Redakteurin https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/koegler/ für kluge Finanzentscheidungen Mon, 12 Oct 2026 06:56:06 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.7 Nächstes grünes Debüt für 50 Hertz https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/naechstes-gruenes-debuet-fuer-50-hertz-252177/ Mon, 12 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252177 Zu Beginn des Jahres hat sich Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50Hertz, mit einer neuen grünen Revolving Credit Facility (RCF) ein Volumen von bis zu 5,25 Milliarden Euro gesichert. Foto: Achim Wagner - stock.adobe.com

Nach dem ersten EU Green Bond 2025 legt der Netzbetreiber 50 Hertz in diesem Jahr noch eine grüne RCF nach. Warum sich das für das Unternehmen lohnt, erklärt Treasurerin Eileen Hügle.

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Zu Beginn des Jahres hat sich Eurogrid, die Muttergesellschaft von 50Hertz, mit einer neuen grünen Revolving Credit Facility (RCF) ein Volumen von bis zu 5,25 Milliarden Euro gesichert. Foto: Achim Wagner - stock.adobe.com

Nach dem ersten EU Green Bond 2025 legt der Netzbetreiber 50 Hertz in diesem Jahr noch eine grüne RCF nach. Warum sich das für das Unternehmen lohnt, erklärt Treasurerin Eileen Hügle.

Dass die Energiewendeviel Geld kostet, ist bekannt. Deshalb ist für den Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz beziehungsweise dessen Holdinggesellschaft Eurogrid die richtige Finanzierungsstrategie elementar. Die Berliner setzten dabei klar auf die Farbe Grün. Eurogrid hat zu Beginn des Jahres eine neue grüne Revolving Credit Facility (RCF) mit einem Volumen von bis zu 5,25 Milliarden Euro abgeschlossen.

Die Fazilität ersetzt die bisherigen Kreditlinien des Unternehmens mit einem Gesamtvolumen von 3,75 Milliarden Euro. Es sei die erste grüne RCF eines europäischen Kreditnehmers in dieser Größenordnung, teilte das Haus nicht ohne Stolz mit.

An der Transaktion haben sich 16 Banken beteiligt. Als koordinierende Institute fungierten ABN Amro, Commerzbank, Crédit Agricole CIB und ING. Greenberg Traurig beriet Eurogrid rechtlich. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre mit zwei einjährigen Verlängerungsoptionen.

Info

50 Hertz

50 Hertz betreibt das Stromübertragungsnetz im Norden und Osten Deutschlands. Das Unternehmen beschäftigt rund 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis 2032 sollen übers Jahr gerechnet 100 Prozent erneuerbare Energien in Netz und System integriert werden. Zu den Eigentümern des Unternehmens zählen die börsennotierte belgische Holding Elia Group mit 80 Prozent und die KfW mit 20 Prozent.

Framework als Grundlage

Eurogrid hat ein Faible für grüne Premieren. Bereits im Oktober 2025 hatte das Haus die erste deutsche Anleihe nach EU Green Bond Standard platziert. Dafür wurde im Herbst ein Green Finance Framework aufgesetzt. Dieses Rahmenwerk war von Beginn an nicht nur für Anleihen konzipiert, sondern ausdrücklich auch für andere Finanzierungsinstrumente wie Kredite, Commercial Paper oder Schuldscheindarlehen.

„Mit dem Green Financing Framework hatten wir die perfekte Basis geschaffen für die grüne RCF. Mit der gewählten Struktur, die sich an unsere grünen Anleihen anlehnt, konnten wir die RCF ohne erheblichen Mehraufwand grün strukturieren und so nicht nur zu unserer ESG-Strategie passend gestalten, sondern die Finanzierung sowohl für uns als auch für unsere Banken attraktiver gestalten“, sagt Treasurerin Eileen Hügle.

Hügle wollte bei der Transaktion möglichst große Flexibilität bewahren, etwa für den Fall, dass ein Commercial-Paper-Programm ohne grünes Label refinanziert werden muss. „Wir haben einen Mechanismus eingebaut, damit wir auch für nicht-grüne Zwecke ziehen können. Das würde lediglich eine Deklassifizierung der RCF als non-green zur Folge haben“, erklärt Hügle. Der grüne Status bleibe demnach erhalten, solange die Fazilität ausschließlich für Taxonomie-konforme Zwecke genutzt werde.

In der Praxis wenden einzelne Banken das Konzept bereits an. „Intern klassifizieren einige Banken Eurogrid bereits als Green-Pure-Play-Unternehmen. Sie benötigen das grüne Label für konkrete Finanzierungen somit nicht, da sie uns insgesamt als grünen Emittenten oder Kreditnehmer klassifizieren. Das ist jedoch nicht bei allen so.“

Pure Play bei Amprion

Das Pure-Play-Modell scheint auf Interesse zu stoßen. Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat im Juli bei der Aufstockung seiner Revolving Credit Facility auf dieses neue Konzept gesetzt. Um den Status „Green Pure Play“ beanspruchen zu können, muss das Haus mehr als 90 Prozent seiner Umsätze in Einklang mit der EU-Taxonomie erwirtschaften. Diese Zahl ermittelt das Unternehmen jährlich im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung.

Green Pure Play als nächster Schritt

Im Vertrag haben die Parteien die Möglichkeit einer Umstellung auf eine sogenannte Green-Pure-Play-Finanzierung vorgesehen. Dieses Konzept richtet sich an Unternehmen, deren Kerngeschäft vollständig aus EU-Taxonomie-konformer Wirtschaftstätigkeit besteht. „Wir sind damit einen Schritt in unserer grünen Finanzierungsstrategie vorangegangen, auch wenn die Veröffentlichung des Rahmenwerks für Green Pure Play nach LMA-Standard zu dem Zeitpunkt noch ausstand“, so Hügle.

Damit ist Amprion einen Schritt weitergegangen: Ein Nachweis darüber, wie das Haus die Mittel für seine Projekte einsetzt, ist im Rahmen der Kreditvereinbarung nicht mehr erforderlich. Auch diese Transaktion musste noch ohne den einheitlichen Standard der LMA auskommen.

Eine „Practice Note“ für die Bewertung von Pure-Play-Unternehmen hat die Market Association nun am 21. Juli veröffentlicht. Ob sich daraus eine Standardisierung an dem Markt entwickelt, bleibt abzuwarten.

Klar ist schon jetzt: Das Label wird nur Unternehmen aus ausgewählten Branchen mit besonders nachhaltigem Geschäftsmodell überhaupt zur Verfügung stehen. Auch Eurogrid ist aktuell noch in der Prüfung des veröffentlichten Konzepts, um eine mögliche Umstellung der RCF entsprechend zu bewerten.

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Green Finance in rauem Klima: Was jetzt auf Unternehmen zukommt https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/green-finance-in-rauem-klima-was-jetzt-auf-unternehmen-zukommt-252130/ Wed, 07 Oct 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=252130 Niedrigwasser wird für Unternehmen zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko. Foto: Alcorn Imagery - stock.adobe.com

Hitze, Wasserknappheit und andere Klimarisiken erhöhen den Transformationsdruck auf Unternehmen. Gleichzeitig schwächeln ESG-Finanzierungen. Wie entwickelt sich der Green-Finance-Markt?

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Niedrigwasser wird für Unternehmen zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko. Foto: Alcorn Imagery - stock.adobe.com

Hitze, Wasserknappheit und andere Klimarisiken erhöhen den Transformationsdruck auf Unternehmen. Gleichzeitig schwächeln ESG-Finanzierungen. Wie entwickelt sich der Green-Finance-Markt?

Der Süden Europas brennt – die großflächigen Waldbrände etwa in Südfrankreich oder Spanien waren eines der beherrschenden Themen in den Nachrichten in diesem Sommer. Nun häufen sich die Warnungen über die Folgen des Niedrigwassers in Deutschland, sei es mit Blick auf die Industrie, deren Zugang zu den Wasserstraßen beschränkt wird, oder die Landwirtschaft, die um ihre Ernte fürchtet. „Hitzesommer“ oder „Klimakrise“ sind in den normalen Wortschatz eingezogen.

Hinzu kommt ein Konflikt im Nahen Osten, der die Abhängigkeit des Westens von fossilen Brennstoffen und die daraus entstehende Verwundbarkeit unserer Systeme deutlich macht. Könnte aus dieser Gemengelage ein neuer Boom für die nachhaltige Transformation entstehen?

So einfach ist es nicht – jedenfalls nicht kurzfristig. Zumindest lässt ein Blick auf die aktuellen Entwicklungen am Sustainable-Finance-Markt das nicht vermuten. Zwar hält sich der Green-Bond-Markt weiterhin stabil und wächst sogar in den ersten sieben Monaten dieses Jahres im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Doch das Geschehen wird derzeit stark von staatlichen Emittenten getrieben, wie ein aktueller Bericht der SEB zeigt, der auf Bloomberg-Daten und eigenen Analysen basiert.

„Dem erhöhten Aufwand beim Arrangement steht kein nennenswerter Finanzierungsvorteil gegenüber.“

Hans-Werner Grunow, Capmarcon

Noch deutlicher zeigt sich am Kreditmarkt, dass der Trend zu ESG in der Finanzierung erstmal vorbei zu sein scheint. Hier schlägt laut SEB im gleichen Zeitraum bis Ende Juli ein Rückgang bei Sustainability-linked Loans um 55 Prozent zu Buche. Grundsätzlich schauen die Marktteilnehmer deutlich skeptischer auf ESG-linked Konstruktionen. Der Rückgang gilt nämlich auch für die Sustainability-linked Bonds, die vor einigen Jahren noch en vogue waren. Die Anleihen und Kredite, die an Nachhaltigkeitsziele geknüpft sind, spielen im Vergleich zu Green Bonds global gesehen nur eine verschwindend geringe Rolle.

Hans-Werner Grunow von der Beratungsgesellschaft Capmarcon führt eine eigene Analyse des Green-Finance-Markts durch und beobachtet speziell in Deutschland einen starken Rückgang. Er erklärt sich die geringeren Corporate-Aktivitäten durch verschiedene Faktoren: „Dem erhöhten Aufwand beim Arrangement steht kein nennenswerter Finanzierungsvorteil gegenüber.“

Auch das Investoreninteresse ist nach seiner Beobachtung leicht abgekühlt. Vor dem Hintergrund der aktuellen „Aufweichungstendenzen“ der entsprechenden Regulatorik auf nationaler und europäischer Ebene habe das Thema Nachhaltigkeit zudem für einige Unternehmen an Stellenwert verloren.

Volatilität verzögert Transformation

Bedeutet der Rückgang bei nachhaltigen Finanzierungen auch ein Ende der nachhaltigen Transformation? Eine Umfrage unter Unternehmens-und Finanzentscheidern, die FINANCE im Frühjahr gemeinsam mit der ING veröffentlicht hat, bestätigt die Tatsache, dass die aktuell unruhige Welt- und Wirtschaftslage die Nachhaltigkeitswende verlangsamt.

Zwei Drittel der befragten Unternehmensentscheider berichten, dass die volatile Lage die Transformation ganz oder teilweise verzögere. Allerdings heißt das nicht, dass das Thema dauerhaft abgemeldet ist. In der Studie geben immerhin 72 Prozent der befragten Finanzentscheider an, dass ESG trotz geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlichen Drucks ein strategisch relevantes Thema bleibt.

Interessanterweise zeigt die Studie auch auf, dass nicht einmal die Wirtschaftslage, sondern das regulatorische Umfeld als größter Hemmschuh der nachhaltigen Transformation gesehen wird. 57 Prozent beider Befragungsgruppen bemängeln unklare gesetzliche Bestimmungen. Grundsätzlich hadern viele Finanzentscheider mit den aufwendigen Dokumentationspflichten.

Dass nun Regularien wieder aufgeweicht oder verändert werden, führt zwar einerseits perspektivisch zu Entlastungen, andererseits erhöht es aber auch die Unsicherheit über künftige Regelungen. Für Unternehmen, die gerade bei der langfristigen Planung Verlässlichkeit brauchen, ist das kein einfaches Umfeld.

Trotz aller Hindernisse sehen die meisten Befragten in der Studie das Thema Nachhaltigkeit nicht als Bremsklotz, ganz im Gegenteil: 62 Prozent der Unternehmensentscheider betrachten die nachhaltige Transformation als einen wichtigen Wachstumsmotor für den Standort Deutschland. Die Befragten sehen die Nachhaltigkeitswende als Chance, die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Info

Wie blicken Unternehmens- und Finanzentscheider aktuell auf Green Finance, und welche Instrumente treiben die Transformation voran? Antworten liefert die aktuelle Studie Nachhaltigkeit und Green Finance, die FINANCE gemeinsam mit der ING erstellt hat. Die gesamten Ergebnisse finden Sie hier.

Physische Risiken nehmen zu

Das ist auch eine Entwicklung, die Alexandra Themistocli beobachtet. Die Nachhaltigkeitsexpertin der SEB erlebt in den Gesprächen mit Unternehmen immer häufiger, dass Nachhaltigkeit als Grundlage für gute Geschäfte und Zukunftsfähigkeit gesehen wird. „Trotz allen Gegenwinds tut sich da einiges und das Thema wird immer stärker als Chance für das eigene Unternehmen gesehen“, betont sie.

Komplex bleibe in der aktuell unruhigen Lage immer die Frage, wann sich Investitionen in die eigene Unternehmenstransformation am besten rechnen. „Viele Unternehmen diskutieren also nicht mehr über das Ob, sondern ganz konkret über das Wann“, berichtet Themistocli.

Die Bankerin erwartet zudem, dass physische Risiken immer stärker in den Fokus rücken werden. „Gerade das Thema Wasser erhält in diesem Sommer viel Aufmerksamkeit – physische Risiken aufgrund des Klimawandels schlagen jetzt durch“, betont Themistocli. Unternehmen täten deshalb gut daran, das eigene Risikomanagement daran anzupassen und physische Risiken, wie Wassermangel, Unwetter, Fluten oder auch Brände, stärker in den Blick zu nehmen.

Wie das Geschäft aufgrund von Umweltfaktoren leiden kann, zeigte sich in diesem Sommer konkret am Niedrigwasser im Rhein. Unternehmen wie etwa Covestro, ein Hersteller von Polymermaterialien aus Leverkusen, oder der Stahlhersteller Thyssenkrupp Steel sind auf die Wasserstraße für Rohstofftransporte angewiesen. Das Niedrigwasser zwingt Unternehmen wie diese, zum Teil die Produktion zu drosseln.

Andere Industrien, die etwa Wasser für Kühl- oder Produktionsprozesse benötigen, könnten künftig ebenfalls betroffen sein. Da sich solche Probleme in Zukunft häufen dürften, werden Unternehmen verstärkt an Strategien arbeiten, um ihre Wetterabhängigkeit zu reduzieren.

„Physische Risiken aufgrund des Klimawandels schlagen jetzt durch.“

Alexandra Themistocli, SEB

Ob die Bestrebungen zu mehr Nachhaltigkeit und Resilienz mittelfristig wieder zu mehr Aktivität auf dem Green-Finance-Markt führen werden, ist noch nicht ausgemacht. Mit Blick auf die Unternehmen, die in Deutschland in diesem Jahr aktiv waren, zeigt sich bislang ein klarer Fokus auf den Energiesektor. Zu den aktiven Unternehmen gehören etwa E.on, RWE und Nordex sowie Übertragungsnetzbetreiber wie Amprion oder 50 Hertz. Diesen Unternehmen, die an der Energiewende arbeiten, bieten die grünen Use-of-Proceeds-Finanzierungen im Moment die größten Vorteile.

Ein neuer Trend zeichnet sich dabei gerade ab. Statt auf einzelne grüne Projekte abzustellen, wollen einige Unternehmen als Green-Pure-Play-Unternehmen anerkannt werden. Das würde bedeuten, dass deren Finanzierungen von Banken ohnehin als grün angesehen werden können – ein ESG-Label pro Transaktion wäre dann hinfällig.

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Warum CFOs Klimarisiken auf dem Radar haben müssen https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/green-finance/was-cfos-bei-klimarisiken-auf-dem-radar-haben-muessen-242258/ Wed, 06 May 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=242258 Überschwemmungen zählen zu folgenreichen physischen Klimarisiken für Unternehmen. Foto: Christian – adobe.stock.com

Klimarisiken können Bilanzen durcheinanderwirbeln, wenn Unternehmen sie vernachlässigen. Nachhaltigkeitsexpertin Alexandra Themistocli von der SEB erklärt, warum CFOs das nicht unterschätzen dürfen.

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Überschwemmungen zählen zu folgenreichen physischen Klimarisiken für Unternehmen. Foto: Christian – adobe.stock.com

Klimarisiken können Bilanzen durcheinanderwirbeln, wenn Unternehmen sie vernachlässigen. Nachhaltigkeitsexpertin Alexandra Themistocli von der SEB erklärt, warum CFOs das nicht unterschätzen dürfen.

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Grüne Transformation: Darum setzt Stahlkonzern SHS auf Wasserstoff https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/green-finance/gruene-transformation-darum-setzt-stahlkonzern-shs-auf-wasserstoff-242069/ Tue, 05 May 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=242069 Ohne Stahlindustrie geht es nicht. Die Produktion ist allerdings emissionsintensiv. Foto: Saarstahl

Der Stahlhersteller SHS muss trotz Krise im operativen Geschäft die grüne Transformation angehen. CFO Jonathan Weber erklärt, wie das gelingt und was das größte Risiko dabei ist.

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Ohne Stahlindustrie geht es nicht. Die Produktion ist allerdings emissionsintensiv. Foto: Saarstahl

Der Stahlhersteller SHS muss trotz Krise im operativen Geschäft die grüne Transformation angehen. CFO Jonathan Weber erklärt, wie das gelingt und was das größte Risiko dabei ist.

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Stürmische Zeiten für Green Finance https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/stuermische-zeiten-fuer-green-finance-227312/ Tue, 23 Sep 2025 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=227312 Ganz schön viel Gegenwind erfährt der Sustainable-Finance-Markt derzeit. Foto: lassedesignen - stock.adobe.com

Grüne Finanzierungen erleben derzeit einen Dämpfer: Konjunkturell und politisch gibt es viel Gegenwind. Wie hat sich der Green-Finance-Markt in dieser Phase entwickelt?

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Ganz schön viel Gegenwind erfährt der Sustainable-Finance-Markt derzeit. Foto: lassedesignen - stock.adobe.com

Grüne Finanzierungen erleben derzeit einen Dämpfer: Konjunkturell und politisch gibt es viel Gegenwind. Wie hat sich der Green-Finance-Markt in dieser Phase entwickelt?

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Vossloh-CFO: „Können unser Portfolio stark erweitern“ https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-interviews/vossloh-cfo-koennen-unser-portfolio-stark-erweitern-204292/ Fri, 11 Apr 2025 06:01:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=204292 CFO Thomas Triska arbeitet seit dem Jahr 2009 bei Vossloh. Foto: Vossloh

Das Bahntechnikunternehmen Vossloh arbeitet gerade am größten M&A-Deal der Unternehmensgeschichte. CFO Thomas Triska erklärt, warum der Zukauf so wichtig ist und wie er finanziert werden soll.

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CFO Thomas Triska arbeitet seit dem Jahr 2009 bei Vossloh. Foto: Vossloh

Das Bahntechnikunternehmen Vossloh arbeitet gerade am größten M&A-Deal der Unternehmensgeschichte. CFO Thomas Triska erklärt, warum der Zukauf so wichtig ist und wie er finanziert werden soll.

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Green Finance im Gegenwind https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/green-finance-im-gegenwind-202573/ Mon, 17 Mar 2025 08:30:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=202573 Der Markt für nachhaltige Finanzierungen hat es derzeit nicht leicht. Kann er dem Sturm trotzen? Foto: thorstenstark - stock.adobe.com

Eine aktuelle Studie zeigt: Der erste Green-Finance-Hype ist vorbei. Inzwischen werden nachhaltige Finanzierungsinstrumente kritischer beäugt. Was bedeutet das für die grüne Transformation?

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Der Markt für nachhaltige Finanzierungen hat es derzeit nicht leicht. Kann er dem Sturm trotzen? Foto: thorstenstark - stock.adobe.com

Eine aktuelle Studie zeigt: Der erste Green-Finance-Hype ist vorbei. Inzwischen werden nachhaltige Finanzierungsinstrumente kritischer beäugt. Was bedeutet das für die grüne Transformation?

In der Wirtschaft läuft es derzeit nicht rund. Deutschland steuert auf das dritte Rezessionsjahr in Folge zu. In dieser Phase wuchs die Kritik an der EU und auch an der bisherigen Bundesregierung, diese wären bei ihren Nachhaltigkeitsbemühungen über das Ziel hinausgeschossen.

Manch ein CFO verbindet mit dem Wort ESG derzeit möglicherweise vor allem eines: Bürokratie. Was bedeutet das für die nachhaltige Transformation in den Unternehmen und für die Entwicklung des Green-Finance-Marktes? Eine aktuelle Umfrage unter 156 Finanzverantwortlichen in Deutschland, die F.A.Z. Business Media | research im Auftrag von LBBW und FINANCE durchgeführt hat, gibt Aufschluss.

Unruhige Weltlage verzögert ESG-Transformation

Dass die unruhige Lage in der Welt Auswirkungen auf die Nachhaltigkeitsbemühungen deutscher Unternehmen hat, ist bereits deutlich zu erkennen. Mehr als ein Drittel der Befragten gibt an, dass die geo- und wirtschaftspolitischen Verwerfungen die nachhaltige Transformation in ihrem Unternehmen verzögern: 14 Prozent beantworten diese Frage mit einem klaren Ja; bei 22 Prozent ist das „teilweise“ der Fall.

Info

„Green FINANCE“-Digitalkonferenz

Am 18. März diskutieren CFOs und Treasurer auf der „Green FINANCE“-Digitalkonferenz einen Tag lang über die aktuellen Marktentwicklungen. Hier geht es zum Programm und zur Anmeldung.

„Grundsätzlich sehen alle die Notwendigkeit, das Thema voranzutreiben“, kommentiert Joachim Erdle, Unternehmenskundenvorstand der LBBW. „Die Unternehmen fokussieren vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen aber andere Themen zunehmend höher und rücken bei ihren Bestrebungen in Bezug auf Nachhaltigkeit die Wirtschaftlichkeit noch stärker in den Fokus.“

Immerhin: Bei knapp der Hälfte der Befragten gab es keine Verzögerungen. Ebenfalls bemerkenswert: Nur 13 Prozent der Finanzentscheider sagen, dass die nachhaltige Transformation noch keine Rolle für das eigene Haus spiele – ein Indikator dafür, wie tief ESG-Themen inzwischen in der Unternehmenswelt verankert sind.

ESG-linked Bonds haben einen schweren Stand

Dass dem Thema Nachhaltigkeit derzeit dennoch der Rückenwind fehlt, lässt sich auch an den Entwicklungen am Green-Finance-Markt ablesen. Insgesamt wächst zwar die Zahl der Unternehmen, die solche Finanzierungen eingesetzt haben. Allerdings bleibt das Wachstum hinter den Erwartungen zurück.

Im vergangenen Jahr hatten speziell ESG-linked Bonds einen schweren Stand: So verzichtete unter anderem die Telekom bei einer neuen Anleiheemission auf diesen Mechanismus, obwohl sie ein entsprechendes Framework hat. Gründe für die Marktschwäche sind unter anderem Diskussionen darüber, ob die gesetzten Ziele in den Finanzierungen wirklich ambitioniert sind, und Investoren, die die Komplexität der Instrumente scheuen.

Wachsende Nachfrage bei Green Finance erwartet

Bei ESG-linked Loans zeigt die Studie immerhin einen Anstieg von 5 Prozentpunkten, 22 Prozent der Finanzentscheider haben solche Instrumente bereits genutzt. 2024 gab es jedoch auch einige Unternehmen, die bei neuen Konsortialkrediten auf den Einbau eines ESG-Links verzichtet haben – selbst wenn sie diesen Mechanismus davor bereits genutzt hatten. Dazu zählte beispielsweise der Autobauer Mercedes-Benz.

Vorschnell abschreiben sollte man den Green-Finance-Markt dennoch nicht: Neun von zehn derjenigen Befragten, die bereits nachhaltige Finanzierungsinstrumente genutzt haben, würden es wieder tun. Das spricht für eine hohe Zufriedenheit der aktiven Nutzer.

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Grüne Anleihen, Schuldscheine und Kredite – der Markt für Green Finance entwickelt sich weiter. Die jüngsten Trends und Transaktionen finden Sie auf dieser Themenseite.

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Außerdem erwartet die Mehrheit der Befragten, dass die Nachfrage nach solchen Instrumenten künftig weiter steigen wird. Auch hier schwingt das Pendel in Richtung projektbezogene Finanzierungen: Für Use-of-Proceeds-Instrumente erwarten 59 Prozent der Befragten einen expandierenden Markt. Diese sind weltweit betrachtet deutlich beliebter und auch weiter verbreitet als Finanzierungen, die mit ESG-Zielen verknüpft sind. Aber auch bei ESG-linked Finanzierungen glauben noch 45 Prozent an ein Wachstum.

Green Finance bringt Reputationsvorteile

Als größter Vorteil der Nutzung nachhaltiger Finanzierungsinstrumente gilt die Verbesserung der Reputation. Dieser Faktor steht für 66 Prozent im Fokus, das sind 7 Prozentpunkte mehr als noch im Vorjahr. 42 Prozent nennen zudem die Verbreiterung der Investorenbasis als Aspekt, der Green Finance attraktiv macht. Auch hier zeigt sich eine deutliche Veränderung: 2024 gaben das nur 36 Prozent an – ein Indikator dafür, dass Green Finance sich mehr und mehr am Kapitalmarkt etabliert.

Nur für knapp ein Drittel spielen geringere Finanzierungskosten als Anreiz zur Nutzung nachhaltiger Finanzierungsinstrumente eine große Rolle. Das Ergebnis legt den Finger direkt in die Wunde: 60 Prozent der Befragten geben an, dass der geringe finanzielle Vorteil sie daran hindert, nachhaltige Finanzierungen zu nutzen.

Bei ESG-linked Loans sind es in der Regel nur einige wenige Basispunkte, die ein Unternehmen möglicherweise einsparen kann. Am Bond- und Schuldscheinmarkt lässt sich das sogenannte Greenium schwer bemessen, da Unternehmen selten zum selben Zeitpunkt vergleichbare grüne und herkömmliche Transaktionen platzieren.

Daten und Reporting sind größtes Hindernis

Noch schwerer wiegt ein anderes Thema: 63 Prozent der Befragten sagen, dass die Erfassung der notwendigen Daten und das Reporting ein großes Hindernis sind. Der Mehraufwand für eine nachhaltig gelabelte Finanzierung lohnt sich also für viele nicht.

Einige Experten erwarten, dass gerade ESG-linked Finanzierungen wieder mehr Zuspruch erfahren könnten, wenn Unternehmen in der Vorbereitung auf die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), also die nicht-finanzielle Berichterstattung, weiter vorangekommen sind und Nachhaltigkeitsdaten standardmäßig erfassen, was das Festlegen von individuellen Nachhaltigkeitszielen für die Finanzierung erleichtern könnte.

„Ein Rückbau der gesetzlichen Vorgaben und der Regulierung ist insbesondere im internationalen Vergleich zwingend.“

Joachim Erdle, LBBW

Allerdings gibt es hier gerade wieder viel Bewegung: Die Europäische Kommission hat jüngst Vorschläge zur Anpassung der CSRD vorgelegt, die die Karten noch einmal neu mischen. Nicht nur sollen viele Unternehmen mehr Zeit bekommen, sich auf die Pflichten einzustellen, auch sollen sie für rund 80 Prozent der Unternehmen vollständig entfallen, die nach der bisherigen Regelung betroffen gewesen wären.

Noch sind die Vorschläge der EU nicht in trockenen Tüchern; sie werden nun dem Europäischen Parlament und dem Ministerrat vorgelegt. LBBW-Banker Joachim Erdle hält eine Vereinfachung des Regelwerks grundsätzlich für richtig: „Vor dem Hintergrund der vielfältigen Herausforderungen liegt der Fokus auf der Umsetzung von sinnvollen Maßnahmen und weniger auf der Erfüllung von Reportingverpflichtungen. Ein Rückbau der gesetzlichen Vorgaben und der Regulierung ist insbesondere im internationalen Vergleich zwingend, denn wir dürfen im globalen Wettbewerb keinen Nachteil erleiden.“

Banken behalten ESG im Blick

Auch wenn die Europäische Union die Regeln verschlanken will, bleibt der Druck auf die hiesigen Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit weiterhin hoch. Dafür sorgen nicht zuletzt die Banken. Sie müssen durch die Regulatorik deutlich stärker als früher auf ESG-Risiken achten und haben ein entsprechendes Informationsbedürfnis, das die Unternehmen erfüllen müssen. Für Finanzentscheider ist das ein wichtiger Punkt: Über 70 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Umgang mit Umweltrisiken künftig die Bonitätsbewertungen deutlich mitbestimmen wird.

Info

Die Studie

Für die Studie „Nachhaltigkeit und Green Finance“ hat F.A.Z. Business Media I research im Auftrag von LBBW und FINANCE von Oktober bis Dezember 2024 eine Online-Befragung unter 156 Finanzentscheidern in Deutschland durchgeführt. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie hier.

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Der Kampf gegen den Klimawandel verliert an Momentum https://www.finance-magazin.de/green-finance/der-kampf-gegen-den-klimawandel-verliert-an-momentum-199975/ Fri, 21 Feb 2025 07:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=199975 Der Kampf gegen die Erderwärmung erfährt immer mehr Gegenwind. Foto: Longfin Media - stock.adobe.com

In den USA ist der Gegenwind gegen das Thema ESG enorm gewachsen, viele US-Banken haben reagiert. Für den Kampf gegen die Erderwärmung sind das keine guten Aussichten.

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Der Kampf gegen die Erderwärmung erfährt immer mehr Gegenwind. Foto: Longfin Media - stock.adobe.com

In den USA ist der Gegenwind gegen das Thema ESG enorm gewachsen, viele US-Banken haben reagiert. Für den Kampf gegen die Erderwärmung sind das keine guten Aussichten.

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Warum ESG-Links einen schweren Stand haben https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/warum-esg-links-einen-schweren-stand-haben-193162/ Thu, 31 Oct 2024 07:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=193162 Berichtspflichten nehmen der Green-Finance-Welt den Schwung. Foto: Pcess609 - stock.adobe.com

Lange lagen sie im Trend, jetzt kühlt die Euphorie etwas ab. ESG-Links sind derzeit weniger beliebt. Das könnte auch an der Regulierung liegen.

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Berichtspflichten nehmen der Green-Finance-Welt den Schwung. Foto: Pcess609 - stock.adobe.com

Lange lagen sie im Trend, jetzt kühlt die Euphorie etwas ab. ESG-Links sind derzeit weniger beliebt. Das könnte auch an der Regulierung liegen.

In den vergangenen Jahren hatten sie noch einen deutlichen Wachstumssprung hingelegt: ESG-linked Loans. In einer Umfrage, die FINANCE jährlich gemeinsam mit der LBBW und F.A.Z. Business Media I research durchführt, gaben im Frühjahr 17 Prozent der befragten Finanzentscheider an, bereits ESG-linked Loans genutzt zu haben.

Im Vergleich zu den Jahren davor (2020: 1 Prozent, 2022, 5 Prozent) ist das ein enormer Schub. Schaut man auf die Großunternehmen, wird noch deutlich, dass die Kredite, bei denen die Zinsmarge an Nachhaltigkeitskennzahlen gekoppelt ist, auf dem Weg zum Standardinstrument waren: Bei Unternehmen mit mehr als 5 Milliarden Euro Umsatz gaben 43 Prozent an, diese Kreditform bereits genutzt zu haben.

Doch der Markt hat sich in den vergangenen Monaten deutlich gewandelt. Am Anleihemarkt wächst der Anteil an Green Bonds, Sustainability-linked Bonds (SLBs) gehen dagegen stetig zurück. Das Volumen der im ersten Halbjahr platzierten ESG-linked Loans hat sich von 2023 zu 2024 nahezu halbiert. Bei Schuldscheinen mit ESG-Komponente zeigte sich eine ähnliche Entwicklung. „Wir sehen seit 2023 einen kontinuierlichen Rückgang und glauben, dass sich der Trend fortsetzen wird“, sagt Michael Stich, Senior Manager Sustainability von der LBBW.

CSRD beeinflusst Green-Finance-Markt

LBBW-Experte Stich erklärt sich den Rückgang unter anderem mit den neuen Berichtspflichten über nichtfinanzielle Kennzahlen, die auf viele Unternehmen zukommen. „Wir hören von vielen Unternehmen, dass sie gerade stark in die Vorbereitung der Berichterstattung nach der CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) eingebunden sind, und deshalb keine parallelen Reporting-Strukturen aufbauen wollen.“

Finanzierungsinstrumente mit nachhaltiger Komponente bedeuten schlicht mehr Aufwand für die Finanzabteilung. Zunächst müssen die entsprechenden Kennzahlen festgelegt werden, an die die Marge gekoppelt werden soll. Später muss über die Zielerreichung oder Verfehlung berichtet werden.

Info

Sie sind Finanzentscheider oder Geschäftsführer/CSRD-Verantwortlicher in einem Unternehmen? Dann sagen Sie uns, wie sie die aktuellen Entwicklungen am Green-Finance-Markt und bei nachhaltiger Unternehmensführung sehen. Hier geht es zur Umfrage.

Stich sieht bei Kreditfinanzierungen einen klaren Trend zur Koppelung an individuelle Nachhaltigkeitskennzahlen, während am Schuldscheinmarkt auch die Koppelung an ESG-Ratings weiterhin nachgefragt wird. „Ein Unternehmen muss für einen ESG-linked Loan erst entsprechende Nachhaltigkeitsziele definieren, doch Banken sind kritischer geworden und schauen sich die Auswahl der Kennzahlen inzwischen genauer an“, berichtet er. Es könne auch vorkommen, dass Banken die vom Unternehmen vorgeschlagenen KPIs nicht akzeptieren.

Greenwashing-Sorgen bei Corporates

Dahinter steckt, dass kein Marktteilnehmer leichtfertig Reputationsrisiken eingehen will. Kennzahlen, die vor einigen Jahren noch in ESG-Links eingebaut werden konnten, gelten heute nicht mehr als Marktstandard. „Es wird deutlich genauer geprüft, ob die Kennzahlen auch wirklich wesentlich und ambitioniert sind“, so Stich. Einige Unternehmen, die im vergangenen Jahr Rendezvous-Klauseln eingesetzt hatten, hätten deshalb letztlich doch keine ESG-Links umgesetzt. „Sie haben gemerkt, dass das nicht so einfach ist, wie gedacht.“

Hier könnte die CSRD wiederum helfen: Durch die neue Regulierung müssen sich Unternehmen ohnehin intensiver mit ihren Transformationsplänen beschäftigen. Viele hofften, dass sich daraus KPIs ergeben werden, die dann wiederum leichter für nachhaltige Finanzierungen genutzt werden könnten, beschreibt Stich. „Diese KPIs sind dann zudem vom Wirtschaftsprüfer mit Limited Assurance geprüft, was mehr Schutz vor möglichen Greenwashing-Vorwürfen bieten kann“, ergänzt er.

Erholt sich der Green-Finance-Markt?

Wenn die Hürden der hohen Berichtspflichten gemeistert sind, könnte also wieder mehr Schwung in den ESG-linked-Markt kommen. Mit zweieinhalb bis fünf Basispunkten sind die finanziellen Vorteile, die dadurch erzielt werden können, in der Regel allerdings sehr überschaubar. Dass Unternehmen, die über entsprechende KPIs verfügen, trotz des geringen Vorteils wieder auf ESG-Links setzen, kann Stich sich gut vorstellen. „Bei Krediten wird es da sicher einen Mitnahmeeffekt geben. Am Schuldscheinmarkt zeigt sich zudem, dass solche Transaktionen einen größeren Investorenkreis anlocken“, so der Experte.

Für Gegenwind könnten wiederum die weiterhin hohen wirtschaftlichen und geopolitischen Risiken sorgen. In volatilen Zeiten stehe klar die Liquiditätssicherung im Fokus. Diskussionen über KPIs könnten den Prozess in die Länge ziehen. „Auch wenn ESG in so einer Situation vielleicht nicht ganz oben auf der Agenda steht, müssen Unternehmen sich klar sein: Das Thema wird nicht verschwinden“, betont er.

Die Rolle der Banken ändert sich

Der Regulator sorgt dafür, dass die Geldinstitute entsprechende Risiken in ihre Betrachtung aufnehmen. „Banken achten immer stärker darauf, was ins Portfolio passt“, beschreibt Stich und verweist etwa auf die Sektorpfade der LBBW. Inzwischen fragen potentielle Geldgeber deutlich mehr nichtfinanzielle Informationen ab. Angefangen habe es mit Treibhausgasemissionen von Scope 1 bis 3. „Im nächsten Schritt werden Biodiversitäts-, Social- und Governance-Themen hinzukommen“, ist Stich überzeugt.

Wenn die CSRD in der Unternehmenswelt umgesetzt ist, Corporates umfassend über ESG-Kennzahlen berichten und Transitionspläne ausgearbeitet haben, dann könnte sich auch die Rolle der Banken im Green-Finance-Markt ändern. „Banken wollen derzeit als ESG Advisor die ESG-linked Transaktionen begleiten. Wenn Unternehmen keinen Beratungsbedarf mehr an dieser Stelle haben, müssen sich Banken in diesem Geschäftsfeld darauf einstellen“, so Stich.

Welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Markt haben könnte, der in den vergangenen Jahren stark von den Banken vorangetrieben wurde, ist noch offen. Laut der Umfrage unter Finanzentscheidern glauben 44 Prozent der Befragten, dass ESG-linked Finanzierungen einen wirklichen Ansatz für Veränderungen schaffen können. Ein reines Bankenthema ist es also nicht.

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Licht und Schatten am Green-Finance-Markt https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/licht-und-schatten-am-green-finance-markt-190334/ Tue, 08 Oct 2024 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=190334 Manche Green-Finance-Instrumente erleben gerade Sonnentage. Für andere ziehen Wolken auf. Foto: tortoon - stock.adobe.com

Währen Green Bonds boomen, sieht es für andere nachhaltige Finanzierungsinstrumente düsterer aus. Wie steht es um die Zukunft des Green-Finance-Marktes?

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Manche Green-Finance-Instrumente erleben gerade Sonnentage. Für andere ziehen Wolken auf. Foto: tortoon - stock.adobe.com

Währen Green Bonds boomen, sieht es für andere nachhaltige Finanzierungsinstrumente düsterer aus. Wie steht es um die Zukunft des Green-Finance-Marktes?

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