Auf der 12. Structured FINANCE entwickelte sich eine spannende Diskussion. Die Expertenrunde debattierte über das Trendthema Digitalisierung.

Frankfurt Business Media GmbH/A. Hausmanns & A. Vanhorn

23.11.16
Wirtschaft

12. SF: CFOs diskutieren über Digitalisierung

Die 12. Structured FINANCE hat in Stuttgart ihre Tore geöffnet. Bei der Podiumsdiskussion zum Auftakt gab es gleich eine Richtungsdebatte, wie Unternehmen das Trendthema Digitalisierung behandeln sollten.

Seit dem heutigen Mittwochmorgen läuft die 12. Structured FINANCE in Stuttgart. Gleich zu Beginn des Events griffen sechs Experten (darunter Software-AG-CFO Arnd Zinnhardt und Schenker-Finanzchef Oliver Seidl) den Megatrend Digitalisierung auf. Sie debattierten bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Digitale Transformation – eine Aufgabe für den CFO und die Finanzabteilung?“.

Speziell die Frage, wer im Vorstand für die Digitalisierung zuständig ist, sorgte für eine angeregte Diskussion. „Nur einen Chief Digital Officer (CDO) zu berufen, reicht nicht“, sagte Software AG-CFO Zinnhardt. Das Thema solle in den jeweiligen Fachabteilungen liegen und der Datenspezialist miteingebunden werden, um den Überblick zu behalten.

Dass sich Unternehmen nicht nur auf die Ernennung eines CDO verlassen dürfen, sieht auch Schenker-CFO Seidl so: „Der Digitalisierungschef muss nicht im Vorstand sitzen. Aber ein Verantwortlicher muss das Thema auf dem Radar haben“, sagt er.

Dafür, dass viele Finanzchefs die Digitalisierung nicht als ihre zentrale Aufgabe sehen, haben die CFOs kein Verständnis: „Ein CFO, der sich darauf nicht ganz schnell einstellt, der könnte sich auch gleich pensionieren lassen, denn gedanklich ist er schon im Ruhestand“, sagte etwa Evelyne Freitag, Finanzchefin bei der deutschen Niederlassung von Goodyear Dunlop. „Eine solche Sichtweise ist ein gravierender handwerklicher Fehler des CFO“, konstatierte Zinnhardt. Die richtige Rolle bei der Digitalisierung zu finden, bleibt für Finanzchefs also ein schwieriges Thema.

Structured FINANCE: Wer wird CFO des Jahres 2016?

Die Structured FINANCE ist die Leitveranstaltung für CFOs und Treasurer. Auch in diesem Jahres wartet das Event mit Rekordzahlen auf. Es haben sich mehr als 2.200 Teilnehmer angemeldet, davon sind mehr als 60 Prozent Finanzentscheider aus Unternehmen. In rund 100 Roundtables berichten über 130 Corporate-Referenten über ihre Erfahrungen bei M&A- und Finanzierungstransaktionen sowie Projekten in ihrer Finanzabteilungen.

Am Abend findet das alljährliche Highlight statt: Im Zuge des großen Galaabends wird der 12. „CFO des Jahres“ gekürt. Im vergangenen Jahr hatte sich der mittlerweile im Ruhestand befindliche CFO Alexander Selent den Titel gesichert, langjähriger Finanzchef des Schmierstoffherstellers Fuchs Petrolub. Weitere Titelträger sind Fresenius-Chef Stephan Sturm und BVB-CFO Thomas Treß. Wer 2016 CFO des Jahres wird, erfahren Sie morgen früh hier auf FINANCE-Online.

Auch das siebte „Treasury des Jahres“ wird im Laufe des Abends gekürt. 2015 hatte der Chemie- und Pharmakonzern Merck die Trophäe für die Finanzierung der Sigma-Aldrich-Übernahme mit nach Hause genommen.

On-Stage-Interview mit Yanis Varoufakis

Auch am morgigen Donnerstag hat die Structured FINANCE noch vier Runden mit Workshops zu bieten. Zum Abschluss der Veranstaltung wartet ein ganz besonderes Highlight auf die Teilnehmer: der frühere griechische Finanzminister Yanis Varoufakis wird zu seiner Forderung nach einem „New Deal for Europe – How to Revive the Promise“ in einem On-Stage-Interview Rede und Antwort stehen. Nach dem Gespräch können die Besucher in einem Get-Together über das Interview diskutieren.

jakob.eich[at]finance-magazin.de