion bietet ein KI-gestütztes Headhunting-System, das Unternehmen und Personal auf Basis von Unternehmenskultur, Persönlichkeit und Fähigkeiten zusammenbringt. Einen Kaufpreis nannten beide Seiten nicht. Factorial zufolge steigt durch die Akquisition der wiederkehrende Umsatz um mehrere Millionen Dollar. Die Spanier integrieren Empion vollständig ins eigene System. Die Gründerin von Mutius rückt ins Führungsteam des Käufers auf. Für Factorial, zuletzt mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet, ist der Zukauf Teil einer gezielten Expansionsstrategie im europäischen HR-Markt.

Trelleborg greift nach M+R Dichtungstechnik: Der schwedische Polymerspezialist übernimmt den Seligenstädter Profilhersteller vom österreichischen Kautschukkonzern Semperit. Signing und Closing erfolgten am 1. September 2026. M+R erzielte zuletzt mit rund 20 Mitarbeitern einen externen Umsatz von 7,4 Millionen Euro. Externer Umsatz beschreibt dabei den Umsatz, den kundenfremde Dritte außerhalb des Unternehmens erzielt.

M&A-Berater-News

Osborne Clarke eröffnet zum 1. September ein neues Büro in Frankfurt am Main. Mit dem Schritt möchte die internationale Wirtschaftskanzlei ihre Präsenz „in einem der wichtigsten europäischen Finanzzentren” erweitern. Hintergrund sei auch die steigende Nachfrage seitens der Mandanten nach Unterstützung bei Private Capital und Finanzierungstransaktionen in Europa, dem Vereinigten Königreich, den USA und Asien.

Mit der Eröffnung des neuen Büros geht auch ein personeller Neuzugang einher: Johannes Goossens wechselt zum 1. September 2026 als Partner zu Osborne Clarke. Zuvor war er bei White & Case tätig, wo er als Local Partner in der globalen Private-Equity– und M&A-Praxis arbeitete. Goossens verfügt über umfangreiche Expertise in Private-Equity- und M&A-Transaktionen und ist spezialisiert auf den Finanz- und Technologiesektor sowie grenzüberschreitende Deals. Die Büroeröffnung fällt mit dem 25-jährigen Bestehen der Wirtschaftskanzlei in Deutschland zusammen.

Nicolas Bender ist seit dem 1. September 2026 neuer Managing Director in der Consumer Gruppe bei Lincoln International. Er wird künftig von München aus den europäischen Food & Beverage Bereich bei der US-Investmentbank ausbauen. Bender bringt langjährige Erfahrung aus diesem Sektor mit, die er bei der Investmentbank Raymond James gesammelt hat. Zuvor arbeitete er unter anderem bei der Investmentbank Alantra und dem Big-Four-Haus PwC. Mit seinem Wechsel zur Lincoln International wächst die European Consumer Group eigenen Angaben zufolge auf sechs Managing Directors an.

Deals in Verhandlung

Hugo Boss hat sein Aktienrückkaufprogramm, das es erst vor wenigen Tagen gestartet hatte, bis auf Weiteres gestoppt. Das Programm war eine direkte Reaktion auf die Ankündigung der britischen Frasers Group, ihren Anteil am schwäbischen Modekonzern auf mehr als 50 Prozent zu erhöhen. Im Juni dieses Jahres hatte Frasers vergeblich versucht, Hugo Boss für 2 Milliarden Euro zu übernehmen.

Nach Ansicht von Analysten der Schweizer Großbank UBS hat der plötzliche Stopp taktische Gründe: Jede zurückgekaufte Aktie würde den Frasers-Anteil, der inzwischen bei 48 Prozent liegt, automatisch weiter erhöhen. Hugo Boss erklärte, eine Wiederaufnahme des Programms zu gegebener Zeit zu prüfen.

Alle zuständigen Wettbewerbsbehörden haben die Fusion von Bertelsmanns Musiktochter BMG mit dem US-Rivalen Concord freigegeben. Das zusammengeführte Unternehmen soll unter dem Namen BMG zur weltweiten Nummer vier der Musikindustrie hinter Universal, Sony und Warner werden. Bertelsmann hält künftig 67 Prozent am neuen Unternehmen, der Pensionsfonds des US-Bundesstaats Michigan als bisheriger Concord-Eigner erhält 33 Prozent sowie eine Einmalzahlung von 1,16 Milliarden Dollar. Parallel sichert sich Bertelsmann über eine Vereinbarung mit dem Vermögensverwalter Apollo rund 1,1 Milliarden Euro Eigenkapital, für das Apollo eine Minderheitsbeteiligung an einem Teil des BMG-Rechteportfolios erhält.

Vorstand und Aufsichtsrat von Delivery Hero haben das Übernahmeangebot von Uber offiziell empfohlen. Der gebotene Preis von 41,50 Euro je Aktie sei angemessen und fair, teilte das Berliner Unternehmen mit. Das Angebot entspricht einer Prämie von rund 35 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs vor der Veröffentlichung der Angebotsabsicht Mitte Juli. Die Annahmefrist läuft vom 27. August bis zum 5. November. Ein Bieterwettbewerb gilt als ausgeschlossen: Uber hält bereits rund 53 Prozent der Anteile, gesichert durch eigene Aktien und eine bindende Zusage des Großaktionärs Prosus.

Info

Sie haben auch von Deals, Personalien oder sonstigen spannenden Gerüchten aus der deutschen M&A-Szene gehört? Dann schreiben Sie uns gerne an frederic.haupt[at]finance-magazin.de

]]> Die neuen Multiples für September 2026 sind da https://www.finance-magazin.de/finance-multiples/blog/daten-update/die-neuen-multiples-fuer-september2026-sind-da-249855/ Thu, 03 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=249855 Foto: Creative Habits – stock.adobe.com

Mehr Klarheit, bessere Entscheidungen! Die neuen FINANCE-Multiples sind da. Diesmal werfen wir schwerpunktmäßig einen Blick auf die Unternehmensbewertungen in der Digitalindustrie.

]]> Foto: Creative Habits – stock.adobe.com

Mehr Klarheit, bessere Entscheidungen! Die neuen FINANCE-Multiples sind da. Diesmal werfen wir schwerpunktmäßig einen Blick auf die Unternehmensbewertungen in der Digitalindustrie.

Die Digitalindustrie befindet sich in einer Phase der Stabilisierung. Wie so häufig kommt es jedoch stark auf das Unternehmen und darauf an, in welchem Subsektor es aktiv ist. So erleben installations- und infrastrukturahe Segmente wie spezieller Schaltanlagenbau, Gebäude- und Energietechnik, Automatisierung, Rechenzentrums-Elektrik eine starke konjunkturunabhängige Nachfrage. Faktoren hierfür sind etwa die Energiewende und der verstärkte Ausbau von Netz- und KI-Infrastruktur. Klassische Industrieunternehmen spüren hingegen laut der befragten Experten derzeit die Zurückhaltung vieler Kunden aufgrund schwächerer Konjunktur, hoher Finanzierungskosten und einer vorsichtigeren Investitionsplanung.

]]>
Multiples in der Digitalindustrie: Spezialisierte Firmen können punkten https://www.finance-magazin.de/finance-multiples/blog/branchenfokus/multiples-in-der-digitalindustrie-spezialisierte-firmen-koennen-punkten-249862/ Thu, 03 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=249862 Foto: romaset - stock.adobe.com

Mehr Klarheit, bessere Entscheidungen! Die neuen FINANCE-Multiples sind da. Diesmal werfen wir schwerpunktmäßig einen Blick auf die Unternehmensbewertungen in der Digitalindustrie.

]]>
Foto: romaset - stock.adobe.com

Mehr Klarheit, bessere Entscheidungen! Die neuen FINANCE-Multiples sind da. Diesmal werfen wir schwerpunktmäßig einen Blick auf die Unternehmensbewertungen in der Digitalindustrie.

Die Digitalindustrie befindet sich in einer Phase der Stabilisierung. Wie so häufig kommt es jedoch stark auf das Unternehmen und in welchem Subsektor es aktiv ist an. So erleben installations- und infrastrukturnahe Segmente wie spezieller Schaltanlagenbau, Gebäude- und Energietechnik, Automatisierung und Rechenzentrumselektrik eine starke konjunkturunabhängige Nachfrage. Faktoren hierfür sind etwa die Energiewende und der verstärkte Ausbau von Netz- und KI-Infrastruktur. Klassische Industrieunternehmen spüren hingegen laut der befragten Experten derzeit die Zurückhaltung vieler Kunden aufgrund schwächerer Konjunktur, hoher Finanzierungskosten und einer vorsichtigeren Investitionsplanung.

]]>
Langjähriger CFO Christian Illek verlässt Deutsche Telekom https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/langjaehriger-cfo-christian-illek-verlaesst-deutsche-telekom-250182/ Wed, 02 Sep 2026 12:07:58 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250182 Christian Illek verlässt die Deutsche Telekom nach mehr als acht Jahren als CFO im April 2027. Foto: Deutsche Telekom

Nach über acht Jahren als Finanzvorstand wird Christian Illek die Telekom verlassen. Seine Nachfolge ist indes bereits geklärt. Auch das Technik- und Produktressort werden neu besetzt.

]]>
Christian Illek verlässt die Deutsche Telekom nach mehr als acht Jahren als CFO im April 2027. Foto: Deutsche Telekom

Nach über acht Jahren als Finanzvorstand wird Christian Illek die Telekom verlassen. Seine Nachfolge ist indes bereits geklärt. Auch das Technik- und Produktressort werden neu besetzt.

Wachablösung bei der Deutschen Telekom: CFOChristian Illek wird das Unternehmen nach mehr als zwölf Jahren, davon mehr als acht Jahren als Finanzvorstand, im April 2027 aus Altersgründen verlassen. Sein Nachfolger wird Dhananjay Mirchandani, der das Amt zum 1. Mai 2027 übernimmt. Damit bleibt der Dax-Konzern beim CFO-Posten seiner Linie treu: Schon Illek war 2019 ein interner Kandidat, als er 2018 auf Thomas Dannenfeldt folgte.

Dhananjay Mirchandani ist bereits seit 2019 Teil der Telekom. Foto: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann

Neu-CFO Mirchandanis Weg an die Telekom-Spitze

Mirchandani ist seit 2019 bei der Telekom und leitet seit 2024 das Group Controlling. Dort ist er zuständig für Finanzplanung, Performance Management, Cashflow-Steuerung und Risikomanagement. Davor war er Bereichsleiter Finanzen Privatkunden bei Telekom Deutschland. Vor seinem Einstieg beim Bonner Konzern war er als Kapitalmarkt-Analyst für europäische Telekommunikationsunternehmen bei Bernstein Research tätig. Zu seinen vorherigen Stationen zählen außerdem BCG sowie Vodafone Deutschland.

Illek wurde im Januar 2019 CFO, zuvor war er Personalvorstand bei der Deutschen Telekom. Zuletzt verantwortete er übergangsweise zusätzlich das Technikressort, nachdem Technikvorstand Abdurazak Mudesir das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hatte. CEO Tim Höttges würdigte Illek als „verlässlichen Partner“ über zwei Jahrzehnte hinweg.

Illek hatte viele Leitungsfunktionen bei der Telekom

Damit durchlief er beim Bonner Konzern nahezu das gesamte Vorstandsspektrum: Er verantwortete das Marketing für das Deutschlandgeschäft, war Personalvorstand und zuletzt übergangsweise zusätzlich als Interim-CTO tätig, nachdem Technikvorstand Abdurazak Mudesir das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlassen hatte.

CEO Tim Höttges hob hervor, dass Illek „in entscheidenden Phasen ein wichtiger Architekt“ der Unternehmensentwicklung gewesen sei. Aufsichtsratschef Frank Appel betonte, mit Illek verliere das Unternehmen eine „anerkannte Führungspersönlichkeit“, die den Konzern über viele Jahre in unterschiedlichen Rollen geprägt habe.

Neben dem CFO-Wechsel stellt die Telekom ihr Führungsteam breiter neu auf: Jan Hofmeyr übernimmt zum 1. November 2026 das Vorstandsressort Produkt und Technologie. Der gebürtige Südafrikaner kommt von Amazon Web Services, wo er das Telecom-Segment leitete, und war davor mehr als ein Jahrzehnt bei Comcast tätig. Mladen Mitic wird zum 1. Oktober 2026 neuer Chief Product & Digital Officer und berichtet an Hofmeyr. Er folgt auf Jonathan Abrahamson, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt.

]]>
Deloitte richtet KI-Beratung neu aus https://www.finance-magazin.de/banking-berater/big-four/deloitte-richtet-ki-beratung-neu-aus-250163/ Wed, 02 Sep 2026 09:15:53 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250163 Kathrin Schwan wechselt von Accenture zu Deloitte – als Partnerin und Chief Data & Analytics Officer soll sie das KI-Beratungsgeschäft neu ausrichten. Foto: Deloitte

Kathrin Schwan wird bei Deloitte Partnerin und Chief Data & Analytics Officer. Das Big-Four-Haus schafft die Rolle neu – und läutet damit einen Strategiewechsel ein. An anderer Stelle gibt es dafür einen Weggang.

]]>
Kathrin Schwan wechselt von Accenture zu Deloitte – als Partnerin und Chief Data & Analytics Officer soll sie das KI-Beratungsgeschäft neu ausrichten. Foto: Deloitte

Kathrin Schwan wird bei Deloitte Partnerin und Chief Data & Analytics Officer. Das Big-Four-Haus schafft die Rolle neu – und läutet damit einen Strategiewechsel ein. An anderer Stelle gibt es dafür einen Weggang.

]]>
Zweiter CFO-Wechsel innerhalb von 18 Monaten bei Peek & Cloppenburg https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/zweiter-cfo-wechsel-innerhalb-von-18-monaten-bei-peek-cloppenburg-250122/ Tue, 01 Sep 2026 15:26:40 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=250122 Marc Busscher verlässt Peek & Cloppenburg nach nur einem Jahr als CFO. Foto: Peek & Cloppenburg

Erneuter Wechsel an der Finanzspitze: Marc Busscher verlässt Peek & Cloppenburg nach knapp einem Jahr. Auf ihn folgt Gerard Daniels, allerdings nicht als CFO.

]]>
Marc Busscher verlässt Peek & Cloppenburg nach nur einem Jahr als CFO. Foto: Peek & Cloppenburg

Erneuter Wechsel an der Finanzspitze: Marc Busscher verlässt Peek & Cloppenburg nach knapp einem Jahr. Auf ihn folgt Gerard Daniels, allerdings nicht als CFO.

Entwickelt sich der CFO-Posten bei Peek & Cloppenburg Deutschland zu einem Schleudersitz? Nach knapp einem Jahr als Finanzvorstand beim Modehändler aus Düsseldorf kehrt Marc Busscher dem Unternehmen bereits wieder den Rücken. Busscher habe beschlossen, das Unternehmen Ende Oktober auf eigenen Wunsch zu verlassen, bestätigte P&C gegenüber FINANCE. Auf ihn folgt zum 1. November Gerard Daniels.

Auffällig: Nachfolger Daniels wird nicht mehr als CFO bezeichnet, sondern soll den Titel Managing Director Finance tragen. An der Verantwortung und Organisationsstruktur ändere sich dadurch jedoch nichts, teilte der Modehändler mit. Warum P&C die Position dennoch umbenennt, ließ das Unternehmen offen. Auch die Gründe für Busschers Weggang wollte P&C nicht kommentieren.

Der neue P&C Finanzchef kommt von C&A

Daniels kommt vom ebenfalls in Düsseldorf beheimateten Bekleidungsfilialisten C&A, wo er aktuell den Bereich Finance and Property in Nordwesteuropa verantwortet. In seinen fast zehn Jahren im Unternehmen leitete er unter anderem auch den Finanzbereich für die Region Belgien, Niederlande und Luxemburg. Bevor Daniels zu C&A kam, war er für den dänischen Schuhspezialisten Ecco Shoes tätig, zuletzt als Finance and Operations Director für den Nahen Osten, Ägypten und die Türkei.

Personalkarussell an der Finanzspitze von Peek & Cloppenburg

Busschers kurze Amtszeit reiht sich in eine Serie schneller Wechsel an der Finanzspitze von P&C ein. Er hatte den Posten erst Ende Oktober 2025 übernommen. Sein Vorgänger Tim Mundhenke war ebenfalls nur 18 Monate im Amt gewesen, bevor er das Unternehmen im Oktober 2025 mit sofortiger Wirkung verließ. Auch damals wurden keine Gründe genannt.

Busschers Berufung war Teil einer größeren Neuaufstellung des Führungsteams, in der auch Constanze Freienstein zur Geschäftsführerin von Peek & Cloppenburg Deutschland berufen wurde. Vor seinem Wechsel nach Düsseldorf war Busscher für die PVH Group tätig, zu der Marken wie Tommy Hilfiger und Calvin Klein gehören. Dort war er seit 2019 CFO Europe.

P&C in der Krise

Der erneute Wechsel des Finanzchefs erfolgt inmitten struktureller Umbrüche bei P&C. Die in der Schweiz ansässige Dachgesellschaft JC Switzerland Holding AG hat vergangene Woche einschneidende Veränderungen für die Bereiche Buying und Merchandising der Tochterunternehmen in Düsseldorf und Wien verkündet. Ab Oktober 2026 sollen die bislang getrennten Einkaufsorganisationen der beiden Schwestergesellschaften in einer gruppenweiten Organisation gebündelt werden. Damit würde der Einkaufsbereich in Düsseldorf wegfallen. Einen Zusammenhang zwischen dieser Umstrukturierung und Busschers Weggang weist P&C zurück. Dass sich das Unternehmen weiter in einer Umstrukturierungsphase befinde, bestätigte ein Sprecher auf Anfrage von FINANCE jedoch.

Peek & Cloppenburg Düsseldorf arbeitet sich seit längerem in seiner Transformation. Das Modehaus durchlebte zwischen März und Oktober 2023 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ein Schutzschirmverfahren. Parallel trennte sich der Modehändler von einem Großteil seiner Führungsriege. Die Konzerngruppe hatte damals ein umfassendes Transformationsprogramm gestartet, um „in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben“.

]]>