Der 1. FC Kaiserslautern will wegen Corona die Stadionpacht nicht mehr bezahlen.

1. FCK

17.04.20
Wirtschaft

Corona-Folgen: FCK, Daimler, Airbus

Corona setzt deutschen Unternehmen weiter zu, Sparprogramme, Kurzarbeit und Prognoserücknahmen sind die Folgen. Wie der 1. FC Kaiserslautern, Daimler, Airbus und weitere betroffen sind, lesen Sie hier im FINANCE-Überblick.

FCK will Stadionpachtzahlung wegen Corona einstellen

Der 1. FC Kaiserlautern setzt die Pachtzahlungen für das Fritz-Walter-Stadion bis zum 30. Juni aus. In einem Schreiben an die Stadiongesellschaft, hinter der die Stadt Kaiserslautern steht, begründet der Verein dies mit den Einnahmeausfällen infolge der Coronakrise.

Dabei kam es erst Anfang März zu einer Einigung zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und der Stadt, wonach die Höhe der Pacht ab dem 1. Juli auf 625.000 Euro pro Saison betragen soll, zuzüglich gewisser Bonuszahlungen. Derzeit sind es eigentlich sogar nur 425.000 Euro zuzüglich Boni. Die reguläre Pachthöhe, die vor vielen Jahren vereinbart wurde, liegt eigentlich bei 3,2 Millionen Euro.

Der Drittligist kämpft in der Corona-Krise um seine Existenz, da der Verein schon seit Jahren finanzielle Schwierigkeiten aufweist. Seit dem 17. März ist für die Fußballer und alle Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet, der Spielbetrieb bis mindestens Ende April eingestellt. Um diesen für die nächste Saison wieder aufnehmen zu können, muss der Sportverein eine Finanzlücke von rund 12 Millionen Euro schließen. 

Jetzt stuft auch Fitch Daimler herab

Die Ratingagentur Fitch hat Daimler auf BBB+ abgestuft. Zuvor lag es bei A-. Fitch begründet den Schritt mit einer Verschlechterung des Finanzprofils und der Erwartung, dass die Erholung nur langsam erfolgen werde. Ende März stufte Standard & Poor’s die Stuttgarter bereits von A- auf BBB+ herab.

Derweil kündigte Daimler an, die zunächst angedachten zwei Wochen Kurzarbeit bis Ende April zu verlängern. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Fahrzeughersteller eine Kreditlinie in Höhe von 12 Milliarden Euro aufnimmt. Sie besteht zusätzlich zum bereits bestehenden revolvierenden Kredit über 11 Milliarden Euro, welcher bis 2025 läuft.

Airbus will keine Staatshilfe

Der Flugzeughersteller will vorerst keine staatlichen Hilfen anfordern. „Man soll nie ‚nie‘ sagen, aber ich kann feststellen, dass wir derzeit keine Kapitalhilfe des Staates brauchen und dass wir versuchen, uns selber zu helfen“, sagt Airbus-CEO Guillaume Faury im Interview mit dem „Handelsblatt“. Bei der Liquidität sei man auf der sicheren Seite: Airbus habe eine gute Kassenlage bei Beginn der Krise gehabt, zusätzlich hat CFO Dominik Asam im Februar eine Kreditlinie aufgenommen.

Das Coronavirus hat bei vielen Airline zu einem beinahe kompletten Stopp des internationalen Flugverkehrs geführt – mit fatalen finanziellen Einbußen. Als Folge dessen verringerte Airbus erst vor Kurzem nun seine Produktion der Zivilflugzeuge um rund ein Drittel, wie das „Handelsblatt“ berichtete. 

Covestro verstärkt Sparkurs wegen Corona

Der Kunststoffhersteller Covestro passt seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 an und verstärkt seinen Sparkurs. Zunächst ging das Unternehmen von einem Gewinn zwischen 1 und 1,5 Milliarden Euro aus (Gewinn 2019: 1,6 Millionen Euro), senkte es die Prognose jetzt auf ein Ebitda zwischen 700 Millionen und 1,2 Milliarden Euro. Bereits im ersten Quartal sank der Betriebsgewinn von 442 Millionen Euro auf 254 Millionen Euro.

Deshalb verstärkt Covestro jetzt den Sparkurs und plant Kosteneinsparungen von 300 Millionen Euro, anstatt wie zuvor 200 Millionen Euro. Darüber hinaus plant das Unternehmen eine Kostensenkung in Investitionen von rund 200 Millionen Euro. Im Herbst 2018 hatte Covestro bereits bekanntgegeben, dass sollen im Zuge eines Sparprogrammes bis Ende 2020 weltweit 900 Stellen gestrichen werden, 400 in Deutschland.

Drägerwerk könnte Prognose nach oben korrigieren

Nicht alle Unternehmen kassieren ihre Prognosen: Der Lübecker Medizintechnik-Hersteller Drägerwerk konnte im Zuge der Coronavirus-Krise seinen Auftragseingang stark steigern und erwägt daher eine Anhebung seiner Jahresprognose. Wie das TecDax-Unternehmen berichtet, waren Im ersten Quartal Aufträge im Volumen von knapp 1,4 Milliarden Euro eingegangen, was währungsbereinigt ein Plus von rund 117 Prozent zum Vorjahreszeitraum ist.

Gefragt sind unter anderem Beatmungsgeräte, Patientenmonitore und Material für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Ein Großteil dieser Aufträge solle noch 2020 ausgeliefert werden. Das Unternehmen muss dafür massiv die Produktionskapazitäten erhöhen.

Weitere Meldungen

Epigenomics hat aufgrund der Coronavirus-Pandemie in allen Bereichen des Unternehmens Maßnahmen zur Kostensenkung eingeführt. Dazu hat das Biotechnologieunternehmen zum einen vergangene Woche Kurzarbeit beantragt. Außerdem gab das Unternehmen bekannt, dass sowohl der Vorstand, als auch der Aufsichtsrat auf Teile des Gehalts verzichten werden. Die Dauer dieser Maßnahmen wurde auf unbestimmte Zeit festgelegt.

Die Passagierzahlen bei Fraport in Frankfurt gehen immer weiter zurück. Fraport teilte am Mittwoch mit, dass in der vergangenen Woche 46.338 Fluggäste gezählt wurden – das sind 96,8 Prozent weniger, als im vergangenen Jahr. Bereits eine Woche vorher gab es einen Passagierrückgang von rund 95 Prozent. Neben den Passagierzahlen zeigen auch Fracht- und Luftpostzahlen eine Abnahme von 28,1 Prozent auf 32.027 Tonnen.

Die Schlote Holding erhält eine 90-prozentige Landesbürgschaft des Landes Niedersachsen. Dabei handelt es sich ein Darlehen in Höhe von 20 Millionen Euro. Der Serienlieferant für die Automobil- und Zuliefererindustrie stellte den Antrag bereits Mitte März, als einer der ersten Unternehmen in Niedersachsen.

Aktionäre von Borussia Dortmund müssen in diesem Geschäftsjahr laut dem Fußball-Fachmagazin „Kicker“ auf eine Dividende verzichten. Wegen der Coronakrise zog der Verein bereits Mitte März seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurück. Bei voraussichtlich fünf Geisterheimspielen geht der BVB von Einnahmeverlusten bis zu 15 Millionen Euro aus. Der Bundesligist rechnet mit einem Verlust von rund 50 Millionen Euro, sollte es bis Weihnachten bei weiteren Geisterspielen bleiben.

Die Produktionsgesellschaft Odeon Film zieht die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 zurück. Der Vorstand geht davon aus, dass aufgrund der Coronakrise die Prognose nicht realisierbar ist. Das betrifft besonders die Umsatzerlöse, die Gesamtleistung, das Ebit und die Eigenkapitalquote. Der Film- und Fernsehproduzent ging zunächst davon aus, dass das Geschäftsjahr 2020 eine starke Steigerung in den Bereichen Umsatzerlöse und Gesamtleistung bringen sollte. Eine neue Prognose gab das Unternehmen nicht bekannt.

Die Deutsche Post plant Medienberichten zufolge für bestimmte Tochtergesellschaften Kurzarbeit einzuführen. Betroffen seien unter anderem Tochterunternehmen aus der Kontraktlogistiksparte. Auch im Geschäft mit Expresslieferungen in Deutschland und in der Speditionssparte könnte Kurzarbeit eingeführt werden.

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