Fabian Westermeyer, Autor bei FINANCE für kluge Finanzentscheidungen Tue, 28 Jul 2026 10:30:07 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0.4 Unipers Milliardenplan für die grüne Transformation https://www.finance-magazin.de/transformation/green-finance/unipers-milliardenplan-fuer-die-gruene-transformation-248152/ Tue, 28 Jul 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=248152 Ein Climate Transition Plan und ein Green Finance Framework sollen Uniper helfen, die grüne Transformation im Energiesektor zu meistern. Foto: Uniper Kraftwerke

Bis 2030 will Uniper rund 5 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und Transformation investieren. Nadja Wendler, Vice President Sustainability bei Uniper, zeigt, wie Green Finance und ESG dazu beitragen.

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Ein Climate Transition Plan und ein Green Finance Framework sollen Uniper helfen, die grüne Transformation im Energiesektor zu meistern. Foto: Uniper Kraftwerke

Bis 2030 will Uniper rund 5 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit und Transformation investieren. Nadja Wendler, Vice President Sustainability bei Uniper, zeigt, wie Green Finance und ESG dazu beitragen.

FINANCE: Frau Wendler, Uniper hat turbulente Zeiten hinter sich, einschließlich einer Verstaatlichung im Jahr 2022. Als Energieerzeuger arbeiten Sie daran, das Geschäftsmodell nachhaltiger zu machen, und investieren dafür Milliarden. Was war ausschlaggebend für diese Entwicklung?
Nadja Wendler: Deutschland und die EU haben sich ambitionierte Klimaziele gesetzt, und wir verstehen uns als europäisches Unternehmen, das seinen Beitrag dazu leisten will. Zudem sehen wir, dass es Energieunternehmen ohne klare Klimaziele und nachvollziehbare Roadmap zunehmend schwerer am Kapitalmarkt haben. Bereits heute produzieren wir die Hälfte unseres Stroms CO₂-arm und bauen den Anteil aus.

FINANCE: In unserer Umfrage geben zwei Drittel der Unternehmensentscheider an, dass geopolitische Verwerfungen ihre Transition verzögern. Wie geht Uniper mit diesem unsicheren Marktumfeld um?
Nadja Wendler: Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gewinnen aktuell an Bedeutung. Geraten diese Faktoren unter Druck, dann leidet die Wettbewerbsfähigkeit. Das betrifft Unternehmen, aber auch die Menschen hier im Land. Der Dreiklang aus Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit ist für uns entscheidend. Wir verfolgen unsere Projekte auch in angespannten Zeiten konsequent weiter und investieren nur dann, wenn es einen attraktiven Return gibt. Bis 2030 planen wir Investitionen von rund 5 Milliarden Euro in Versorgungssicherheit, Wachstum und Transformation.

FINANCE: Was hat Uniper 2024 dazu bewegt, einen Climate Transition Plan zu veröffentlichen?
Nadja Wendler: Es war uns wichtig, Transparenz zu unseren Klimazielen und dem Weg dorthin zu geben. Dafür haben wir sichergestellt, dass wir konform mit bestehenden internationalen Standards zum ESG-Reporting sind – allen voran dem European Sustainability Reporting Standard (ESRS). Unser Plan ist außerdem eng an unsere Unternehmensstrategie angebunden. Entstanden ist er in einem bereichsübergreifenden Prozess.

FINANCE: Was sind die konkreten Klimaziele?
Nadja Wendler: Unsere Ziele sind in Phasen aufgeteilt: Bis 2030 wollen wir unsere Emissionen in Scope 1 und 2 um 55 Prozent und in Scope 3 um 25 Prozent im Vergleich zu 2019 reduzieren. Maßgeblich dafür ist unser Ausstieg aus der Kohleverstromung. Das große Ziel ist die CO₂-Neutralität im Jahr 2040. Die Umsetzung findet in unseren drei Geschäftssegmenten statt: Green Generation, Flexible Generation und Greener Commodities. In der Umsetzung haben wir verschiedene Hebel. Wir erweitern Projekte in Bereichen wie Windkraft, Fotovoltaik, Wasserkraft und Stromspeicher. Bestehende Anlagen werden fortlaufend optimiert. Zudem bauen wir den Handel mit CO₂-armen und erneuerbaren Energieträgern aus.

Nadja Wendler ist Vice President Sustainability bei Uniper. Foto: Uniper

FINANCE: Wie stellen Sie sicher, dass der 60-seitige Climate Transition Plan umgesetzt wird?
Nadja Wendler: Beim Thema Nachhaltigkeit verfolgen wir einen integrierten Ansatz. In der Nachhaltigkeitsabteilung entwickeln wir den Governance-Rahmen, aber die operative Umsetzung liegt in den Geschäftsbereichen, die wir dabei intensiv unterstützen. Bei neuen Projekten erfolgt etwa ein ESG-Assessment, wodurch Nachhaltigkeitsaspekte direkt in Steuerungsprozesse einfließen. Zudem sind Nachhaltigkeitskennzahlen ein Vergütungsbestandteil bei den Führungskräften. Die Transparenz schafft Verbindlichkeit.

FINANCE: Uniper hat im Oktober 2025 sein erstes Green-Finance-Framework veröffentlicht. Was war die Motivation, diesen Schritt gerade jetzt zu gehen?
Nadja Wendler: Das Green-Finance-Framework bietet uns zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten, die unsere Transformation unterstützen können. Grüne Finanzierungen untermauern somit die Transformation. Die Intention ist, künftig auch einen Green Bond oder einen Green Loan ausgeben zu können. Damit wollen wir die Basis unserer potenziellen Investoren erweitern.

FINANCE: Wie aufwendig war die Erstellung des Frameworks?
Nadja Wendler: Es war ein umfassendes Projekt und kein einfach runtergeschriebenes Papier. Daran waren sehr viele verschiedene Stakeholder im Unternehmen beteiligt – von der Finanzabteilung über Strategie und Kommunikation bis zu meiner Einheit. Wir wurden außerdem von erfahrenen Banken begleitet und haben eine Second-Party-Opinion eingeholt. Diese externe Validierung wird zu einem immer wichtigeren Qualitätsmerkmal.

FINANCE: Uniper hat in der Vergangenheit bereits eine ESG-linked syndizierte Kreditlinie über 3 Milliarden Euro aufgesetzt. Wie war diese strukturiert?
Nadja Wendler: Bei der Kreditlinie haben wir die Konditionen an konkrete Nachhaltigkeitskriterien geknüpft: einerseits die Reduzierung unserer Treibhausgasemissionen, andererseits den Ausbau unserer Erneuerbaren-Kapazitäten. Daraus ergibt sich ein Konditionenraster. Je nachdem, wie viele der Ziele wir erreichen, verbessern oder verschlechtern sich die Konditionen. Das schafft einen direkten finanziellen Anreiz, die gesetzten Klimaziele zu erreichen.

FINANCE: Uniper berichtet seit Unternehmensgründung 2016 über Nachhaltigkeit. Wie hat sich die Berichterstattung verändert?
Nadja Wendler: Die Berichterstattung ist starrer und aufwendiger geworden, aber auch qualitativ hochwertiger und vergleichbarer. Und dadurch, dass viele Einheiten im Unternehmen involviert sind, ist das Bewusstsein für Nachhaltigkeitsthemen insgesamt gestiegen. Aufwand und Nutzen stehen aber nicht immer im Verhältnis, und wir hoffen, dass der Gesetzgeber hier noch nachschärft, um ein besseres Gleichgewicht herzustellen.

FINANCE: Wo sehen Sie die Hauptschwierigkeiten beim Umgang mit ESG-Daten?
Nadja Wendler: Datenmenge und Komplexität sind enorm. Allein bei den ESRS-Standards sprechen wir aktuell über etwa 1.200 potenzielle und 600 verpflichtende Datenpunkte. Die Daten kommen aus den operativen Einheiten und müssen zum Teil noch händisch zusammengetragen werden, weil jede Anlage unterschiedlichen Faktoren unterliegt. Das bindet erhebliche Ressourcen. Was uns in den kommenden Jahren weiter beschäftigen wird, ist die Automatisierung und Digitalisierung der Datenerfassung sowie die Schaffung einheitlicher Prozesse. Das ist nichts, was man von heute auf morgen aufbaut.

FINANCE: Wie haben Lieferanten darauf reagiert, eine ESG-Due-Diligence zu durchlaufen?
Nadja Wendler: Unser Prozess fußt auf zwei Schritten: Zunächst nutzen wir externe Datenbanklösungen zusammen mit ESG-Ratings, um uns ein erstes Bild der Lieferanten zu verschaffen. In Fällen mit erhöhtem Risiko gehen wir direkt auf diese zu. Die Erfahrungen sind überwiegend positiv, denn viele Partner sind selbst von Berichtspflichten betroffen und haben ein eigenes Interesse an einem guten ESG-Profil. Das erleichtert die Zusammenarbeit.

FINANCE: Welche Empfehlungen haben Sie für Unternehmen, die einen Transitionsplan oder ein Green Finance Framework aufsetzen wollen?
Nadja Wendler: Zunächst braucht es eine klare strategische Verankerung. Strategie, Maßnahmen und Finanzierung müssen konsistent und nachvollziehbar sein. Zweitens sollte man sich an regulatorischen und marktüblichen Standards orientieren, weil das die Akzeptanz bei Marktteilnehmern erhöht. Drittens sind Governance-Strukturen von Anfang an mitzudenken, um die Umsetzung begleiten zu können. Und zuletzt braucht es ein solides Daten- und Reporting-Konzept, um den Fortschritt messen und steuern zu können. Nachhaltigkeit ist eine gesamtunternehmerische Aufgabe – das unterschätzen viele.

Info

Das Interview wurde im Rahmen der Studienreihe Nachhaltigkeit und Green Finance geführt, die im April 2026 erschienen ist.

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1,8 Milliarden Euro für neue Windkraft: Nextwind setzt auf Repowering https://www.finance-magazin.de/finanzierungen/green-finance/18-milliarden-euro-fuer-neue-windkraft-nextwind-setzt-auf-repowering-244705/ Tue, 09 Jun 2026 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=244705 Frischer Wind für die Energiewende: Nextwind treibt die nachhaltige Transformation durch das Repowering alter Windparks voran und nutzt dafür innovative Finanzierungslösungen. Foto: Photocreo Bednarek - adobe.stock.com

Wie finanziert man die Energiewende? Nextwind-CFO Lisa-Sophie Kleiss und Finanzexperte Jörg-Uwe Fischer erklären ihre 1,8-Milliarden-Plattformfinanzierung für das Repowering von Windparks.

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Frischer Wind für die Energiewende: Nextwind treibt die nachhaltige Transformation durch das Repowering alter Windparks voran und nutzt dafür innovative Finanzierungslösungen. Foto: Photocreo Bednarek - adobe.stock.com

Wie finanziert man die Energiewende? Nextwind-CFO Lisa-Sophie Kleiss und Finanzexperte Jörg-Uwe Fischer erklären ihre 1,8-Milliarden-Plattformfinanzierung für das Repowering von Windparks.

FINANCE: Nextwind wurde 2020 gegründet und hat sich auf das Repowering alter Windparks spezialisiert. Was verbirgt sich hinter diesem Geschäftsmodell, und welche Rolle spielt Nachhaltigkeit?
Lisa-Sophie Kleiss: Effiziente Ressourcennutzung steht im Zentrum unseres Geschäftsmodells. Nachhaltigkeit ist daher seit der Gründung im Unternehmen verankert und treibt uns alle bei der Arbeit an. Unsere Vision ist, Deutschland mit grünem Strom zu versorgen. Dafür kaufen wir ältere Onshore-Windparks auf, modernisieren die Standorte und optimieren sie – insbesondere durch neuere Turbinen und einen angepassten Aufbau des Windparks. Das ist nicht nur schneller als der Neubau von Anlagen, sondern verlängert auch die Lebenszeit von Windparks und verringert den Flächenverbrauch.

FINANCE: Wie beeinflusst Nachhaltigkeit die Planung in der Finanzabteilung?
Jörg-Uwe Fischer: Wir wollen die Energiewende schnellstmöglich voranbringen. Daher geht es bei unserer Planung vor allem um zwei Themen: Geschwindigkeit und Wirtschaftlichkeit. So wollen wir unsere Energieerzeugungskapazitäten so schnell wie möglich ausbauen. Gleichzeitig müssen wir aber auch potentielle Risiken identifizieren und sicherstellen, dass sich unsere Repowering-Projekte wirtschaftlich tragen. Wir sind in einer kapitalintensiven Branche. Da gilt es, möglichst frühzeitig die Voraussetzungen für unsere Wachstumsziele abzusichern.

Jörg-Uwe Fischer ist Head of Structured Finance bei Nextwind. Foto: Nextwind

FINANCE: Nextwind hat 2025 eine syndizierte Plattformfinanzierung über 1,8 Milliarden Euro abgeschlossen. Herr Fischer, Sie haben die Finanzierung begleitet. Wie sind Sie vorgegangen?
Jörg-Uwe Fischer: Am Anfang stand der Businessplan. Wir mussten für diese große Plattformfinanzierung zunächst viele Detailfragen klären: Welche Projekte bringen wir in das zu finanzierende Portfolio ein? Welche Finanzierungsbestandteile benötigen wir? Welche Zielvorgaben setzen wir uns? Mit diesen Überlegungen sind wir frühzeitig an Banken herangetreten, die sich für Nachhaltigkeit interessieren. Wir konnten recht schnell drei Kernbanken finden, mit denen wir in fast zwölf Monaten die Details der Plattformfinanzierung entwickeln konnten.

In diesem Prozess wurden wir zudem von einem Financial Advisor und einem Legal Advisor unterstützt. Nach der finalen Einigung hat es nochmal fast sechs Monate gedauert, die Struktur auf die heutigen 15 Finanzierungspartner auszuweiten. Von den ersten Planungen dieser Plattformfinanzierung bis zum Abschluss der Syndizierung hat es fast eineinhalb Jahre gedauert, was bei dieser Größenordnung nicht überraschend ist.

Lisa-Sophie Kleiss: Insbesondere war diese Zeitschiene nicht überraschend, da es in unserer Nische keine Blaupause für eine derartige Plattformfinanzierung gab. Die Pionierarbeit hat sich aber bezahlt gemacht. Es war eine große Teamleistung.

FINANCE: Warum haben Sie sich für eine kleinteilige Struktur mit fünf Fazilitäten entschieden?
Jörg-Uwe Fischer: Es ging darum, welche Finanzierungsbedarfe wir über die gesamte Wertschöpfungskette absichern müssen und was davon für die verschiedenen Banken oder andere Kapitalgeber interessant ist. Den größten Umfang nimmt ein Term Loan für die Investitionen ins Repowering oder weitere Akquisitionen ein.

Durch die Differenzierung hatten die Geldgeber aber auch die Möglichkeit, gezielt in für sie relevante Bereiche zu investieren. Neben weiteren zweckgebundenen Kreditlinien konnten wir auch zwei Versicherer an Bord nehmen, die nur an Garantiefazilitäten interessiert waren. Diese beziehen sich auf die Turbinenlieferverträge, deren Absicherung für unsere Planbarkeit essentiell ist.

FINANCE: Welche Vorteile bietet die Plattform- gegenüber einzelnen Projektfinanzierungen?
Jörg-Uwe Fischer: Die Plattformfinanzierung bietet Vorteile für Unternehmen und für Kreditgeber. Wir haben nun über die nächsten fünf Jahre Planungs- und Finanzierungssicherheit, das heißt, wir müssen nicht für jedes Projekt eine Finanzierung separat verhandeln. Die Banken profitieren von einem Risikoausgleich über den Portfolioeffekt. Selbst wenn ein Projekt nicht so gut performen sollte, kann das von den anderen Projekten kompensiert werden.

Info

Die gesamte Studie zu Nachhaltigkeit und Green Finance mit vertiefenden Interviews lesen Sie hier.

FINANCE: An der Finanzierung haben sich Akteure aus Nordamerika, Asien und Europa beteiligt. Wie erklären Sie das starke internationale Interesse?
Jörg-Uwe Fischer: Die Größe der Transaktion beziehungsweise der Beteiligungsmöglichkeit war dabei ausschlaggebend. Konsolidierte Windmärkte erleichtern Investitionen, denn ohne die Bündelungen verschiedener Projekte ist der deutsche Windmarkt sehr kleinteilig: Ein durchschnittlicher einzelner Windpark in Deutschland mit drei bis fünf Anlagen kostet etwa 30 Millionen bis 50 Millionen Euro. Das ist für viele internationale Akteure uninteressant, da schlicht zu klein.

Durch die Bündelung auf Portfolioebene bewegen sich die Beteiligungsbeträge für einzelne Kapitalgeber im hohen zweistelligen bis dreistelligen Millionenbereich. Unser hundertprozentig grünes Geschäftsmodell hat zusätzliches Interesse geweckt. Insgesamt war unsere Finanzierung ursprünglich sogar um mehr als 400 Millionen Euro überzeichnet, weshalb wir das geplante Volumen vorzeitig aufstocken konnten.

FINANCE: Welche Rolle spielen Kapitalmärkte und nachhaltige Finanzierungsinstrumente für die grüne Transformation in Deutschland?
Lisa-Sophie Kleiss: Die Kapitalmärkte sind essentiell, weil für die Transformation Summen benötigt werden, die nicht von einzelnen Investoren oder Banken allein gestemmt werden können. Nachhaltige Finanzierungsinstrumente steigern das Interesse an grünen Themen und helfen Investoren, in nachweisbare Nachhaltigkeit zu investieren. Durch Reporting oder Projektbindung wird das Risiko von Greenwashing gesenkt. Wir sehen unsere Plattformfinanzierung zudem als mögliche Brücke zum Kapitalmarkt. In Zukunft könnten nachhaltige Finanzierungsinstrumente auch für Nextwind eine größere Rolle spielen.

Lisa-Sophie Kleiss ist CFO bei Nextwind. Foto: Nextwind

FINANCE: Welche Hürden bestehen für kleinere Unternehmen bei nachhaltigen Finanzierungen?
Lisa-Sophie Kleiss: Wenn Unternehmen bis ins letzte Detail nachweisen müssen, dass jede Einzelausgabe grün ist, bindet dies enorme Kapazitäten. Der Reporting-Aufwand kann sehr hoch werden. Das ist eine Hürde, die gerade kleinere Akteure dazu veranlasst, auf ESG-Zertifizierungen zu verzichten. Auch wir haben auf eine externe Zertifizierung verzichtet. Stattdessen haben wir uns mit den Banken auf Kennzahlen geeinigt, die wir übermitteln und die den Fortschritt bei unseren grünen Projekten dokumentieren.

FINANCE: Welche Kennzahlen übermitteln Sie an die Kapitalgeber?
Lisa-Sophie Kleiss: Neben den klassischen Finanzkennzahlen berichten wir regelmäßig über die Anzahl der betriebenen Windenergieanlagen, die daraus erzeugten Kilowattstunden und die spezifischen Investitionsausgaben für das Repowering.

FINANCE: Welche Herausforderungen sehen Sie sonst bei der Nachhaltigkeitswende?
Jörg-Uwe Fischer: Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit. Jede Änderung an der Regulatorik hat unmittelbare Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Projektumsetzungen – und im Zweifelsfall die Finanzierung. Unsichere Rahmenbedingungen sind Gift für Investoren und Banken. Wir sind in Deutschland auf einem guten Weg beim Thema Nachhaltigkeit, müssen diesen aber auch konsequent und verlässlich weitergehen.

FINANCE: Welchen Rat geben Sie kleinen Unternehmen, die große Nachhaltigkeitsprojekte finanzieren wollen?
Lisa-Sophie Kleiss: Nach der Finanzierung ist es nicht zu Ende. Es folgen zahlreiche Aufgaben: Reporting an die Banken, interne Datenerhebung, Planung der Fazilitäten und vieles mehr. Mein Rat ist, die entsprechenden Strukturen schon parallel zur Finanzierung aufzubauen, damit man ab dem ersten Tag diesen Anforderungen gerecht wird.

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Commerzbank-Übernahme: Finanzentscheider bleiben skeptisch  https://www.finance-magazin.de/banking-berater/firmenkundengeschaeft/commerzbank-uebernahme-finanzentscheider-bleiben-skeptisch-219024/ Thu, 12 Jun 2025 05:55:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=219024 Viele CFOs und Treasurer blicken weiterhin skeptisch auf eine Commerzbank-Übernahme durch Unicredit. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Andre M. Chang

CFOs und Treasurer schauen weiterhin skeptisch auf eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit, zeigt eine neue Umfrage von FINANCE. Ein Ergebnis überrascht aber.

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Viele CFOs und Treasurer blicken weiterhin skeptisch auf eine Commerzbank-Übernahme durch Unicredit. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com | Andre M. Chang

CFOs und Treasurer schauen weiterhin skeptisch auf eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit, zeigt eine neue Umfrage von FINANCE. Ein Ergebnis überrascht aber.

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Das Paradoxon der Deutschen Bank https://www.finance-magazin.de/banking-berater/firmenkundengeschaeft/trotz-it-chaos-deutsche-bank-bleibt-primus-im-firmenkundengeschaeft-185905/ Fri, 12 Jul 2024 06:00:00 +0000 https://www.finance-magazin.de/?p=185905 Die Deutsche Bank holt sich im Finance Banken-Survey 2024 erneut den Titel "Deutschlands beste Firmenkundenbank". Foto: diegograndi - stock.adobe.com

Der FINANCE-Banken-Survey 2024 hat eine klare Gewinnerin: die Deutsche Bank. Das Institut ist bei Firmenkunden zwar beliebt, doch die Digitalisierung ist eine Baustelle.

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Die Deutsche Bank holt sich im Finance Banken-Survey 2024 erneut den Titel "Deutschlands beste Firmenkundenbank". Foto: diegograndi - stock.adobe.com

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