Frederic Haupt, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/hfreddy/ für kluge Finanzentscheidungen Fri, 02 Oct 2026 07:10:02 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.6 M&A-Deals: Berentzen, Fresenius, Condor https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-berentzen-fresenius-condor-251884/ Fri, 02 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251884 Die Schweizer Pensionskasse Aevum stemmt sich gegen die Sazerac-Offerte für Berentzen. Foto: Berentzen

Gegen die Berentzen-Übernahme regt sich Widerstand, Fresenius betreibt Housekeeping und Condor ist künftig nicht mehr in der Hand des Bundes: die M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

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Die Schweizer Pensionskasse Aevum stemmt sich gegen die Sazerac-Offerte für Berentzen. Foto: Berentzen

Gegen die Berentzen-Übernahme regt sich Widerstand, Fresenius betreibt Housekeeping und Condor ist künftig nicht mehr in der Hand des Bundes: die M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Berentzen-Übernahme: Gegenwind für Sazerac

Gegen die geplante Berentzen-Übernahme durch Sazerac regt sich Widerstand. Die Schweizer Pensionskasse Aevum, drittgrößter Aktionär mit rund 10 Prozent, lehnt den Angebotspreis von 5,55 Euro je Aktie als zu niedrig ab und erwägt laut „Bloomberg“ sogar, ihren Anteil aufzustocken. Analysten von Montega beziffern den fairen Wert auf 7 Euro, rechnen aber dennoch mit mehrheitlicher Zustimmung. Die Berentzen-Aktie notierte zuletzt bei 5,74 Euro und damit über dem Angebotspreis.

Sazerac bietet insgesamt rund 53,3 Millionen Euro, was einem Aufschlag von rund 68 Prozent auf den Dreimonatsdurchschnittskurs entspricht. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen die Offerte. Für den Vollzug braucht Sazerac mindestens 50 Prozent plus eine Aktie, anschließend soll Berentzen von der Börse genommen werden. Der Abschluss ist für das vierte Quartal 2026 geplant.

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Berentzen soll in amerikanische Hände wechseln. Die Southern-Comfort-Mutter Sazerac verspricht dem Spirituosenhersteller neuen Spielraum für Wachstum. Die Details zum Angebot.

Fresenius übernimmt Mabxience vollständig für 750 Millionen

Fresenius schnappt sich die verbleibenden 45 Prozent an der spanischen Biosimilars-Plattform Mabxience und zahlt dafür bis zu 750 Millionen Euro, davon 50 Millionen als bedingte Zahlung nach erfolgreichen Produktionsstätten-Zulassungen. Verkäufer sind Insud Pharma und Invim Corporativo. Die Transaktion wurde bereits unterzeichnet und vollzogen, da behördliche Genehmigungen nicht erforderlich waren. Fresenius hatte bereits 2022 eine Mehrheitsbeteiligung von 55 Prozent erworben und führte Mabxience seitdem als voll konsolidierte Tochtergesellschaft.

Mit der Vollübernahme bündelt Fresenius seine Biosimilars-Aktivitäten vollständig in seiner Tochter Fresenius Kabi. Der Schritt ist Teil der konzernweiten Strategie „Future Fresenius“, die bis 2030 eine Verdoppelung des Biopharma-Umsatzes bei einer Ebit-Marge von rund 20 Prozent anstrebt. Finanziert wird die Akquisition aus vorhandener Liquidität und operativem Cashflow, eine neue Finanzierung war nicht erforderlich.

Mabxience betreibt drei Produktionsstätten in Spanien und Lateinamerika, beschäftigt mehr als 1.300 Mitarbeitende und erzielte 2025 einen Umsatz von mehr als 320 Millionen Euro. Das Portfolio umfasst vier zugelassene Biosimilar-Produkte sowie acht Entwicklungskandidaten. Linklaters beriet Fresenius bei der Transaktion.

Attestor übernimmt Condor vollständig vom Staat

Condor ist künftig vollends in der Hand von Attestor. Der Finanzinvestor zieht eine Kaufoption und übernimmt die verbleibenden 49 Prozent an dem Ferienflieger Condor, die bislang über die SG Luftfahrtgesellschaft im Auftrag des Bundes und des Landes Hessen gehalten wurden. Der Vollzug ist für den 31. August 2027 geplant. Die Option war bereits beim Einstieg von Attestor im Jahr 2021 vereinbart worden.

Der Staat war inmitten einer doppelten Krise eingesprungen: Nach der Insolvenz des damaligen Mutterkonzerns Thomas Cook traf die Corona-Pandemie die ohnehin geschwächte Airline. Die Staatshilfen zahlte Condor im Frühjahr 2026 vorzeitig zurück, womit der Weg für den vollständigen Rückzug des Bundes frei war.

Mit der Vollübernahme erhält Attestor die alleinige Kontrolle über eine Airline im Umbau. Condor hat in den vergangenen Jahren seine Langstreckenflotte erneuert und baut das Kurz- und Mittelstreckennetz aus. Der Aufbau eines eigenen Zubringernetzes für das Drehkreuz Frankfurt gewinnt zusätzlich an Bedeutung, nachdem Lufthansa den bisherigen Zubringervertrag gekündigt hat.

Viessmann Generations Group steigt bei Venios ein

Die Viessmann Generations Group erwirbt eine Minderheitsbeteiligung an dem Frankfurter Softwareunternehmen Venios. Das 2012 gegründete Unternehmen entwickelt mit Venios.Net eine Plattform, die Mess- und Netzdaten aus unterschiedlichen Systemen zu einem digitalen Zwilling des Stromnetzes zusammenführt. Netzbetreiber können damit Stromverteilung analysieren, Engpässe frühzeitig erkennen und den Netzausbau simulationsgestützt planen.

Für die Viessmann Generations Group fügt sich die Beteiligung in den Aufbau eines Portfolios rund um digitale Energieinfrastruktur ein. Die Venios-Software ergänzt die Hardware-Kompetenz der seit 2024 zur Gruppe gehörenden Gritec, die anschlussfertige Technikgebäude und Trafostationen für Energienetze anbietet. Gemeinsam sollen integrierte Hard- und Softwarelösungen für Energieversorger und Industriekunden entstehen. Die KanzleiSchalast beriet die Viessmann Generations Group bei der Transaktion.

Weitere M&A-Deals

Certania tritt erstmals in den italienischen Gesundheitsmarkt ein: Die Münchener Zertifizierungs-Holding übernimmt das Unternehmen Class. Das italienische Unternehmen bietet Qualifizierungs-, Validierungs- und Umweltmonitoring-Dienstleistungen für Krankenhausumgebungen an. Der Kaufpreis ist nicht bekannt. Baker Tilly beriet Certania in den Bereichen Financial und Tax Due Diligence.

Die Healthcare-Gruppe Heal übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung an dem deutschen Medizinalcannabis-Anbieter Grünhorn, der Versandapotheke, Pharmagroßhandel sowie Fulfillment- und Telemedizin-Dienste unter einem Dach bündelt. Heal ist über sein Portfoliounternehmen Khiron bereits im deutschen Markt aktiv und will die Marktposition von Grünhorn weiter ausbauen. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Pava Partners beriet exklusiv die Gesellschafter von Grünhorn bei der Transaktion.

MBS steigt mit 20 Prozent beim Münchener Antennenspezialisten HPS ein. Für den hessischen Raumfahrtdienstleister ist es nach dem Einstieg beim Berliner Satellitenbauer Berlin Space Technologies im Mai 2026 der zweite strategische Zukauf zum Aufbau einer integrierten Wertschöpfungskette im deutschen Raumfahrtsektor. HPS will die frischen Mittel in Produktion, Serienfähigkeit und Digitalisierung seiner Standorte in Deutschland und Rumänien investieren.

Deals in Verhandlung

Der 4,2 Milliarden Dollar schwere Kauf der israelischen Reederei ZIM durch Hapag-Lloyd kommt vorerst nicht voran. Die israelische Government Companies Authority (GCA) beendete ihre Prüfung der Transaktion Ende September ohne Entscheidung. Kern des Problems: Das Finanzministerium in Jerusalem sieht durch die Beteiligungen Katars (12 Prozent) und Saudi-Arabiens (10 Prozent) an Hapag-Lloyd ein, wie es in einem Protokoll vom 28. September heißt, „reales Risiko für die Entstehung eines israelfeindlichen ausländischen Einflusses“.

Die GCA muss die Übertragung der sogenannten Golden Shares von ZIM auf Hapag-Lloyds israelischen Partner FIMI genehmigen, die Jerusalem Mitspracherechte bei versorgungsrelevanten Entscheidungen sichern. Hapag-Lloyd und FIMI hatten kurz vor dem GCA-Beschluss eine nachgebesserte Offerte eingereicht, die unter anderem eine eigenständige ZIM Israel vorsieht, die vollständig unter israelischer Kontrolle über FIMI verbleiben soll. Für die Prüfung dieses neuen Angebots müsste laut GCA jedoch ein komplett neues Verfahren beantragt werden.

Hapag-Lloyd-CEO Rolf Habben Jansen zeigte sich gegenüber dem Handelsblatt dennoch zuversichtlich: „Wir bleiben zuversichtlich, dass wir am Ende alle erforderlichen Genehmigungen bekommen werden.“ In Branchenkreisen wird dem Handelsblatt zufolge spekuliert, dass Hapag-Lloyd zunächst die israelischen Parlamentswahlen am 27. Oktober abwarten und danach einen neuen Antrag stellen wird. Auch die Arbeitnehmervertreter von ZIM stellen sich gegen den Deal.

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M&A-Gerüchteküche

Im Reprivatisierungsprozess von Uniper verdichten sich die Gerüchte. Wie „Bloomberg“ berichtet, haben sich RWE und der Finanzinvestor KKR für ein unverbindliches Gebot zusammengetan. Pikant: RWE-Chef Markus Krebber hatte noch im August erklärt, sein Konzern habe „kein Interesse und keine Absicht, Uniper zu kaufen“. Weitere Bieter sollen  „Bloomberg“ zufolge Brookfield gemeinsam mit dem Canada Pension Plan Investment Board, die EP Group von Daniel Křetínský sowie Equinor sein. Alle Genannten lehnten eine Stellungnahme ab. Der Bund hatte Uniper 2022 mit 13,5 Milliarden Euro gerettet und muss den Konzern laut EU-Auflage bis Ende 2028 zu mindestens 75 Prozent reprivatisieren.

Info

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]]> Prominente Neuzugänge von den Big Four: WTS auf Angriffskurs https://www.finance-magazin.de/nachrichten-ressort/consulting/prominente-neuzugaenge-von-den-big-four-wts-auf-angriffskurs-251845/ Thu, 01 Oct 2026 08:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251845 Daniel Windsheimer, Bernd Niedermayer und Maren Holtz (v.l.n.r.) sollen die strategische Offensive von WTS vorantreiben. Foto: WTS

Die Beratungsgruppe WTS holt Partner von PwC, EY und Aon. Im Fokus: Der Ausbau einer KI-getriebenen Transaktionsberatung als strategische Offensive gegen die etablierte Konkurrenz.

]]> Daniel Windsheimer, Bernd Niedermayer und Maren Holtz (v.l.n.r.) sollen die strategische Offensive von WTS vorantreiben. Foto: WTS

Die Beratungsgruppe WTS holt Partner von PwC, EY und Aon. Im Fokus: Der Ausbau einer KI-getriebenen Transaktionsberatung als strategische Offensive gegen die etablierte Konkurrenz.

Die Steuerberatungsgruppe WTS holt zum 1. Oktober gleich drei Partner von namhaften Wettbewerbern an Bord. Maren Holtz wechselt vom Big-Four-Haus EY, um die Verrechnungspreis-Praxis in Stuttgart zu stärken. Gleichzeitig kommen mit Daniel Windsheimer von PwC und Bernd Niedermayer von Aon zwei Experten, um die Transaktionsberatung zu verstärken.

KI-native Transaktionsberatung als Wachstumsfeld für WTS

Der Ausbau der Transaktionsberatung ist für WTS Teil einer strategischen Offensive. Unter der Leitung von Daniel Windsheimer, der bei PwC als Mid-Market Deals Leader Transaktionen für Private-Equity– und Firmenkunden verantwortete, soll eine „neue Generation der Transaktionsberatung“ entstehen. Der Fokus liegt dabei auf einem KI-nativen Ansatz, bei dem datengetriebene Services und Automatisierung von Beginn an im Zentrum stehen. Vor seiner Zeit bei PwC war er bereits 16 Jahre für EY tätig.

An seiner Seite startet Bernd Niedermayer, der zuletzt als Director bei Aon Steuerversicherungslösungen verantwortete und davor über ein Jahrzehnt in den Transaktionsberatungen von PwC und KPMG tätig war.

„Mit Daniel Windsheimer und Bernd Niedermayer bringen wir den Ausbau der Transaktionsberatung hin zu einem der zentralen Zukunftsfelder von WTS entscheidend voran“, kommentiert CEO Björn Viebrock, der selbst von PwC zu WTS kam, die Neuzugänge. Ihr digitaler Beratungsansatz entspreche der konsequenten Ausrichtung, alle Services mit KI- und datenbasierten Lösungen zu unterstützen.

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WTS-Verrechnungspreis-Praxis in Stuttgart wächst

Mit Maren Holtz gewinnt WTS eine erfahrene Verrechnungspreispartnerin von EY in Stuttgart. Sie war dort seit 2017 Partnerin und verfügt über umfassende internationale Erfahrung, unter anderem aus einem vierjährigen Aufenthalt in New York. Sie soll die Präsenz von WTS im wirtschaftlich bedeutenden Raum Stuttgart stärken und die Transformation von Wertschöpfungsketten bei Mandanten zu begleiten. Vor ihrer Zeit bei EY war sie zudem bei PwC tätig.

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Wie KI zum messbaren Faktor in der Due Diligence wird https://www.finance-magazin.de/deals/ma/wie-ki-zum-messbaren-faktor-in-der-due-diligence-wird-251571/ Wed, 30 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251571 Wer die Balance zwischen KI-Risiko und KI-Potenzial nicht findet, hat beim Unternehmensverkauf schlechte Karten. Foto: Anim - stock.adobe.com

Lange zählte im Software-M&A vor allem Wachstum. Doch mittlerweile ist entscheidend, ob KI ein Geschäftsmodell stärkt oder bedroht. Wie KI-Due-Diligence Bewertungen verändert.

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Private-Equity-News: Mutares, Main Capital Partners, Haniel https://www.finance-magazin.de/deals/private-equity/private-equity-news-mutares-main-capital-partners-haniel-251634/ Tue, 29 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251634 Mit dem Verkauf von Cimos reduziert Mutares sein Engagement im Automotive-Sektor. Foto: Ivan Traimak - stock.adobe.com

Mutares gelingt Exit bei Cimos, Main Capital Partners steigt bei Qbees ein und Carlyle übernimmt gemeinsam mit CVC Bauwatch von Haniel: die spannendsten News aus der Private-Equity-Szene.

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M&A-Deals: Siemens Energy, Infineon, Berentzen https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-siemens-energy-infineon-berentzen-251469/ Fri, 25 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251469 Mit Euto Energy sichert sich Siemens Energy Expertise in softwaredefinierten Netzarchitekturen. Foto: Ardan Fuessmann - stock.adobe.com

Siemens Energy übernimmt den Netzdigitalisierer Euto Energy, Infineon tütet Milliarden-Deal ein und Berentzen ist bald in amerikanischer Hand: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

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Mit Euto Energy sichert sich Siemens Energy Expertise in softwaredefinierten Netzarchitekturen. Foto: Ardan Fuessmann - stock.adobe.com

Siemens Energy übernimmt den Netzdigitalisierer Euto Energy, Infineon tütet Milliarden-Deal ein und Berentzen ist bald in amerikanischer Hand: die spannendsten M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Siemens Energy kauft den Netzdigitalisierer Euto Energy

Siemens Energy übernimmt die Euto-Energy-Gruppe, einen spezialisierten Netz-Entwickler mit Standorten in den Niederlanden und der Türkei. Mit dem Zukauf will der Konzern die Digitalisierung von Umspannwerken und die Automatisierung von Stromnetzen ausbauen, um moderne Netzarchitekturen im globalen Maßstab anzubieten.

Strategisch zielt die Transaktion darauf ab, den Softwareanteil im Umspannwerksgeschäft zu erhöhen. Softwaredefinierte Netzarchitekturen versprechen typischerweise höhere Margen als das klassische Hardwaregeschäft. Für Siemens Energy fügt sich der Zukauf in eine breitere Strategie ein, die Netzsparte mit digitalen Lösungen für Netzbetreiber weltweit zu stärken.

Entscheidend ist dabei die bestehende globale Kundenbasis: Über diesen Zugang soll Euto Energys Softwareplattform künftig schneller bei Netzbetreibern weltweit eingeführt werden können, was margenstarke Lizenz- und Wartungserlöse verspricht. Rödl & Partner beriet Siemens Energy bei der Transaktion auf rechtlicher, steuerlicher und finanzieller Ebene.

Infineon verkauft Speichersparte für eine Milliarde an Winbond

Infineon trennt sich von seinem NOR-Flash- und F-RAM-Geschäft und verkauft es für 1,12 Milliarden US-Dollar (rund 985 Millionen Euro) an den taiwanischen Halbleiterhersteller Winbond. NOR-Flash- und F-RAM sind nichtflüchtige Speichertypen. Sie behalten ihre Daten auch nach dem Ausschalten der Stromversorgung.

Die Transaktion erfolgt vollständig in bar auf Cash-free- und Debt-free-Basis. Das veräußerte Portfolio bedient Kunden in der Automobil-, Industrie- und Infrastrukturbranche. Winbond wird das Geschäft als eigenständige Einheit mit Hauptsitz im Silicon Valley betreiben. Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

Für Infineon ist der Verkauf ein Schritt zur Konzentration auf Kernwachstumsbereiche. Der Münchner Konzern behält ein Portfolio an Spezialspeicherlösungen, darunter SRAM, HYPERRAM sowie strahlungsgehärtete Speicher für Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsanwendungen. Für Winbond bedeutet der Zukauf eine Erweiterung des bestehenden Speicherportfolios um ein komplementäres NOR-Flash- und F-RAM-Angebot mit etablierter Kundenbasis.

Sazerac greift nach Berentzen für Spirituosenplattform

Der US-amerikanische Spirituosenkonzern Sazerac kündigt ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für alle Aktien der Berentzen-Gruppe an. Der Angebotspreis beträgt 5,55 Euro je Aktie, was einem Aufschlag von 68 Prozent auf den volumengewichteten Dreimonatsdurchschnittskurs vor dem 16. September 2026 entspricht und einem Gesamtvolumen von rund 53,3 Millionen Euro gleichkommt.

Vorstand und Aufsichtsrat von Berentzen unterstützen das Angebot und empfehlen den Aktionären die Annahme. Das Angebot steht unter dem Vorbehalt einer Mindestannahmequote von 50 Prozent plus einer Aktie. Regulatorische Genehmigungen sind nicht erforderlich. Der Abschluss wird im vierten Quartal 2026 erwartet, anschließend plant Sazerac das Delisting von Berentzen.

Strategisch zielt die Transaktion auf den Aufbau einer Spirituosenplattform für den europäischen Markt. Das 1850 gegründete Familienunternehmen Sazerac verfügt über mehr als 525 Marken. Berentzen bringt Marken wie Apfelkorn, Puschkin Vodka und Bommerlunder sowie Produktionskapazitäten und Vertriebsstrukturen in Europa mit.

Sazerac will die bestehenden Standorte erhalten und zusätzlich investieren. Künftig sollen auch eigene Sazerac-Marken vom deutschen Team produziert und vertrieben werden. Nomura begleitet Sazerac als Finanzberater und Lark als Rechtsberater. Die KanzleiOsborne Clarke agierte aufseiten der Berentzen-Gruppe.

Weitere M&A-Deals

Rohde & Schwarz übernimmt gleich zwei Dresdner Spezialisten für Satellitenkommunikation: Neosat, 2018 an der Universität der Bundeswehr München gegründet, entwickelt Mehrantennen-Satellitensysteme und satellitengestützte IoT-Konnektivität. Phytronic, gegründet 2023, arbeitet an Wellenformdesign für Raumfahrt- und Avionik-Kommunikationssysteme. Mit den Zukäufen baut der Münchner Technologiekonzern seine Raumfahrtsparte aus und stärkt seine Position im Bereich sicherer Kommunikationssysteme für Bundeswehr und kritische Infrastrukturen.

Das Münchner Radioisotopen-Unternehmen ITM Isotope Technologies Munich geht an den australischen Radiopharmazie-Konzern Telix Pharmaceuticals. Telix übernimmt 100 Prozent der ITM-Anteile für 1,65 Milliarden US-Dollar auf Cash-free- und Debt-free-Basis. Die ITM-Aktionäre erhalten rund 1,25 Milliarden US-Dollar in Telix-Aktien. Hinzu kommen Meilensteinzahlungen von bis zu 700 Millionen US-Dollar, die an regulatorische Zulassungen und Verkaufsziele geknüpft sind. Centerview Partners beriet ITM finanziell, Latham & Watkins rechtlich. Telix wurde von Morgan Stanley sowie den Kanzleien Sidley Austin und Herbert Smith Freehills Kramer begleitet.

Reflexgroup übernimmt den Entgasungsspezialisten Exgas Technology und stärkt damit ihre Marktstellung in der Entgasungstechnologie. Die Ahlener Unternehmensgruppe ergänzt mit dem Zukauf ihr bestehendes Servitec-Portfolio und erschließt neue Anwendungsfelder, darunter Kühl- und Prozesswasserlösungen für Rechenzentren. Exgas soll künftig als Forschungs- und Entwicklungsstandort innerhalb der Gruppe fungieren.

Blick in den M&A-Markt

Der deutsche M&A-Markt hat in den ersten sieben Monaten 2026 deutlich Fahrt aufgenommen. Das geht aus dem aktuellen M&A Report der Boston Consulting Group hervor. Der aggregierte Dealwert stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 122 Prozent und übertraf den Zehnjahresschnitt um 45 Prozent. Damit lässt Deutschland sowohl den globalen Markt mit plus 19 Prozent als auch Europa mit plus 57 Prozent klar hinter sich. Auch das Dealvolumen legte um rund 4 Prozent zu, während es global um 16 Prozent und europaweit um 14 Prozent zurückging. Deutschland gehört damit zu den wenigen großen Märkten, die in beiden Kategorien zulegen konnten.

Getragen wird der Anstieg vor allem von Großtransaktionen. In den ersten sieben Monaten wurden 21 Deals mit einem Volumen von jeweils mindestens 500 Millionen Dollar angekündigt, darunter drei Megadeals oberhalb von 10 Milliarden Dollar. Private Equity war dabei besonders aktiv und entfiel auf rund zwei Drittel des gesamten deutschen Dealwerts. Den Ausblick bewertet BCG als selektiv positiv, erwartet aber eine graduelle statt lineare Erholung, getragen von Nachfolgesituationen, Carve-outs sowie Digitalisierung und Energiewende als strukturelle Treiber.

M&A-Berater-News

Elisa Patricia Suhl verstärkt Carlsquare als Director am Münchner Standort im Bereich Healthcare und Life Sciences. Zuletzt war sie als Head of M&A bei HG Medical tätig, einem Auftragsfertiger für orthopädische Implantate und Portfoliounternehmen von Astorg. Davor war sie mehr als fünf Jahre bei Alantra, zuletzt als Director Healthcare, und davor rund fünf Jahre bei DC Advisory in London und Frankfurt, wo sie sowohl im M&A- als auch im Debt-Advisory-Geschäft arbeitete. Suhl bringt damit mehr als zehn Jahre Transaktionserfahrung im Gesundheitssektor mit, sowohl auf Käufer- als auch auf Verkäuferseite.

Deals in Verhandlung

Die Unternehmensgruppe Theo Müller bestätigt Gespräche über eine mögliche Übernahme der Vogtlandmilch-Molkerei in Plauen. Laut Müller befinden sich die Verhandlungen noch in einem frühen Stadium, eine Transaktion steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. Sachsenmilch, die zur Müller-Gruppe gehört, ist mit 1,7 Milliarden Kilogramm Jahresverarbeitung der größte Milchverarbeiter Sachsens. Vogtlandmilch, im gemeinsamen Besitz der Erzeugergemeinschaft Milch Plauen und der Molkereigenossenschaft Glauchau, gilt als zweitgrößte Molkerei im Freistaat und verarbeitet rund 200 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr. Mit dem Zukauf würde die Müller-Gruppe ihre Position auf dem sächsischen Milchmarkt weiter ausbauen.

Der tschechische Unternehmer Daniel Křetínský hat über seine EP-Gruppe ein unverbindliches Angebot für Uniper abgegeben, wie das „Handelsblatt” aus Finanzkreisen erfuhr. EP trete darin als alleiniger Käufer für den Gesamtkonzern auf. Offiziell äußerte sich das Unternehmen nicht. Die von der Bundesregierung gesetzte Frist für unverbindliche Angebote war zuletzt abgelaufen. Neben EP hatten dem Vernehmen nach weitere Finanzinvestoren und strategische Käufer ihr Interesse signalisiert. Parallel treibt Uniper einen Börsengang voran. Die EU hatte den Staatseinstieg unter der Auflage genehmigt, dass der Bund seine Beteiligung bis Ende 2028 auf 25 Prozent reduziert. JP Morgan und UBS beraten die Bundesregierung beim Verkaufsprozess.

Info

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Nach Berenberg-Beben: Peters erhöht Anteile https://www.finance-magazin.de/banking-berater/ma/nach-berenberg-beben-peters-erhoeht-anteile-251455/ Thu, 24 Sep 2026 11:36:50 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251455 Für Hans-Walter Peters ist Berenberg nach eigenen Worten „sein Baby“ – jetzt erhöht er seinen Anteil auf 26,41 Prozent. Foto: Berenberg Bank

Nach dem Bafin-Eingriff sortiert Berenberg seine Eigentümerstruktur neu. Interimschef Peters schlägt zu und übernimmt den Anteil des früheren Geschäftsleiters Mortlock.

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Für Hans-Walter Peters ist Berenberg nach eigenen Worten „sein Baby“ – jetzt erhöht er seinen Anteil auf 26,41 Prozent. Foto: Berenberg Bank

Nach dem Bafin-Eingriff sortiert Berenberg seine Eigentümerstruktur neu. Interimschef Peters schlägt zu und übernimmt den Anteil des früheren Geschäftsleiters Mortlock.

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Fortlane Partners erweitert Führung https://www.finance-magazin.de/banking-berater/consulting/fortlane-partners-erweitert-fuehrung-251443/ Thu, 24 Sep 2026 09:23:21 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251443 Boris Herzog, Jerome Honerkamp und Gerrit Buschhorn (v.l.n.r.) stoßen zu Fortlane Partners und stärken die Bereiche Private Equity, Commercial Excellence und Technology Transformation. Foto: Fortlane Partners

Fortlane Partners setzt seinen Wachstumskurs fort: Mit Boris Herzog, Jerome Honerkamp und Gerrit Buschhorn stoßen gleich drei erfahrene Berater zum Münchner Beratungshaus.

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Boris Herzog, Jerome Honerkamp und Gerrit Buschhorn (v.l.n.r.) stoßen zu Fortlane Partners und stärken die Bereiche Private Equity, Commercial Excellence und Technology Transformation. Foto: Fortlane Partners

Fortlane Partners setzt seinen Wachstumskurs fort: Mit Boris Herzog, Jerome Honerkamp und Gerrit Buschhorn stoßen gleich drei erfahrene Berater zum Münchner Beratungshaus.

Fortlane Partners stellt gleich drei neue Berater vor. Das Beratungshaus verstärkt sich mit Boris Herzog, Jerome Honerkamp und Gerrit Buschhorn in den Bereichen Private Equity, Commercial Excellence, Consumer Goods und Retail sowie Technology Transformation. Die drei Neuzugänge sind am 1. September in ihre neue Rolle gestartet.

Boris Herzog wird Managing Director bei Fortlane Partners

Boris Herzog stößt als Managing Director zu Fortlane Partners und bringt Erfahrung in Commercial Due Diligence, Value Creation sowie transaktionsbezogener Strategieberatung mit. Sein Sektorfokus liegt auf Digital Infrastructure, IT und B2B-Technologiedienstleistungen.

Bei Fortlane Partners soll Herzog die Private-Equity-Praxis weiter ausbauen und Investoren sowie Portfoliounternehmen dabei unterstützen, Wachstumschancen zu identifizieren, die strategische Positionierung zu schärfen und Investitionsthesen in messbare Performance-Verbesserungen zu übersetzen. Zuvor war er für das Beratungshaus Rautenberg & Company tätig.

Jerome Honerkamp stärkt Commercial Excellence

Jerome Honerkamp verstärkt das Münchner Büro als Principal mit Fokus auf Commercial Excellence und die Sektoren Consumer Goods und Retail. Der Strategieberater bringt Know-how in Pricing und Revenue Growth Management, Sales Excellence sowie daten- und KI-gestützter kommerzieller Transformation mit.

In seiner neuen Rolle soll Honerkamp sowohl Corporate Clients als auch Private-Equity-Investoren und deren Portfoliounternehmen über den gesamten Transaktions- und Transformationslebenszyklus hinweg begleiten. Honerkamp leitete zuvor für fast drei Jahre die Bereiche Konsumgüter und Handel bei Dr. Wieselhuber & Partner. Außerdem war er der Marketing Transformation Offering Lead bei der Beratung.

Gerrit Buschhorn startet als Principal bei Fortlane Partners

Gerrit Buschhorn komplettiert das Trio und tritt ebenfalls als Principal im Münchner Büro ein. Er bringt mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung in technologiegetriebener Transformation, Strategie und Value Creation mit, sowohl aus der Beratung als auch aus der Industrie.

Zuletzt verantwortete er eine Senior-Leadership-Position bei Alix Partners, in der er Klienten aus den Bereichen Software, Financial Services und Private Equity bei komplexen globalen Transformationsprogrammen beriet. Bei Fortlane Partners soll Buschhorn Technologieplattformen und operative Modelle im Transaktions- und Transformationskontext bewerten sowie Wertsteigerungsinitiativen in enger Zusammenarbeit mit Investoren und Management-Teams vorantreiben.

Von Goetzpartners zu Fortlane Partners

Die drei Neuzugänge stärken das Beratungshaus damit in seinen Kernbereichen Strategie & Transformation, Commercial Due Diligence und Corporate Finance, auf die sich das Unternehmen nach der Umbenennung in Fortlane Partners konzentrieren wollte. Fortlane Partners war im Januar 2025 aus Goetzpartners hervorgegangen, nachdem ein Team um Axel Meythaler, Gerrit Schütte und Christian Wältermann im Oktober 2024 ein Management Buy-out initiiert hatte. Hintergrund war die Inhaftierung der Goetzpartners-Gründer Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser im Zuge von Ermittlungen wegen mutmaßlichen Millionenbetrugs rund um die Textilfirma Sympatex.

Während Fortlane Partners nun personell weiter wächst, läuft gegen den ausgeschiedenen Gründer Stephan Goetz seit September 2026 ein zweiter Strafprozess vor dem Landgericht München I. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem Betrug in mehr als 270 Fällen vor, der Schaden wird auf rund 1,2 Millionen Euro beziffert. Ein erstes Verfahren zum Sympatex-Anleiheschnitt hatte im Oktober 2025 mit Bewährungs- und Geldstrafen geendet und ist seit Frühjahr 2026 rechtskräftig.

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Investor Argos trotzt dem Fundraising-Gegenwind https://www.finance-magazin.de/deals/private-equity/investor-argos-trotzt-dem-fundraising-gegenwind-251420/ Thu, 24 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251420 Argos trotzt dem schwierigen Marktumfeld und bleibt mit Fund IX souverän auf Kurs. Foto: At My Hat - stock.adobe.com 

Während viele Private-Equity-Häuser im Fundraising kämpfen, übertrifft Argos sein Zielvolumen um 23 Prozent. Was dahinter steckt, erklärt DACH-Partner Rainer Derix im exklusiven FINANCE-Gespräch.

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Argos trotzt dem schwierigen Marktumfeld und bleibt mit Fund IX souverän auf Kurs. Foto: At My Hat - stock.adobe.com 

Während viele Private-Equity-Häuser im Fundraising kämpfen, übertrifft Argos sein Zielvolumen um 23 Prozent. Was dahinter steckt, erklärt DACH-Partner Rainer Derix im exklusiven FINANCE-Gespräch.

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Weil auf PE-Expansionskurs in Deutschland https://www.finance-magazin.de/banking-berater/kanzleien/weil-auf-pe-expansionskurs-in-deutschland-251281/ Tue, 22 Sep 2026 09:05:31 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251281 Weil baut die PE-Praxis am Frankfurter Standort weiter aus. Foto: rudi1976 - stock.adobe.com 

Weil holt sich Verstärkung von Freshfields und setzt die PE-Offensive in Deutschland fort. Auf Partnerebene hat die US-Kanzlei ihre Praxis binnen zwölf Monaten verdoppelt.

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Weil baut die PE-Praxis am Frankfurter Standort weiter aus. Foto: rudi1976 - stock.adobe.com 

Weil holt sich Verstärkung von Freshfields und setzt die PE-Offensive in Deutschland fort. Auf Partnerebene hat die US-Kanzlei ihre Praxis binnen zwölf Monaten verdoppelt.

Weil wächst weiter im Private-Equity-Bereich: Die US-Kanzlei holt Olga Stürmer von Freshfields in ihr Frankfurter Büro. Sie wird Partnerin für PE-Transaktionen, M&A und Leveraged Buyouts. Stürmer war zuvor 13 Jahre bei Freshfields tätig.

2013 startete sie als Associate bei der Kanzlei und wurde 2017 zum Principal Associate und schließlich im Mai 2021 zur Partnerin befördert. Bei Freshfields war sie im Bereich Private Equity und M&A tätig.

Weil greift im deutschen PE-Markt an

Mit Stürmer verkündet Weil den neunten Partnerzugang seit Beginn des beschleunigten Wachstumskurses Ende 2025. „Wir sind fest auf dem Weg, die führende Private-Equity-Praxis im deutschen Markt zu werden, und mit Olga werden wir einen weiteren großen Schritt in Richtung dieses Ziels machen“, kommentiert Kamyar Abrar, Co-Head der deutschen Private-Equity-Praxis bei Weil, die neueste Ergänzung im Partnerkreis. Auf Partnerebene hat sich die deutsche PE-Praxis laut eigenen Aussagen damit binnen zwölf Monaten in der Größe verdoppelt.

Auch Co‑Head Abrar ist erst in diesem Jahr zu der Kanzlei gestoßen. Er kam im Februar von der Kanzlei Willkie. Von 2011 bis 2016 war er jedoch bereits schon einmal für Weil tätig. Zu den weiteren Namen zählen etwa  Andreas Holzgreve,  Sebastian Pauls und Susanne Decker, die Weil allesamt von Latham & Watkins abwarb und die bei Weil die PE-Praxis verstärkten. 

Die Expansion in Deutschland hat strategische Bedeutung für die Kanzlei insgesamt: „Der Aufbau unserer deutschen Praxis ist ein zentraler Pfeiler unserer internationalen Strategie“, sagte Barry Wolf, Executive Partner bei Weil. Ziel sei es, die europäische und globale Praxis enger zu verzahnen.

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M&A-Deals: Cheplapharm, Vossloh, Heidelberg Materials https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ma-deals-cheplapharm-vossloh-heidelberg-materials-251077/ Fri, 18 Sep 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=251077 Cheplapharm schnappt sich 20 Sanofi-Präparate und drei Produktionsstandorte, der französische Konzern steigt dafür als Anteilseigner ein. Foto: David - stock.adobe.com

Cheplapharm übernimmt Sanofi-Portfolio und Produktionsstandorte, Vossloh baut das digitale Geschäft aus, und Heidelberg Materials kauft sich in Peru ein: die M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

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Cheplapharm schnappt sich 20 Sanofi-Präparate und drei Produktionsstandorte, der französische Konzern steigt dafür als Anteilseigner ein. Foto: David - stock.adobe.com

Cheplapharm übernimmt Sanofi-Portfolio und Produktionsstandorte, Vossloh baut das digitale Geschäft aus, und Heidelberg Materials kauft sich in Peru ein: die M&A-Deals der Woche im FINANCE-Rückblick.

Cheplapharm übernimmt Sanofi-Portfolio und drei Produktionsstandorte

Cheplapharm und Sanofi bauen ihre seit 2014 bestehende Zusammenarbeit zu einer strategischen Partnerschaft aus. Das Greifswalder Pharmaunternehmen übernimmt vom französischen Konzern 20 Arzneimittel sowie drei Produktionsstandorte in Ungarn, Singapur und Frankreich mit insgesamt 565 Beschäftigten. Als Gegenleistung erhält Sanofi eine Beteiligung von 26,4 Prozent an Cheplapharm. Über einen darüber hinausgehenden Kaufpreis haben die Parteien keine Angaben gemacht. Cheplapharm erzielte 2025 einen Umsatz von 1,66 Milliarden Euro.

Kernstück des Deals ist der Blutgerinnungshemmer Lovenox, der an allen drei zu übertragenden Standorten produziert wird und künftig das umsatzstärkste Präparat im Cheplapharm-Portfolio sein soll. Für das Unternehmen bedeutet die Transaktion einen strategischen Schwenk: Bislang operierte Cheplapharm weitgehend nach einem „Asset-light“-Modell mit ausgelagerter Produktion. Mit dem Zukauf integriert es erstmals eigene Fertigungskapazitäten in nennenswertem Umfang.

Sanofi nutzt die Transaktion, um sein Portfolio weiter auf innovative Medikamente zu konzentrieren. Die Übertragung der Produktportfolios soll im ersten Quartal 2027 beginnen, der vollständige Abschluss ist für das dritte Quartal 2027 geplant. Die KanzleiLatham & Watkins beriet Cheplapharm bei der Transaktion.

Vossloh baut digitales Portfolio mit RTI aus

Mit der Übernahme von Rail Technology International treibt Vossloh den Ausbau seines digitalen Geschäfts weiter voran. Das australische Unternehmen mit Sitz in Melbourne ist auf automatisierte Schieneninspektion spezialisiert. Eigens entwickelte Software übernimmt die Visualisierung und Auswertung der Messdaten. RTI entstand 1988 und beschäftigt rund 50 Mitarbeitende. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen.

Für Vossloh ergänzt der Zukauf die bestehende Instandhaltungskompetenz um Daten- und Analysetechnologie. Die Transaktion reiht sich dabei in eine Serie digitaler Zukäufe ein: Erst im August hatte Vossloh mit Cordel ein Unternehmen übernommen, das eine Methode zur Abstands- und Geschwindigkeitsmessung sowie zur Erstellung präziser, dreidimensionaler Karten anbietet. Mit RTI baut der Konzern nun auch seine Präsenz in Australien aus.

Heidelberg Materials expandiert in Peru

Heidelberg Materials erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung von 70 Prozent an Cementos Inka, einem peruanischen Zementhersteller in Familienbesitz. Das 2007 gegründete Unternehmen betreibt zwei Mahlwerke mit einer Jahreskapazität von insgesamt 1,3 Millionen Tonnen sowie zwei Transportbetonwerke. Die Standorte liegen nahe Lima und Pisco und bieten Zugang zu Häfen für Rohstoffimporte. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Die Transaktion bedarf keiner behördlichen Genehmigung und soll bis Oktober 2026 abgeschlossen sein.

Der Zukauf fügt sich in die Handelsstrategie von Heidelberg Materials ein: Cementos Inka bezieht Zwischenprodukte aus dem globalen Handelsnetz des Konzerns und verarbeitet sie an eigenen Standorten weiter. Diese sogenannte „Asset-light“-Struktur sorgt dafür, dass die Übernahme nach Konzernangaben bereits im ersten Jahr positiv auf alle Finanzkennzahlen wirkt. Bewertet wird die Transaktion auf Basis des erwarteten Ebitda 2026 mit einem Multiple von rund 6.

Als Wachstumstreiber nennt Heidelberg Materials die steigende Nachfrage nach Wohnraum, Infrastruktur und Industrieflächen in Peru. Cementos Inka beschäftigt rund 270 Mitarbeiter.

Weitere M&A-Deals

Die Wiener Börse erwirbt eine Mehrheitsbeteiligung von 80 Prozent an North Data, einer Hamburger Plattform für europäische Firmendaten. Das Unternehmen aggregiert Informationen zu 100 Millionen privaten Firmen aus 26 Ländern, gespeist aus mehr als 160 öffentlichen Quellen wie Handelsregistern und EU-Datenbanken. Mit dem Zukauf will die Wiener Börse ihr Datenangebot über das klassische Börsengeschäft hinaus erweitern. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Kanzlei Hengeler Müller berät Investoren und Gesellschafter von North Data bei der Transaktion.

Kübler Workwear wechselt den Eigentümer: Der italienische Sicherheitsschuh- und Workwear-Anbieter U-Power übernimmt den deutschen Arbeitskleidungsspezialisten mit Sitz in Plüderhausen bei Stuttgart. Das Familienunternehmen ist seit mehr als 70 Jahren tätig und vor allem im deutschsprachigen Raum verankert. Mit dem Zukauf will U-Power seine Position im europäischen Markt für Workwear und persönliche Schutzausrüstung ausbauen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Parteien Stillschweigen. Der Vollzug ist für das erste Quartal 2027 geplant. PwC Legal beriet die Verkäuferseite bei der Transaktion.

Zwei Zahnarztgruppen fusionieren: Mydent übernimmt GPNZ, eine der größeren unabhängigen zahnmedizinischen Versorgungsgruppen in Deutschland mit 19 Praxen, einem Dentallabor und einem Krankenhaus sowie rund 380 Beschäftigten. Gemeinsam betreiben beide Gruppen künftig rund 30 Standorte in Deutschland. Der Zusammenschluss zielt auf weiteres Wachstum in einem stark fragmentierten Markt. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Alantra beriet bei dem Deal auf der Verkäuferseite.

RWE baut seine Beteiligung am Übertragungsnetzbetreiber Amprion weiter aus: Der Konzern erwirbt weitere 3 Prozent an der Beteiligungsgesellschaft M31, die rund drei Viertel der Anteile an Amprion hält, und erhöht damit die Beteiligung auf rund 58 Prozent. Bereits Mitte Juni hatte RWE seinen Anteil auf 55 Prozent aufgestockt. Mit dem regulierten Netzgeschäft will RWE sein Portfolio neben Erneuerbaren Energien und Batteriespeichern weiter diversifizieren.

Vogel Communications Group greift im Fachmedienmarkt zu und übernimmt zum 1. Januar 2027 die Industriesparte von Carl Hanser. Zum Paket gehören sieben Fachzeitschriften aus den Bereichen Automotive, Kunststofftechnik und Qualitätssicherung samt zugehörigen Webportalen und Newslettern. Die Titel sollen beim WIN-Verlag in München gebündelt werden.

Deals in Verhandlung

BASF treibt den geplanten Börsengang seiner Agrarsparte voran: Der Konzern hat Citi, Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan als globale Koordinatoren für das IPO von Agricultural Solutions mandatiert. Die Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse ist laut BASF für Mitte 2027 geplant. Das Agrargeschäft erzielte 2025 einen Umsatz von 9,6 Milliarden Euro. Eine endgültige Entscheidung über Zeitpunkt und Durchführung des Börsengangs steht noch aus.

Der Bielefelder Hemden- und Blusenhersteller Seidensticker hat einen strukturierten Verkaufsprozess eingeleitet. Gesucht wird demnach ein strategischer Investor, der frisches Kapital einbringt. Über die Anteilshöhe macht das Unternehmen keine klaren Angaben: Einem Bericht des Manager Magazins zufolge soll ein Mehrheitseigner gesucht werden. Seidensticker selbst widerspricht dem und erklärt, der Ausgang sei „völlig offen“.

Der Spirituosenhersteller Berentzen aus Haselünne könnte in US-amerikanische Hände wechseln. Das Unternehmen bestätigte Verhandlungen über ein Übernahmeangebot des Alkoholherstellers Sazerac. Bloomberg hatte zuvor über das Interesse berichtet. Die Berentzen-Aktie legte nach der Meldung um rund sieben Prozent zu. An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit rund 33 Millionen Euro bewertet. Berentzen kämpft mit einer anhaltenden Absatzflaute. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr 2026 um gut elf Prozent auf 71 Millionen Euro. Die Jahresprognose senkte das Unternehmen zuletzt auf 151 bis 156 Millionen Euro nach zuvor 163 bis 173 Millionen Euro. Über den möglichen Kaufpreis und den Stand der Verhandlungen ist bislang nichts bekannt.

M&A-Gerüchteküche

Der für diesen Herbst geplante Börsengang von KNDS dürfte sich zum zweiten Mal verschieben, wie die „Börsen-Zeitung“ berichtete. Die Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens sollen nicht bereit sein, den Leopard-Panzerhersteller unterhalb einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro an die Börse zu bringen. In Gesprächen mit institutionellen Investoren habe sich zuletzt gezeigt, dass diese den geforderten Mindestpreis nicht zu zahlen bereit seien.

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