Im Schnitt haben deutsche CEOs 5,9 Millionen Euro im letzten Jahr verdient.

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26.03.15
Wirtschaft

Gehälter: Rekordjahr für Dax-CEOs

Die Vorstandsvorsitzenden der Dax-Unternehmen haben 2014 so viel verdient wie noch nie. Im Schnitt kamen die CEOs auf rund 5,9 Millionen Euro. Die Auto-CEOs verdienten wieder am meisten, und auch den größten Gehaltssprung aller Dax-Chefs gab es im Auto-Sektor.

 

Die CEOs der im Dax notierten Unternehmen haben laut der Unternehmensberatung hkp 2014 Rekordgehälter kassiert.Danach liegt das durchschnittliche Gehalt eines Dax-Chefs eines Dax-Unternehmens bei rund 5,9 Millionen Euro. Das entspricht einer Jahr-zu-Jahr-Steigerung von fast 10 Prozent.

Für die Studie vergleicht hkp die Einnahmen aller CEOs aus dem Index, die das gesamte Geschäftsjahr 2014 für ihre Unternehmen tätig waren. Zum Zuge kamen bei der Analyse erstmals die Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK), womit eine höhere Transparenz der Boni-Zahlungen gewährleistet werden soll. Im Vergleich zur gesetzlich verpflichtenden HGB-Methodik weist die DCGK-Tabelle bestimmte Zuwendungen aus, die vorher nicht einsehbar waren. Das beinhaltet unter anderemdie kurzfristige und langfristige variable Vergütung sowie als zusätzlichen Gehaltsbestandteil die millionenschwere Altersversorgung.Bis auf Merck und BMW kamen alle Dax-Unternehmen dem DCGK nach.

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Infineon-Chef Ploss verdient am wenigsten

Am meisten verdiente erneut VW-Chef Martin Winterkorn mit diesmal 15,9 Millionen Euro. Damit ist er gleichzeitig  der bestbezahlte CEO Europas – aber immer noch gerade mal halb so gut verdient wie der internationale Top-Verdiener,  Walt-Disney-Chef Robert Iger, der umgerechnet 31,2 Millionen Euro kassierte. Auf Platz zwei in Deutschland rangiert Daimler-CEO Dieter Zetsche,  der 14,4 Millionen Euro einstrich.

Den größten Gehaltssprung verbuchte Conti-Chef Elmar Degenhart. Verdiente er 2013 noch 2,8 Millionen Euro, erhielt er 2014 mehr als das Doppelte und kam auf mehr als 6,2 Millionen Euro. Seine kurzfristigen und langfristigen Boni brachten ihm im Vergleich zu 2013 rund 3,3 Millionen Euro mehr ein und sind somit die Haupttreiber seines Gehaltssprungs . Dabei konnte  der Autozulieferer sein bereinigtes Ebit lediglich um 3,7 Prozent auf 3,87 Milliarden Euro steigern .

Das Schlusslicht unter den Dax-CEOs bildet Infineon-Lenker Reinhard Ploss mit einem Gehalt von 1,99 Millionen Euro. Unterschiedlich verlief das Jahr für die beiden Co-Chefs der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen und Anshu Jain. Ihre langfristigen Boni brachen jeweils um mehr als 70 Prozent ein. Während Fitschen mit fast 5 Millionen Euro trotzdem noch 8 Prozent mehr als 2013 verdiente, ging Jains Gehalt  um fast ein Viertel  auf 6,2 Millionen Euro zurück. Abgefangen wurde hkp zufolge der hohe Rückgang bei den Bonuszahlungen dadurch, dass ihre Grundvergütung um satte 65 Prozent auf 3,8 Millionen Euro angehoben wurde.

CEO-Bezahlung hinkt international leicht hinterher

Doch nicht nur für Deutsche Unternehmenschefs war 2014 ein ertragreiches Jahr. In Europa stiegen die Gehälter um insgesamt 9,5 Prozent an und in den USA sogar um 11,9 Prozent. Jedoch liegt der Dax trotz der Top-Verdiener Winterkorn und Zetsche unter dem europäischen Schnitt. Dieser lag 2014 bei 6,17 Millionen Euro, also rund 200.000 Euro höher als bei den Dax-CEOs. Als Vergleichswert diente der Index Stoxx Europe 50.

Das Plus auf den Gehaltskonten der Vorstände geht überwiegend mit den steigenden Unternehmensgewinnen einher. So erhöhten sich diese bei den Dax-Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um 13,8 Prozent.

verena.fuchs[at]finance-magazin.de