Clearstream

18.01.18
Wirtschaft

Iran verklagt Clearstream auf 5 Milliarden

Mit einer Milliardenklage will der Iran an fast 5 Milliarden Dollar heran, die bei der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream liegen. Doch das Geld haben US-Gerichte eingefroren.

Die Deutsche Börse gerät in den Strudel des sich wieder aufheizenden Iran-USA-Konflikts: Die iranische Zentralbank („Bank Markazi“) hat in Luxemburg eine Milliardenklage gegen die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream eingereicht, erklärte die Börse am heutigen Donnerstagmorgen per Pflichtmitteilung.

Mit der Klage wollen die Iraner  die Herausgabe von Vermögenswerten im Wert von rund 4,9 Milliarden US-Dollar erreichen, zuzüglich Zinsen. Diese Summe, auf die die Iraner Anspruch erheben, liegen bei Clearstream sowie auf Konten der italienischen Bank UBAE.

Clearstream hat 1,9 Milliarden Dollar schon weitergeleitet

Clearstream hält die Klage für „unbegründet“ und will sich „mit allen notwendigen Maßnahmen verteidigen“. Doch die Problematik ist nicht nur juristisch, sondern auch politisch heikel. Hintergrund der Klage aus dem Iran ist, dass das verwahrte Geld der Iraner wegen des Verdachts auf Terrorfinanzierung von US-Gerichten eingefroren und zum Teil sogar schon weitergeleitet worden ist. 1,9 Milliarden Dollar sind nach Angaben von Clearstream bereits herausgegeben worden. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge ging das Geld an Opfer und Hinterbliebene eines Bombenanschlags auf einen US-Stützpunkt im Libanon, der sich im Jahr 1983 ereignet hatte.  Als Drahtzieher des Anschlags sehen die USA den Iran.

Aktuell werden nach Unternehmensangaben noch 2 Milliarden Dollar der Iraner bei Clearstream verwahrt. Doch auch dieses Vermögen ist auf Anordnung der US-Justiz aktuell blockiert. Das übrige Vermögen wurde nach Angaben von Clearstream bereits an die UBAE übertragen.

kerstin.hammann[at]finance-magazin.de