Schafft es BMW, dem Konkurrenten Audi die prestigeträchtige Beteiligung an Bayern München abzuluchsen?

Audi AG/Adam PrettyGetty Images

13.08.18
Wirtschaft

BMW und Audi ringen um Anteile an Bayern München

BMW hat offenbar ein Auge auf die Beteiligung des Konkurrenten Audi am Fußballklub Bayern München geworfen. Die Führungsriege des Rekordmeisters hat scheinbar einen klaren Favoriten.

Zwischen BMW und der VW-Tochter Audi ist offenbar ein Wettbieten um eine Beteiligung an dem Fußballklub Bayern München ausgebrochen. BMW will einem Bericht der „Bild am Sonntag“ (BamS) zufolge die Audi-Beteiligung von 8,33 Prozent übernehmen. Mit dieser Beteiligung ist ein prestigeträchtiger Sponsorenvertrag als größter Automobilpartner des Edelklubs verbunden. Für den Einstieg bei den Bayern ist der Münchener Dax-Konzern demnach bereit, weit über 100 Millionen Euro zu bezahlen.

Wie die BamS weiter berichtet, hätten sich bereits am vergangenen Dienstag die Bayern-Bosse Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß mit dem kommissarischen Audi-Chef Bram Schot getroffen, um über das Anteilspaket zu verhandeln. Die Partnerschaft von Audi und Bayern München läuft noch bis 2025. Neben Audi sind noch der Sportartikelhersteller Adidas und der Versicherungskonzern Allianz an dem Fußballklub beteiligt.

Hoeneß und Stoiber angeblich für Wechsel zu BMW

Offenbar hat Audi bei den Verhandlungen einen schweren Stand. So favorisieren Hoeneß und auch das einflussreiche Aufsichtsratsmitglied Edmund Stoiber, der ehemalige bayerische Ministerpräsident, angeblich einen Wechsel von Audi zu BMW.

Audis Problem: Im Aufsichtsrat der Bayern ist der Autobauer nicht optimal vertreten. Zwar entfallen gleich zwei Sitze auf Audi und VW. Diese Mandate werden aktuell jedoch von Audi-Chef Rupert Stadler und Martin Winterkorn besetzt. Stadler sitzt wegen seiner Rolle in der Dieselaffäre in Untersuchungshaft, und Winterkorn hat seinen Chefposten bei VW bereits vor drei Jahren abgeben müssen. Deshalb stemmt sich nun VW-Chef Herbert Diess gegen die drohende Ausbootung bei den Bayern. Der frühere BMW-Manager soll für eine Verlängerung der Audi-Partnerschaft bis 2030 werben.

Für den Münchener Vorzeigekonzern BMW, der 2009 schon einmal an einem Einstieg bei den Bayern interessiert gewesen war, würde eine Übernahme der Audi-Beteiligung am FC Bayern eine strategische Kehrtwende in Sachen Marketing bedeuten. Derzeit ist BMW im Fußballgeschäft so gut wie überhaupt nicht präsent und stattdessen überwiegend in den Sportarten Golf, Tennis und Segeln als Anteilseigner und Sponsor aktiv. 

Audi ist seit 2011 am FC Bayern beteiligt

Audi hat das FC-Bayern-Aktienpaket 2011 erworben und stellt seitdem den Fuhrpark des Bundesligisten. Für die Beteiligung zahlte Audi in drei Tranchen 90 Millionen Euro. Zudem sieht der Vertrag Geld- und Sachleistungen in einem Wert von 20 Millionen Euro pro Jahr vor. Unabhängig davon, ob es zu einem Wechsel von Audi zu BMW kommt oder es den Ingolstädtern gelingt, ihre Position zu behaupten, können die Bayern mit einem erheblichen Anstieg der Sponsoring-Gelder ihres Automobilpartners rechnen.

Für den VW-Konzern hat das Fußball-Sponsoring strategische Bedeutung: Die Wolfsburger kontrollieren den VfL Wolfsburg, sind über Audi Anteilseigner beim Zweitligisten FC Ingolstadt und sponsorn auch Werder Bremen. Zudem lösen sie zum Jahresende den Konkurrenten Mercedes als Autopartner der deutschen Nationalmannschaft ab.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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