KfW

26.03.18
Wirtschaft

Ex-KfW-Chef Schröder im Alter von 66 Jahren gestorben

Der langjährige KfW-Chef Ulrich Schröder ist im Alter von 66 Jahren einer schweren Krebserkrankung erlegen. Er hatte die Staatsbank zehn Jahre lang geleitet und durch schweres Fahrwasser navigiert.

Ulrich Schröder, der langjährige Vorstandsvorsitzende der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), ist nach einer schweren Krebserkrankung am gestrigen Sonntag gestorben. Dies meldete die „FAZ“ am heutigen Montagmorgen. Schröder wurde 66 Jahre alt. Schröder war im vergangenen Jahr an einem Lymphom erkrankt und hatte die Diagnose öffentlich gemacht. Die Ärzte sahen damals gute Heilungschancen. Nach einer mehrmonatigen Behandlung kehrte Schröder an seinen Schreibtisch zurück und verlängerte seinen Vorstandsvertrag sodann bis 2020.

Ende 2017 verschlimmerte sich Schröders Zustand jedoch wieder, und er erklärte seinen Rücktritt als KfW-Chef. In einem Brief an die Mitarbeiter schrieb er: „Mein aktueller Gesundheitszustand erlaubt es mir nicht, das Amt verantwortungsvoll und meinen hohen Ansprüchen gemäß weiterzuführen.“ Zum Jahreswechsel ist Schröders Stellvertreter Günther Bräunig an die Spitze der KfW gerückt.

Ulrich Schröder richtete die KfW neu aus

Ulrich Schröder übernahm die Führung der KfW 2008 inmitten der Finanzkrise von der SPD-Politikerin Ingrid Matthäus-Maier. Damals musste die KfW ihre Tochter IKB auffangen, die sich am US-Immobilienmarkt verspekuliert hatte und der Förderbank einen zweistelligen Milliardenverlust bescherte. In den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet die KfW damals auch dadurch, dass sie 320 Millionen Euro an Lehman Brothers überwiesen hatte, obwohl die Investmentbank damals bereits zusammengebrochen war.

Schröder richtete die KfW anschließend neu aus. Der promovierte Jurist und Betriebswirt legte den Fokus auf die Modernisierung der IT und die Digitalisierung der Bank. Vor allem erweiterte er das Geschäftsprofil der KfW weg von der reinen, staatlich gelenkten Staatsbank hin zu einer modernen Geschäftsbank mit staatlichem Förderauftrag. Schröder prägte den Leitsatz „Wir wollen Bank sein“ und vergrößerte die Bilanzsumme der KfW bis auf 500 Milliarden Euro. Zeitweise war die KfW damit nach der Deutschen Bank die zweitgrößte Bank Deutschlands.

Bevor Schröder zur KfW kam, war er Vorstand der NRW.Bank, der Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen. Außerdem war der gebürtig aus Melle bei Osnabrück stammende Schröder unter anderem bei der WestLB tätig. Er hinterlässt seine Frau und drei Kinder.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de