Superstar Cristiano Ronaldo hat den Aktienkurs von Juventus Turin mit einem Hattrick in die Höhe getrieben.

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16.04.19
Wirtschaft

FINANCE-Resterampe: Cristiano Ronaldo trifft, Aktie explodiert

Wie die Deutsche Bank von Fußballstar Cristiano Ronaldo profitieren könnte und mit welchem Konkurrenzprodukt die Huawei-Finanzchefin ertappt wurde – die kuriosesten FINANCE-News der vergangenen Wochen.

Sollte die Deutsche Bank Cristian Ronaldo holen?

Es ist vielleicht eine etwas verwegene Idee, aber Banken bemühen sich ja stets, agil und innovativ zu sein. Auch die Deutsche Bank. Deren Aktienkurs leidet nun schon seit vielen Jahren erheblich. Mehrere Umstrukturierungen und personelle Veränderungen haben keine Besserung gebracht.

Möglicherweise könnte Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo Abhilfe schaffen. Der Stürmer schoss vor wenigen Wochen im Achtelfinale der UEFA Champions League gegen Atlético Madrid einen Hattrick für seinen Verein Juventus Turin. Dadurch war das 0:2 aus dem Hinspiel Makulatur, und „die alte Dame“ zog ins Viertelfinale ein.

Das Besondere: Juventus ist als Fußballklub börsennotiert – und die Aktionäre feierten die Tore-Gala des Portugiesen, denn ein Viertelfinaleinzug bringt rund 10 Millionen Euro. Um 30 Prozent legten die Juve-Papiere zwischenzeitlich zu.

Einen solchen Kurssprung könnte auch die Aktie der Deutschen Bank gut gebrauchen, die sich im vergangenen Jahr halbiert hat und nicht einmal von Fusionsgesprächen mit der Commerzbank profitiert. Eine Verpflichtung des Portugiesen würde Sinn ergeben, immerhin kann man sich Ronaldo gut als Firmenkundenbanker vorstellen, beispielsweise wie er seinen eingesprungen Torjubel nach dem Abschluss eines Deals vollführt. Viele Firmenkunden dürften der Deutschen Bank zudem ihre Türen öffnen, nur um einmal Cristiano Ronaldo die Hand zu schütteln. Und mit Stefan Effenberg hätte Ronaldo auch einen bekannten Wegbereiter im deutschen Firmenkundengeschäft.

Das Problem: Die Deutsche Bank kann sich die Dienste von CR7 wohl nicht leisten. Der 34-Jährige hat immer noch einen Marktwerkt von 100 Millionen Euro. Sein Nettojahresgehalt liegt bei kolportierten 31 Millionen Euro. Damit wäre er klarer Spitzenverdiener der Deutschen Bank. Den Top-Investmentbankern des Hauses würde das nicht schmecken. 

Mini-Fusion zwischen Commerzbank und Deutsche Bank

So muss die Deutsche Bank andere Wege finden, eine Fusion mit der Commerzbank beispielsweise.

Eine kleine Fusion der beiden Geldhäuser hat sich bereits vollzogen: Der Fußballbundesligist Eintracht Frankfurt hat die Deutsche Bank als Betreiber eines neuen Bezahlsystems in ihrem Stadion engagiert. Nachdem der letzte Betreiber pleiteging und die Fans ihre Kartenguthaben verloren, setzt die Eintracht jetzt auf eine grundsolide Adresse.


Pikant: Die Eintracht spielt bekanntlich in der Commerzbank-Arena. Deutsche-Bank-Firmenkundenchef Stefan Bender kommentierte die Kooperation mit dem Fußballklub: „Wir sind stolz darauf, dass wir uns gegen starke Mitbewerber durchgesetzt haben. Das bekräftigt einmal mehr unsere führende Position bei digitalen Bezahllösungen.“ Ob dieses Manöver die Fusionsverhandlungen vereinfacht? 

Huawei-Finanzchefin mit Apple-Produkten erwischt

Zwei Konkurrenten, die sich hingegen mit Sicherheit nicht annähern werden, sind die Smartphone-Hersteller Huawei und Apple. Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou geriet im Dezember in die Schlagzeilen, weil sie in Kanada festgenommen wurde. Der Verdacht: Sie soll über ein Tochterunternehmen Geschäfte mit dem Iran gemacht und so gegen US-Sanktionen verstoßen haben.


Mittlerweile ist die Chinesin auf Kaution wieder auf freien Fuß gekommen – und gleich in die nächste unangenehme Lage gestolpert.  Wie aus im Internet kursierenden Gerichtsdokumenten hervorgeht, soll die Huawei-Managerin bei ihrer Festnahme zahlreiche Apple-Produkte bei sich getragen haben – darunter ein Macbook, ein iPad und ein iPhone. 

Ein bitteres Signal für Kunden und Belegschaft des Apple-Wettbewerbers – und ein folgenschwerer Fauxpas für die Finanzchefin? Immerhin soll Huawei in einem früheren Fall zwei Mitarbeiter, die einen Marketing-Tweet von einem iPhone versendet haben, degradiert haben. Aber dass Finanzchefin Wanzhou eine ähnliche Bestrafung droht, darf bezweifelt werden: Sie ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei.

Nach ICO-Posse: Savedroid vor Comeback

Von den etablierten Tech-Konzernen nun noch ein kurzer Schwenk zu den Initial Coin Offerings, kurz ICO. Die unregulierten „Krypto-Börsengänge“ haben ihren schlechten Ruf nicht von ungefähr: Vor genau einem Jahr machte sich das Fintech Savedroid mit einem vorgetäuschten ICO-Betrug unbeliebt. CEO Yassin Hankir inszenierte direkt nach Auslaufen des Savedroid-ICOs sein Verschwinden mitsamt der 40 Millionen Euro, die die Investoren in das Start-up gesteckt hatten. Alles nur ein PR-Gag, meldet sich Hankir kurz darauf zurück. Er habe bloß auf die Risiken von ICOs hinweisen wollen. Zuvor hatten Mitarbeiter ihrem Chef Medienberichten zufolge noch skurrilere Ideen ausreden können.


Nach Monaten der Funkstille, die auf diesen Aussetzer folgten, feiert Savedroid jetzt sein Comeback mit einer App für den Handel mit Kryptowährungen. Diese soll es ermöglichen, „langfristig in ein Portfolio aus Kryptowährungen anzulegen“, sagte Hankir gegenüber dem „Handelsblatt“. Zu seinem Humor würde passen, wenn die neue App die Endgeräte der Kunden zum Spaß mit einem Virus infiziert.


Die Launch-Party wirkt auf den ersten Blick aber harmlos. Das Motto: „New Kids on the Blockchain“, angelehnt an die Pop-Band aus den Neunzigerjahren. Die Gäste sollen sich entsprechend im 80er- und 90er-Style kleiden, sagte Hankir. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten.