Melanie Steinhoff, Autor bei FINANCE https://www.finance-magazin.de/ueber-uns/redaktion/msteinhoff/ für kluge Finanzentscheidungen Wed, 02 Feb 2022 16:28:00 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 BDO verstärkt mit Jens Ekopf von Mazars seine Advisory-Sparte https://www.finance-magazin.de/banking-berater/consulting/bdo-verstaerkt-mit-jens-ekopf-von-mazars-seine-advisory-sparte-109144/ Wed, 02 Feb 2022 16:30:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=109144 BDO holt sich von Mazars Jens Ekopf als Experte für den Bereich Corporate Finance. Foto: BDO.

BDO bedient sich bei Mazars, um den Bereich Corporate Finance auszubauen. Der Due-Diligence-Spezialist Jens Ekopf reiht sich in eine ganze Riege kürzlicher Neuzugänge ein.

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BDO holt sich von Mazars Jens Ekopf als Experte für den Bereich Corporate Finance. Foto: BDO.

BDO bedient sich bei Mazars, um den Bereich Corporate Finance auszubauen. Der Due-Diligence-Spezialist Jens Ekopf reiht sich in eine ganze Riege kürzlicher Neuzugänge ein.

Die Next-Six-Gesellschaft BDO hat mit Jens Ekopf einen neuen Partner für den Bereich Corporate Finance an Bord geholt. Er ist schon der fünfte externe Neuzugang seit Jahresbeginn, den BDO ab Partner-Level vermelden kann. Im Bereich Advisory ist Ekopf, Informationen von BDO zufolge, nach Ex-EY‘ler Jan Siepmann und dem neuen Leiter Financial Services Johannes Helke von der Société Générale bereits der dritte Neuzugang in diesem Jahr.  

Zum 1. Februar wird Ekopf von Frankfurt aus mit einem neuen zehnköpfigen Team das Service-Portfolio rund um das Beratungssegment Corporate Finance ausbauen. Der diplomierte Ökonom bringt langjährige Consulting-Expertise mit.

Jens Ekopf war auch schon bei KPMG und Horváth

Vor seinem Wechsel zu BDO war Ekopf Leiter Management Consulting bei Mazars. Hier beschäftigte er sich insbesondere mit Strategie- und Transformationsprogrammen. Zuvor war er zwölf Jahre bei der Managementberatung Horváth & Partners für den Bereich Restrukturierung und Effizienzprogramme als industrieübergreifendes Kompetenzzentrum verantwortlich.

Zuvor sammelte Ekopf bereits Erfahrung in der Big-Four-Beratung. Bei KPMG war er in leitender Position für die Themen Strategie, Prozesse und Transformation zuständig. Außerdem leitete er strategische Projekte bei der Deutschen Börse.

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Jens Ekopf soll Corporate Finance bei BDO ausbauen

Das Corporate-Finance-Team bei BDO berät Unternehmen in Themen rund um Transaktions- und Finanzierungfragen. Hierzu zählen unter anderem Due Diligence, Unternehmensbewertung sowie Beratungsleistungen hinsichtlich Restrukturierungen. BDO betrachtet sich in diesem Segment gut aufgestellt, sieht aber auch Wachstumspotenzial, das Ekopf insbesondere in den Bereichen Business Transformation, Effizienzprogramme, Post Merger Integration und Commercial Due Diligence ausbauen soll.

„Wir sind gerade im Bereich Corporate Finance schon sehr schlagkräftig, unsere Platzierungen in den jährlichen Rankings spiegeln das kontinuierlich wider,“ sagt Parwäz Rafiqpoor Vorstandsmitglied bei BDO. BDO belegte 2020 mit knapp 300 abgeschlossenen Transaktionen Platz eins in Europa im Ranking unter den M&A-Beratern der Global League Tables von PitchBook Data. „Mit der langjährigen Expertise und vor allem der großen Breite an Themen, die Jens Ekopf und sein neues Team abdecken, können wir unseren Service hier noch einmal entscheidend ausbauen,“ hofft Rafiqpoor.  

Der Umsatz der deutschen BDO Gruppe wuchs im Geschäftsjahr 2019/ 2020 um 8,6 Prozent auf 285 Millionen Euro. Neuere Zahlen wird das Unternehmen in Kürze vorlegen. In der Wirtschaftsprüfung konnte BDO in jüngster Zeit namhafte Mandanten wie Grenke, SAP oder MLP ergattern. Auch M&A-seitig ist das Next-Six-Haus aktiv: Im Herbst vergangenen Jahres hat BDO mit dem Kauf des Münsteraner Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmens Concunia 50 neue Mitarbeiter dazugewonnen. Ziel dieses Deals war es, die Position im öffentlichen Sektor auszubauen.

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Cubus holt Ex-DCCP-Manager Degenhard Schroeren https://www.finance-magazin.de/banking-berater/ma-berater/cubus-holt-ex-dccp-manager-degenhard-schroeren-108961/ Wed, 02 Feb 2022 07:15:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=108961 Degenhard Schroeren verstärkt das Team von Cubus. Foto: Cubus.

Der Finanzierungsberater Cubus Partners holt sich Degenhard Schroeren als Executive Director an Bord. Schroeren war zuvor bei DCCP und der Société Générale tätig und bringt jahrelange Erfahrung in der LBO-Finanzierung mit.

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Degenhard Schroeren verstärkt das Team von Cubus. Foto: Cubus.

Der Finanzierungsberater Cubus Partners holt sich Degenhard Schroeren als Executive Director an Bord. Schroeren war zuvor bei DCCP und der Société Générale tätig und bringt jahrelange Erfahrung in der LBO-Finanzierung mit.

Neuzugang bei Cubus Partners: Zum 1. Februar startet Degenhard Schroeren als Executive Director beim Frankfurter Corporate-Finance-Beratungshaus. Der diplomierte Betriebswirt bringt langjährige Erfahrung im Bereich strukturierter Kredite, Leveraged Finance, Firmenkreditfinanzierung, Private Debt und Risikomanagement mit.  

„Wir freuen uns sehr, dass wir mit Degenhard Schroeren einen der erfahrensten und profiliertesten Finanzierer im deutschen LBO-Markt als weiteren Neuzugang für Cubus Partners gewinnen konnten. Herr Schroeren wird sich in unserem Team schwerpunktmäßig um Mandate in den Bereichen Corporates und finanzielle Restrukturierung kümmern“, so Richard Rösener, Managing Partner und Mitgründer von Cubus. 

Vor dem Hintergrund des steigenden Finanzierungsbedarfs durch Debt-Fonds kann Cubus, die vor allem auf Debt Advisory im deutschen Midcap-Markt spezialisiert ist, die Verstärkung gut gebrauchen. Cubus wurde 2011 gemeinsam von Matthias Magnus und Richard Rösener als Beratungsgesellschaft für Unternehmensfinanzierung und finanzielle Restrukturierung gegründet. Ursprünglich auf Finanzinvestoren fokussiert, wurde in den vergangenen Jahren die Beratung von Unternehmenskunden ausgebaut. Das Beratungsteam von Cubus Partners umfasst sieben Personen.

Degenhard Schroeren kommt von der DCCP

Bis zu seinem Einstieg bei Cubus war der 54-jährige Schroeren fast zwei Jahre bei Deutsche Credit Capital (DCCP) tätig. In seiner Rolle als Chief Risk Officer stellte unter anderem ein Risikomanagement- und Compliance-Rahmenwerk auf. Ende Juni musste das Debt-Investmenthaus Insolvenz einreichen.

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Zuvor war Schroeren über zwölf Jahre in führenden Positionen bei der Société Générale in Frankfurt. Er kam 2007 als Managing Director zu der französischen Geschäftsbank und hatte dort zuletzt die Position des Head of Leveraged Finance in Deutschland, Österreich und Osteuropa inne. Hier war er für zahlreiche Finanzierungstransaktionen – einschließlich LBOs und Infrastruktur-Akquisitionsfinanzierungen – zuständig.

Schroeren war außerdem viele Jahre lang bei der Royal Bank of Scotland in Frankfurt im Bereich Leveraged Finance sowie bei der Deutschen Bank / Morgan Grenfell im Bereich der Projektfinanzierung tätig. Seine Karriere begann Schroeren 1996 als Trainee bei der Deutschen Bank.

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Ex-Krauss-Maffei-CFO Harald Nippel geht zu Leoni https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/ex-krauss-maffei-cfo-harald-nippel-geht-zu-leoni-108458/ Thu, 27 Jan 2022 16:05:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=108458 Harald Nippel wird Nachfolger von CFO Ingrid Jägering beim Autozulieferer Leoni. Foto: Leoni.

Zuletzt war Leoni mit schwachen Zahlen und einer Razzia in den Schlagzeilen, nun gibt es gute Nachrichten: Ein Nachfolger für CFO Ingrid Jägering ist gefunden. Harald Nippel bringt Restrukturierungserfahrung mit.

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Harald Nippel wird Nachfolger von CFO Ingrid Jägering beim Autozulieferer Leoni. Foto: Leoni.

Zuletzt war Leoni mit schwachen Zahlen und einer Razzia in den Schlagzeilen, nun gibt es gute Nachrichten: Ein Nachfolger für CFO Ingrid Jägering ist gefunden. Harald Nippel bringt Restrukturierungserfahrung mit.

Das Jahr hat für Leoni turbulent begonnen: Die finanzielle Lage beim Autozulieferer ist noch immer angespannt, und Meldungen über eine Durchsuchung des Bundeskartellamts am vergangenen Dienstag setzten den Aktienkurs unter Druck. Nun kann Leoni aber einen Erfolg bei der Nachbesetzung eines wichtigen Postens vermelden: Neuer Finanzchef wird Harald Nippel. Damit ist die Nachfolge von CFO Ingrid Jägering gesichert.

Nippel wurde zum 1. April als CFO bestellt. Der 58-jährige promovierte Wirtschaftsingenieur wird aber bereits am 1. Februar bei Leoni starten, um eine gute Übergabe des Finanzressorts zu ermöglichen. Er wird künftig die Bereiche Corporate Accounting, Corporate Controlling, Corporate Finance & Treasury, Corporate Taxes, Corporate Information Technology und Corporate Internal Audit verantworten.

Leoni-CFO Ingrid Jägering wechselt zu Stihl

Bereits im Herbst vergangenen wurde bekannt, dass Ingrid Jägering ihren Ende 2022 auslaufenden Vertrag bei Leoni nicht verlängern und als CFO zum Familienunternehmen Stihl wechseln wird. Sie war zu diesem Zeitpunkt gerade einmal zwei Jahre bei dem Nürnberger Unternehmen. 

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Ingrid Jägering

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In den vergangenen Jahren war Jägering maßgeblich an der Restrukturierung des angeschlagenen Automobilzulieferers beteiligt. Bis zu ihrem Wechsel zu Leoni bekleidete sie verschiedene Führungspositionen bei Osram Opto Semiconductors. Zuvor hatte sie diverse CFO-Posten unter anderem bei der Windenergiesparte von Siemens in Dänemark oder beim Großmotorenbauer Man Diesel & Turbo inne.

Harald Nippel kommt von Krauss Maffei

Ihr Nachfolger Harald Nippel war zuvor Finanzchef beim Maschinenbauer Krauss Maffei. Er war insgesamt sechs Jahre bei den Münchenern tätig, bevor er auf eigenen Wunsch das Unternehmen im Mai vergangenen Jahres verließ. Seinen Posten übernahm der ehemalige Sixt-CFO Jörg Bremer.

Bei Krauss Maffei verantwortete Nippel in seiner Funktion zahlreiche Bereiche wie Finanzen, Controlling und Treasury, IT, Human Resources oder das Business Excellence & Facility Management. Er begleitete unter anderem den Verkauf von Krauss Maffei 2016 an den chinesischen Chemiekonzern Chemchina sowie den späteren Börsengang in China. 2018, als die Krauss Maffei Company Limited an der Börse in Shanghai gelistet wurde, übernahm er auch für diese die Position des CFO. Darüber hinaus war er maßgeblich an Restrukturierungsprojekten beteiligt, wie Leoni in der Mitteilung zum neuen Finanzvorstand betont. 

Nippel bringt langjährige CFO-Erfahrung mit: Seine Karriere startete er 1999 in der Unternehmensentwicklung des Fertighausanbieters Allkauf. Im Jahr 2000 wechselte er in das Konzerncontrolling des Autozulieferers FAG, der kurz danach von Schaeffler übernommen wurde. Die Übernahme brachte Nippel zu seiner ersten CFO-Position in der Schaeffler-Geschäftseinheit Aerospace. Nach gut fünf Jahren ging er als Finanzchef zu dem Automatisierungstechniker Böwe Systems. Vor seinem Amtsantritt bei Krauss Maffei war er bei dem Autozulieferer Ixetic sowie dem kanadischen Getriebehersteller Magna Powertrain Finanzchef.

Harald Nippel muss Leoni weiter stabilisieren

Nippels Expertise im Automotive-Bereich sowie seine Restrukturierungserfahrung kann Leoni gut gebrauchen. Leonis finanzielle Situation hatte sich in den ersten drei Quartalen 2021 weiter verschlechtert. Die Nettofinanzschulden wuchsen zum Ende des dritten Quartals auf 1,67 Milliarden Euro, im Vergleich zu rund 1,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Liquidität schrumpfte zum Ende des dritten Quartals von 422 Millionen Ende 2020 auf 262 Millionen Euro. Dabei wächst der Zeitdruck: Bis Ende 2022 muss Leoni einen Staatskredit in Höhe von 330 Millionen Euro refinanzieren. Daneben stehen auch M&A-Deals auf der Agenda des neuen Finanzchefs, die das dringend benötigte Geld in die Kassen bringen sollen.

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 „Wir sind davon überzeugt, dass Harald Nippel als ausgewiesener Automotive-Experte die konsequente Umsetzung sämtlicher Maßnahmen zur weiteren strategischen und operativen Stabilisierung des Unternehmens im Vorstand weiter vorantreiben und neue Impulse setzen wird“, so Leoni-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Probst.

melanie.steinhoff[at]finance-magazin.de


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Nachhaltigkeit bei Steuern: Liefern die Dax-Konzerne ab? https://www.finance-magazin.de/finanzabteilung/investor-relations/nachhaltigkeit-bei-steuern-liefern-die-dax-konzerne-ab-107946/ Tue, 25 Jan 2022 09:47:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=107946 Wie transparent sind die Dax40 beim Thema Steuern? Foto: stock.adobe.com - Funtap

Der Druck von Öffentlichkeit und Behörden auf Konzerne ist groß, bei Steuern nicht zu tricksen. Jetzt hat PwC die steuerliche Nachhaltigkeit bei den Dax40 analysiert. Was sagen uns die Ergebnisse über die steuerliche Transparenz der Großkonzerne?

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Wie transparent sind die Dax40 beim Thema Steuern? Foto: stock.adobe.com - Funtap

Der Druck von Öffentlichkeit und Behörden auf Konzerne ist groß, bei Steuern nicht zu tricksen. Jetzt hat PwC die steuerliche Nachhaltigkeit bei den Dax40 analysiert. Was sagen uns die Ergebnisse über die steuerliche Transparenz der Großkonzerne?

CFOs sehen Nachhaltigkeit als Werttreiber. Kaum ein CFO, der dies nicht für sich und sein Unternehmen reklamiert. Doch Nachhaltigkeit und Fairness beziehen sich nicht nur auf Ressourceneinsatz und Investitionen, sondern auch auf das unangenehme Thema Steuern. Dort werden die am Kapitalmarkt präsenten Großkonzerne immer stärker dazu angehalten, nicht in Grauzonen zu operieren und ihre Steuerstrukturen offenzulegen. In den nächsten Jahren werden hierzu mit ziemlicher Sicherheit verbindliche Regelungen aufgestellt werden. 

PwC hat nun eine erste Bestandsaufnahme vorgelegt, wie transparent die Dax40-Konzerne im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsberichtserstattung mit dem Thema Steuern umgehen. Die Ergebnisse sind durchaus interessant.

GRI setzt CFOs Standards in Sachen Transparenz

Fast alle Dax40-Unternehmen greifen im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung auf das Rahmenwerk der Global Reporting Initiative (GRI) zurück. 2019 wurde das Rahmenwerk erstmals um einen Standard erweitert, der die steuerlichen Informationen für Transparenzberichte im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgibt.

Für die jetzt von PwC veröffentlichte Studie wurden die Unternehmen anhand eines von der Freien Universität Berlin entwickelten „Tax Sustainability Reporting Scores“ bewertet. Die Qualität der veröffentlichten Informationen wurde nicht bewertet. Auf Basis dieser Studie lassen sich Rückschlüsse auf die generelle steuerliche Transparenz der einzelnen Unternehmen ableiten.

Steuerliche Transparenz: Ein Anfang ist gemacht

Das erste und am leichtesten zu interpretierende Ergebnis: Erst drei Viertel aller Dax40-Unternehmen in Deutschland haben überhaupt schon steuerliche Transparenzberichte erstellt. Auf diesen Berichten ließe sich in Zukunft aufbauen, so der PwC-Report. Am besten bewertet die Studie Adidas, Allianz, Bayer, Eon und Munich Re: Diese Konzerne würden sich durch eine vergleichsweise umfassende steuerliche Transparenzberichterstattung auszeichnen, sagt PwC.

Allerdings wird die steuerliche Transparenz noch nicht bei allen untersuchten Unternehmen groß geschrieben. Die Mehrheit der Unternehmen berichtet nicht einmal die Hälfte der vom Standard geforderten Informationen. Die Gründe für die zögerliche Umsetzung der Vorgaben könnten zum einen mit der Corona-Pandemie zusammenhängen. So war das Berichtsjahr 2020, auf das sich die PwC-Studie bezieht, für die erstmalige Umsetzung des Standards freiwillig – die Unternehmen mussten unter dem Standard noch nicht veröffentlichen. 

Testfall Country-by-Country Reporting

Ein weiterer, kritischerer Grund könnte die im Standard vorgesehenen Veröffentlichung des Country-by-Country Reportings (CbCR) sein. Dies ist bei vielen Unternehmen kritisches Terrain – auch weil die Öffentlichkeit und die Steuerfahnder hinter internationalen Steuerkonstruktionen und Verrechnungspreisen oft zu aggressive Mittel der Steueroptimierung vermuten.

Wenn ein Konzern diese CbCR-Daten veröffentlicht, erhalten nicht nur die Finanzbehörden, sondern auch andere Stakeholder Einblicke in grenzüberschreitende Konzernstrukturen, beispielsweise, in welchen Ländern der Konzern überall ansässig ist, inklusive der Zahl der Mitarbeiter, Gewinne und Steuerzahlungen. Aus diesen Daten lassen sich Steuerrisken oder Hinweise zu potenziellen Steuergestaltungen ableiten. Skeptiker dieser Vorschriften befürchten, dass eine Veröffentlichung der CbCR-Daten zu Wettbewerbsnachteilen und auch zu Reputationsrisken aufgrund von Fehlinterpretationen der Daten führen könnte. Zudem ist die Diskussion um die Pflicht zum öffentlichen Country-by-Country Reporting auch politisch noch nicht abgeschlossen.

Allianz mit dem besten Bericht

Für die Form der steuerlichen Transparenzberichterstattung scheint sich auch noch kein einheitlicher Standard gebildet zu haben. Der Begleittext zur Studie beschreibt eine große Bandbreite hinsichtlich Form und Länge der steuerlichen Berichterstattung. Während wenige Unternehmen, etwa die Allianz oder die Munich Re, ausführliche Berichte anfertigen, finden sich bei anderen Unternehmen lediglich vereinzelte Seiten. Der Tax Transparency Report der Allianz enthielt laut PwC viele Informationen zu freiwilligen Berichtsbestandteilen und schnitt daher am besten ab.

Die Unternehmen berichteten vor allem über die allgemeine Steuerstrategie, das Tax-Compliance-Management-System und den Umgang mit Finanzbehörden. Die Scheu zur Offenlegung des CbCRs zeigt sich auch an dieser Stelle. Nur zwei Unternehmen, die Allianz und die Munich Re, setzten überhaupt ein Country-by-Country Reporting im Rahmen der Berichterstattung um – und das auch nur in Teilen.

Höhere Aktienkurse? Steuerliche Transparenz kann sich auszahlen

Sollte sich auch für 2021 herausstellen, dass nur vereinzelte Unternehmen ihre Steuerstrukturen umfänglich transparent machen, wäre dies bedenklich. Jene, die die Transparenzoffensive vorantreiben, vertreten die Meinung, dass sich die zeit- und arbeitsaufwändige steuerliche Transparenzberichterstattung durchaus auch monetär lohnen könnte, weil sie beispielweise Unsicherheit reduziert (und damit auch Risikoprämien am Kapitalmarkt) und sich positiv auf die Unternehmensreputation wirkt.

„Wissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass Unternehmen von geringeren Eigenkapital- und Fremdkapitalkosten profitieren könnten. Gesunkene Kapitalkosten bedeuten einen höheren Unternehmenswert, und der spiegelt sich auch in höheren Aktienpreisen wider“, meint Martin Fochmann von der Freien Universität Berlin und Co-Autor der Studie.

PwC erwartet, dass es zukünftig mehr Steuer-Transparenzberichte geben wird und dass die Qualität der berichteten Informationen steigen wird. Verantwortlich dafür seien aber insbesondere erwartete Entwicklungen auf EU-Ebene, wie beispielsweise das Public CbCR. Im Kern sieht das Public CbCR für bestimmte EU-Unternehmen die Veröffentlichung eines Reports vor, der verschiedene unternehmensbezogene Kennzahlen enthalten wird. Mit Einführung des Public CbCR möchte die EU die Steuertransparenz multinationaler Unternehmensgruppen innerhalb der EU erhöhen. Die 38 Dax40-CFOs, die 2020 noch die Transparenz gescheut haben, werden spätestens dann mehr Einblicke gewähren müssen.

melanie.steinhoff[at]finance-magazin.de

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SAF-Holland-CFO Inka Koljonen geht zu MAN https://www.finance-magazin.de/cfo/cfo-wechsel/saf-holland-cfo-inka-koljonen-geht-zu-man-107352/ Thu, 20 Jan 2022 08:34:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=107352 Inka Koljonen geht zu MAN. Quelle: SAF Holland

CFO Inka Koljonen bricht ihre Zelte bei SAF-Holland überraschend kurzfristig ab und wechselt in gleicher Funktion zum LKW- und Bushersteller MAN. SAF muss zunächst ohne dezidierten Finanzvorstand auskommen.

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Inka Koljonen geht zu MAN. Quelle: SAF Holland

CFO Inka Koljonen bricht ihre Zelte bei SAF-Holland überraschend kurzfristig ab und wechselt in gleicher Funktion zum LKW- und Bushersteller MAN. SAF muss zunächst ohne dezidierten Finanzvorstand auskommen.

Überraschender CFO-Wechsel bei SAF-Holland: Wie das Bessenbacher Unternehmen mitteilte, wird Inka Koljonen ihr Vorstandsmandat bereits zum Ende des Monats niederlegen. Die 48-jährige Koljonen zieht es zum LKW- und Bushersteller MAN, wo sie direkt zum 1. Februar starten wird.

Bei dem Nutzfahrzeugzulieferer SAF verantwortet Koljonen als Finanzvorstand die Ressorts Finanzen, Rechnungswesen Steuern, IT, Investor Relations, Interne Revision sowie Recht und Compliance. Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernimmt Vorstandsvorsitzender Alexander Geis interimistisch das Finanzressort. Die Rolle des Übergangs-CFO hatte er bereits von Juli bis September 2020 inne, als Matthias Heiden das Unternehmen verlassen hatte.

Vor ihrem Wechsel zu SAF-Holland hat die zweifache Mutter fünf Jahre lang für den Spezialchemiekonzern Clariant gearbeitet, sie war Finanzchefin der Geschäftseinheit Katalysatoren. Davor war sie als CFO bei Siemens in Russland tätig. Sie ist diplomierte Betriebswirtin und blickt auf eine langjährige Erfahrung in leitenden Finanzpositionen zurück. Koljonen ist Halbfinnin und Halbkroatin und spricht fünf Sprachen.

Koljonen kam erst vor knapp anderthalb Jahren zu SAF

Koljonen übernahm erst im September 2020 das Amt von ihrem Vorgänger Matthias Heiden, der im Juli 2020 zur Software AG wechselte. Ihre Pläne für SAF-Holland sahen bei Eintritt neben der Automatisierung der Reporting-Prozesse auch eine Verbesserung der Kosten- und Cashflow-Effizienz vor – der Nutzfahrzeugzulieferer litt unter der Corona-Krise. „Kein dünnes Brett, was es da zu bohren gibt“, so Koljonen in einem Gespräch mit FINANCE in 2020 über die anstehenden Herausforderungen insbesondere in Hinblick auf das Thema Bestände.

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Umso überraschender ist ihr Weggang nach nur knappen anderthalb Jahren. „Inka hat maßgeblich zur neuen Ausrichtung des Finanzressorts beigetragen“, kommentiert CEO Geis den Weggang der Finanzchefin. „Wir respektieren ihre Entscheidung, bedauern diese aber sehr.“

SAF-Holland vermeldete mit den letzten Quartalszahlen im November eine positive Geschäftsentwicklung. So stieg der Umsatz in den ersten 9 Monaten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 30,5 Prozent auf 925 Millionen Euro. Zudem konnte der Verschuldungsgrad auf 1,59x Ebitda (Wert zum Jahresende 2020: 2,4x Ebitda) reduziert und die bereinigte Ebit-Marge nach den ersten neun Monaten auf 7,7 Prozent gesteigert werden (Vorjahr 5,4 Prozent).

Inka Koljonen muss MAN profitabler machen

Bei ihrem neuen Arbeitgeber MAN wird Koljonen die Ressorts Finanzen, IT und Recht verantworten. Der LKW- und Bushersteller hat somit nach dem Wechsel von CFO Christian Schenk zu Skoda Auto im Oktober vergangenen Jahres eine neue Finanzchefin gefunden. „Inka Koljonen ist mit ihrer breiten Industrieerfahrung und ihrem internationalen Profil eine echte Verstärkung für das MAN-Vorstandsteam und die Traton Group“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Christian Levin.

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Bei MAN steht vor allem die Transformation des Unternehmens auf ihrer Agenda. „Gemeinsam werden wir im Vorstandsteam die Transformation von MAN Truck & Bus zu einem führenden Anbieter intelligenter und nachhaltiger Transportlösungen zum Erfolg führen“, so Vorstandvorsitzender Alexander Vlaskamp. „Insgesamt muss das Unternehmen seine Profitabilität weiter deutlich verbessern, um zwingend notwendige Investitionen in unsere Zukunft stemmen zu können. Das Finanzressort spielt bei dieser Transformation eine zentrale Rolle.“

melanie.steinhoff[at]finance-magazin.de

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