Ermittler des Hamburger Landeskriminalamtes haben zeitgleich Geschäftsräume der Berenberg Bank, sowie zwei Villen und Büros eines Immobilienunternehmers durchsucht. Es steht der Verdacht des Insiderhandels im Raum.

Bertold Fabricius/Berenberg

04.03.19
Wirtschaft

Durchsuchung bei Berenberg Bank

Der Chef-Investmentbanker der Berenberg Bank steht unter dem Verdacht des Insiderhandels. Es geht um einen großen Deal mit Hapag-Lloyd-Aktien. Die Bank will kooperieren.

Hausdurchsuchungen in Hamburg: Das Landeskriminalamt Hamburg hat gemeinsam mit Vertretern der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) Geschäftszimmer der Berenberg Bank, zwei private Villen sowie Büros eines Immobilienunternehmers durchsucht. Im Visier der Ermittler ist allerdings nicht die Bank selbst, sondern einer ihrer beiden persönlich haftenden Gesellschafter, Investmentbanking-Chef Hendrik Riehmer.

Der Vorwurf: Riehmer – seit 1990 bei der Hamburger Privatbank und seit 2009 persönlich haftender Mitgesellschafter – soll Anfang 2017 Informationen über den Mitte 2017 erfolgten Ausstieg des Reiseunternehmens TUI aus der Reederei Hapag-Lloyd an zwei Personen weitergegeben haben. Bei einer davon soll es sich um einen früheren Kollegen handeln, der eine Immobilienfirma leitet. Als TUI den Deal bekannt gab, sollen die zuvor gekauften Aktienpakete in kürzester Zeit rund 3,7 Millionen Euro an Wert gewonnen haben.

Der TUI-Case ist kein klarer Fall

Die Bank gibt an, mit den Ermittlern zusammenarbeiten zu wollen: „Die Behörden untersuchen eine Transaktion unter dem Gesichtspunkt des Insiderhandels“, sagte ein Sprecher der Bank. „Wir kooperieren vollumfänglich mit den Behörden und gehen fest davon aus, dass sich dieser Verdacht nicht bestätigen wird.“ Riehmer kontrolliert gemeinsam mit Vorstandskollege Hans-Walter Peters 26,1 Prozent der Stimmrechtsanteile von Berenberg.

Obwohl die Durchsuchungen nahelegen, dass den Behörden belastbare Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten vorliegen, scheint der Fall gleichwohl keineswegs eindeutig zu sein. So waren die Ausstiegspläne TUIs kein Geheimwissen. Bereits im Dezember 2016 hatte TUI-Chef Fritz Joussen zu verstehen gegeben, dass der Reisekonzern seine Anteil an Hapag-Lloyd möglichst bald verkaufen wolle. Zudem ist bei derartigen Transaktionen – anders als etwa bei Übernahmeangeboten – im Vorfeld nicht klar, ob es tatsächlich zu Kursgewinnen kommen wird.

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