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06.06.12
Wirtschaft

Panikreaktion im Mittelstand

Die Stimmung im Mittelstand ist im Mai deutlich eingebrochen - sogar um fast das Dreifache einer normalen Monatsveränderung. Das könnte auch die deutsche Wirtschaft beeinflussen.

Um 5,7 Zähler ist das Geschäftsklima im Mittelstand im Vormonatsvergleich zurückgegangen. Das KfW-ifo-Mittelstandsbarometer liegt nun bei 12,9 Saldenpunkten. Auch bei den Großunternehmen ging das Geschäftsklima um 5,8 Zähler auf 12,3 Punkte deutlich zurück. Mittelständler und Großunternehmen korrigierten sowohl die Geschäftserwartung als auch ihre Geschäftslage nach unten. Die Unternehmen sind nach der ergebnislosen Wahl in Griechenland verunsichert, was den Fortgang der Schuldenkrise angeht. "Eine Abkühlung des Geschäftsklimas aufgrund des gegenwärtig schwierigen Umfelds hatten wir zwar erwartet, doch nicht in diesem Ausmaß. Die Stärke des Rückgangs dürfte eher als Panikattacke zu werten sein und damit die tatsächliche Abschwächung überzeichnen", sagte Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe.

Auch aktuelle Geschäftslage überraschend schlecht beurteilt

Die Erwartungen der mittelständischen Unternehmen sanken im Mai mit minus 5,7 Zählern massiv auf 12,3 Punkte. Aber auch die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage im Mai verschlechterten sich dramatisch. Mittelständler korrigierten ihre Lageurteile um minus 5,6 Zähler auf 24,5 Punkte.

„Es ist davon auszugehen, dass eine akut aufkeimende diffuse Rezessionsangst aufgrund der drohenden Eskalation der Schuldenkrise die Firmen zu der deutlich negativeren Bewertung nicht nur der Aussichten, sondern - vielleicht etwas irrational - auch der Lage veranlasst hat“, heißt es in der Pressemitteilung der KfW. Auf eine tatsächliche, sehr rasche und umfassende Abkühlung der deutschen Wirtschaft deute zurzeit wenig hin. „Sollte die Verunsicherung in den Unternehmen weiter steigen und in der Folge auf die privaten Haushalte übergreifen, dürfte auch die deutsche Konjunktur deutlich beeinträchtigt werden“, sagte Irsch.

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