Ceconomy

13.11.17
Wirtschaft

Staatsanwaltschaft ermittelt offenbar auch gegen Ceconomy-CFO Frese

Ceconomy-CFO Mark Frese ist nun offenbar ebenfalls in das Fadenkreuz der Staatsanwaltschaft Düsseldorf geraten. Der Finanzchef muss sich neben vier anderen Managern des Metro-Konzerns dem Vorwurf der Marktmanipulation stellen.

Bei den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wegen des Verdachts der Marktmanipulation und Insiderhandel beim Handelskonzern Metro gibt es neue Details. Offenbar muss sich auch Ceconomy-CFO Mark Frese dem Vorwurf der Marktmanipulation stellen. Wie ein Ceconomy-Sprecher sagte, beziehen sich die Ermittlungen „auf das dafür seinerzeit verantwortliche Gremium der Metro AG, den damaligen Vorstand der Metro AG“.

Der 53-Jährige Mark Frese war zu der Zeit, auf die sich die Vorwürfe beziehen, Teil des Gremiums der Metro, das seinerzeit die Aufspaltung des Konzerns in eine Lebensmittel- (Metro) und eine Elektroniksparte (Ceconomy) begleitete.

Laut der Nachrichtenagentur „Reuters“, ermittelt die Staatsanwaltschaft neben Frese auch gegen Metro-CEO Olaf Koch und drei weitere Manager des Konzerns, die namentlich nicht bekannt sind. Die Justizbehörde untersucht zudem, ob sich vier namentlich nicht genannte Personen des Insiderhandels schuldig gemacht haben, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. CFO Frese ist FINANCE-Informationen zufolge von diesen Untersuchungen jedoch nicht betroffen.

Hat Metro den Markt zu spät informiert?

Anfang November machte der Metro-Konzern bereits mit einer Hausdurchsuchung durch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Schlagzeilen. Die Ermittler hegen den Verdacht, dass der Vorstand den Markt zu spät über eine Aufspaltung des Konzerns informiert habe. Der Metro-Konzern selbst verweist darauf, dass es sich bei der strittigen Ad-hoc-Meldung lediglich um die Information handle, dass Metro eine Aufspaltung prüfe. Zu diesem Zeitpunkt sei noch kein Beschluss gefällt worden und somit wären die Vorwürfe haltlos. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hingegen ist ebenfalls der Ansicht, dass der Konzern seiner Ad-hoc-Meldepflicht rechtzeitig nachgekommen sei.

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf untersucht neben dem Vorwurf der Marktmanipulation auch, ob sich führende Manager des Konzerns des Insiderhandels schuldig gemacht haben. Zu diesen Mitarbeitern zählen laut Reuters auch Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Steinmann und Metro-Vorstand Pieter Boone. Steinmann hatte im Vorfeld der Aufspaltung 43.000 Metro-Aktien im Wert von 1 Million Euro gekauft. Laut Angaben des Unternehmens hätte in beiden Fällen keine Insider-Informationen vorgelegen.

Kengeter musste wegen Insider-Vorwürfen gehen

Der ehemalige Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter ist das jüngste Beispiel dafür, dass die Behörden bei Aktienkäufen durch Personen, die in Fusionen involviert sind, besonders genau hinschauen.

Kengeter wurde vorgeworfen, dass er im Vorfeld der geplanten Fusion der Deutschen Börse und der London Stock Exchange mit Hilfe von Insider-Informationen Deutsche-Börse-Aktien erworben habe. Das Ermittlungsverfahren kostete den scheidenden CEO letztendlich den Job.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de